Wildkatzen auf Wanderschaft

(c) Thomas Stephan / BUND

+++ PRESSEinformation vom BUND Landesverband NRW +++

Wildkatzen auf Wanderschaft


BUND ruft jetzt zu besonderer Achtsamkeit auf den Straßen auf

Düsseldorf, 29.10.2016 | Junge Europäische Wildkatzen begeben sich in diesen
Wochen auf die Suche nach neuen Revieren. Deshalb ruft der Bund für Umwelt
und Naturschutz Deutschland (BUND) jetzt besonders zu Achtsamkeit im
Straßenverkehr auf, speziell in waldreichen Gegenden in der Eifel, im
Sieben- Rothaar- und Eggegebirge oder auch im Arnsberger Wald. „Der Tod an
der Straße ist die häufigste Todesursache der seltenen Wildkatzen.“, so
Holger Sticht, BUND-Landesvorsitzender in NRW „Für den Erhalt der Tiere in
Deutschland ist das eine ernste Gefahr.“

Wildkatzen sind vor allem nachtaktive Tiere, die häufig in der Dämmerung und
Dunkelheit jagen und wandern. „Mit ihrer großen und sehr lichtempfindlichen
Augen benötigen sie nur 1/6 der Lichtmenge, die ein menschliches Auge
benötigen würde. Umso größer ist die Gefahr, durch Scheinwerfer, zumal bei
Fernlicht, geblendet zu werden“, erläutert Christine Thiel-Bender,
Wildkatzenexpertin des BUND in NRW. „Mit der Zeitumstellung ist außerdem nun
noch mehr Verkehr in den dunklen Tagesstunden auf den Straßen. Damit erhöht
sich das Risiko für die seltenen Tiere nochmals.“

Die Wildkatze hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland weiter
ausgebreitet. Sie ist mittlerweile in weiten Teilen Mittel- und
Süddeutschlands heimisch und konnte in NRW auch in Gegenden zwischen Bonn
und Köln oder auch wieder vermehrt im Arnsberger Wald nachgewiesen werden.
Der BUND setzt sich für den Schutz der seltenen Art ein, indem er bestehende
Vernetzungskorridore erhält, Lebensräume wieder miteinander vernetzt und
bestehende Wälder aufwertet. Nur bei einer gut vernetzten Landschaft haben
seltene Arten wie die Wildkatze eine langfristige Überlebenschance. Die
Gefahren durch genetische Verarmung und die Anfälligkeit für Krankheiten
oder harte Winter werden durch diesen Lebensraumverbund wesentlich
gemindert. Das Generationenprojekt „Rettungsnetz Wildkatze“ des BUND zielt
deshalb auf einen bundesweiten Verbund an Wäldern von insgesamt 20.000
Kilometern Länge ab.

Der BUND-Tipp: Achten Sie besonders in waldreichen Gegenden und in der
Dämmerungszeit auf die Geschwindigkeitsbegrenzungen und
Wildwechsel-Verkehrsschilder. Behalten Sie den Straßenrand rechts und links
im Auge. Blenden Sie nicht das Fernlicht auf, wenn ein Tier zu sehen ist,
sondern hupen Sie.

Weitere Informationen: www.bund-nrw.de/wildkatze

Foto (C) Thomas Stephan / BUND

Autor:

Birgit Jakubzik aus Arnsberg-Neheim

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