Ausgezeichneter Ort 2016 - Land der Ideen zeichnet Neue Nachbarn Arnsberg aus

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Mit dem ehrenvollen Preis “Ausgezeichneter Ort 2016” werden auch in diesem Jahr wieder 100 Ideen (herauskristallisiert aus über 1000 Ideen deutschlandweit) ausgezeichnet - zum vierten Mal landet der Preis in Arnsberg. Um genau zu sein: bei den neuen Nachbarn in Arnsberg. Denn diese kümmern sich trotz gleichem Schicksal um die zugewanderten Menschen im Stadtgebiet.

Behördengänge, Arztbesuche und viele weitere vermeintlich kleine Dinge des Alltags können für die Neubürger Arnsbergs aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Co. zu echten Stolpersteinen werden - denn zum einen sind da sprachliche Barrieren zu überwinden, zum anderen aber auch formelle Strukturen zu durchqueren. Und genau da setzt die Initiative “Neue Nachbarn Arnsberg” an.

Die rund 45 Mitglieder, die selbst als “Flüchtlinge” nach Arnsberg kamen, kümmern sich mit vereinten Kräften um genau diese Stolpersteine. Helfen den Menschen, wo sie nur können und pflegen einen direkten Kontakt zur Verwaltung - denn mit einem kleinen Büro, einem PC und einer eigenen Telefonnummer sind sie fest im Rathaus verankert, um sich selbst zu organisieren und strukturieren. Erstmals dreht eine Kommune also das Rad und begegnet Flüchtlingen auf Augenhöhe. Redet nicht über sie, sondern MIT ihnen. Arbeitet nicht für sie, sondern MIT ihnen. Die Stadt Arnsberg setzt dabei auf die „Koproduktion“ von bürgerschaftlichem Engagement in der Verwaltung, hier auf die Mitarbeit der Flüchtlinge selbst.

“Ich bin ein Arnsberger”

Und genau für diese “Koproduktion” der Stadt Arnsberg und das Engagement der einst selbst geflohenen Menschen kamen jetzt Uli Quaas (Deutschland - Land der Ideen) und Alf Meyer zur Heyde (Deutsche Bank) ins Sauerland, um den ehrenvollen Preis im Bürgerzentrum Arnsberg zu übergeben.

Der Begrüßung durch Hans-Josef Vogel (Bürgermeister der Stadt Arnsberg), dem Grußwort von Uli Quaas und der Laudatio von Alf Meyer zur Heyde folgten über 100 Gäste - die neuen Nachbarn Arnsberg, Gäste aus der Politik und selbstverständlich auch zahlreiche Gäste aus den verschiedenen Freundeskreisen, die in Arnsberg aktiv sind.

Des Weiteren lauschten sie der Präsentation “Neue Nachbarn Arnsberg” von Mohammed Munier Hamoud Shikh. "Du bist noch nicht integriert - du trinkst kein Bier ...", Worte, mit denen er seine Präsentation begann und kurzerhand großes Schmunzeln im Bürgerzentrum auslöste - denn er bekam diese tatsächlich einmal zu hören. Welche Aktivitäten führen die neuen Nachbarn Arnsberg durch? Was haben sie bisher erreicht? Und wo wollen sie noch hin? All diese Fragen klärte Mohammed Munier Hamoud Shikh. Mit den Worten “Ich bin ein Arnsberger” schloss er seine Präsentation ab, gefolgt von der Danksagung durch Ahmad Rami Warrak und der syrischen Musik, vorgetragen von den Mitgliedern und Freunden der Initiative “Neue Nachbarn Arnsberg”.

Zukunftsbild gemeinsam färben

Doch warum setzen sich die Mitglieder der Initiative “Neue Nachbarn Arnsberg” so ein? Wieso genießen sie nicht einfach ein neues Leben in Sicherheit und engagieren sich stattdessen tagein und tagaus? Die schlicht und ergreifende Antwort auf diese Fragen lieferte Taha Shiekh Deya in seiner abschließenden kurzen Rede über seine Vision, seinen persönlichen Traum:

“Als meine Frau und ich vor rund einem Jahr als, ich nenne uns mal so, ´rote Köpfe` nach Arnsberg kamen, versprachen wir uns, in der Gesellschaft aktiv zu werden. Jedoch standen wir erstmal vor einem großen Fragezeichen! Wie sollte es überhaupt für uns weitergehen? Welche Perspektiven sollte es für uns geben? Nur dank vieler Menschen, vieler “grüner Köpfe”, die uns von Anfang an unterstützten und dank zwei besonderer Menschen, die uns sogar bei sich wohnen ließen, konnten wir uns einleben und in Arnsberg eine neue Heimat sehen. Gemeinsam mit unserer neuen deutschen Familie vermischten wir uns zu “gelben Köpfen” - eben multikulturell! [...] Ich stelle mir einen Ort vor, an dem Jung und Alt, Rot und Grün - generationsübergreifend und multikulturell - sich treffen und gemeinsam Musik genießen. Freundschaften gründen und einfach Zeit miteinander verbringen. Einen Ort, wo die Menschen einfach GELB sind! Einen Ort, wo sich die unterschiedlichsten Kulturen in Arnsberg vereinen und vermischen. Ich sehe diesen Ort bereits vor meinem inneren Auge. Vielleicht können wir dieses Zukunftsbild irgendwann gemeinsam färben - am liebsten GELB!”
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