Der kleine Baum

Anzeige
Der kleine Baum
(Version für Kinder)


Ein kleiner Baum am Waldesrand,
der Wind in seinem jungen Gipfel sang:
„Ich möcht einmal den Himmel berühren,
die Größe und Weite der Welt erspüren!“

Dafür muss der kleine Baum
wachsen, um sich zu erfüllen diesen Traum.
Zu den Maikäfern er spricht: „Fliegt fort
und fresst mir nicht die Blätter vom Kopf!“

Auch die Borkenkäfer schickt er weg,
ganze Völker hatten sich unter seiner Rinde versteckt.
„Mir euren kleinen Füßen kitzelt ihr mich -
das juckt dann einfach fürchterlich!“

Dem Specht, der eine Höhle klopfen will
für seine Kinder, sagt er: „Sei still!
Geh lieber zu meinem Nachbarn rüber,
da ist was frei für neue Mieter.“

An seinen Wurzeln baut die Maus ein Nest -
das Bäumchen schenkt ihr 3 Blätter zum Einzugsfest
und meint: „Pass bitte gut auf!
Hier treiben sich Räuber um zu Hauf!“

Täglich tankt der kleine Baum
Sonne und Regen. Man glaubt es kaum,
wie er sich reckt und streckt und nach langer Zeit
ist er der größte Baum weit und breit!

Seine Wurzeln sind in der Erde verankert fest,
im Wipfel schwingt ein großes Vogelnest,
der Stamm kerzengerade und kräftig,
die Krone ausladend und mächtig.
So steht er da,
ein Prachtexemplar!

Und fast konnte er den Himmel berühren -
da kam der Holzfäller, um alle Träume zu zerstören.
Der starke Baum, er fiel mit großem „Ächz“.
Kräftige Balken wurden aus ihm gesägt,
zu einem Glockenturm gefügt,
der eine schöne Glocke trägt.

Und als der erste Glockenton sich himmelwärts schwingt,
als fernes Echo er im Herzen des Baumstammes erklingt:
„Ich habe gerade den Himmel berührt
und die Ewigkeit der Welt erspürt!“
(B. Kando 2016)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.