"... und ich wollte doch noch Abschied nehmen"

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(Foto: Marita Gerwin)
Abschiednehmen. Erinnern. Ein Licht anzünden.

Friedhöfe sind gemeinschaftliche Orte des Gedenkens. Sie dienen dem Abschiednehmen und dem Erinnern. Hier wird den Verstorbenen ein Denkmal gesetzt. Doch warum ist es wichtig, so ein Denkmal für die Toten zu schaffen? Und warum gedenkt man derer gerade im November zu Allerheiligen, wenn es draußen meist nebelig und trüb ist und bereits am Nachmittag schon wieder die Dämmerung einsetzt?

Der letzte Garten für die letzte Ruhe – der Friedhof ist zweifellos ein ganz besonderer Ort, der oft auch etwas Schauriges mit sich bringt. Dabei handelt es sich eigentlich um den „umfriedeten Hof, also einem geschützten Raum, an dem man traurig sein darf, an dem nachdenken kann und Ruhe finden soll. Viele Menschen haben verlernt, richtig Abschied zu nehmen und zu trauern.

Der Tod wird in unserer Gesellschaft oft so an den Rand gedrängt, dass wir kaum darüber zu sprechen wagen, wenn er uns betrifft. Wichtige Zeremonien und Traditionen, die den Angehörigen helfen sollten, den Tod eines geliebten Menschen zu verarbeiten, sind im Laufe der Zeit aufgeweicht oder gar verdrängt worden. Neuere Friedhöfe liegen heute vielfach außerhalb der Stadt und damit außerhalb unseres Alltags. Der natürliche Umgang mit Tod und Trauer ist oft nicht möglich. Und damit ist es viel schwieriger, den Verstorbenen ein angemessenes Denkmal zu setzen.

Die Akademie 6 bis 99 hat ein Experiment gewagt. Zum Thema "... und ich wollte doch noch Abschied nehmen" haben wir an einem Samstag Vormittag unter der Leitung eines Benediktiner Paters aus dem Kloster in Meschede gemeinsam mit allen Generationen den historischen Eichholzfriedhof in Arnsberg besucht. Bekannte Persönlichkeiten sind uns "begegnet". Auch das Bilderbuch „Leb wohl, lieber Dachs“ von Susan Varley wurde als Video-Film auf die Hauswand der Freidhofskapelle projiziert- Diese einfühlsame Geschichte hilft den teilnehmenden Kindern, Tod und Trauer zu verstehen und Trost und Hoffnung für die Zukunft zu finden.

Ein gelungenes Experiment, das uns zeigt, dass der Tod zum Leben gehört und Alt und Jung sich viel zu sagen und zu erzählen haben. Zum Schluss habe wir alle ein Licht angezündet, dass in der Dunkelheit leuchten wird...
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10 Kommentare
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Christian Tiemeßen aus Emmerich am Rhein | 02.11.2013 | 16:23  
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Paul Scharrenbroich aus Monheim am Rhein | 02.11.2013 | 16:43  
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Marita Gerwin aus Arnsberg | 02.11.2013 | 18:29  
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Nicole Altmeyer aus Witten | 02.11.2013 | 19:16  
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Nicole Altmeyer aus Witten | 02.11.2013 | 19:17  
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Marita Gerwin aus Arnsberg | 02.11.2013 | 19:22  
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Nicole Altmeyer aus Witten | 02.11.2013 | 19:28  
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Rolf-Jochen Reimann aus Iserlohn | 02.11.2013 | 19:34  
9.161
Renate Sültz aus Lünen | 02.11.2013 | 21:45  
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Iris-Magdalena Hartmann aus Essen-Ruhr | 02.11.2013 | 21:51  
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