ELTERN & KINDER

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Willst Du etwas Kompliziertes beschreiben, dann erzähle davon wie ein Kind. Eine Gesellschaft, die erzählt und noch zuhören kann, ist eine friedliche Gesellschaft.
Hattest Du Glück, waren Deine Eltern das erste Publikum, dem Du Dich mitteilen konntest. Damals lebtest Du noch nicht in dem Bewusstsein, dass sich die Zeit auftut wie ein tiefer, warmer Schlund. Und bis Du die schwindende Präsens Deiner Eltern bemerktest, durftest Du noch das, was Du erlebtest, als „erfüllte Gegenwart“ empfinden.
Dein Zeitbewusstsein kannte nur das „Jetzt“. Das waren geschenkte Jahre. Du musst Dich nur daran erinnern.
In den Augen Deiner Eltern suchtest Du Zustimmung. Ihre Strafen hast Du akzeptiert. Einsilbige Adjektive benoteten Dich mit: „gut“ und „falsch“. Würdest Du in Deinem Kinderland „Utopia“ jemals das Bedürfnis haben einen Standpunkt jenseits von „Gut“ und „Böse“ einzunehmen?
Wie lange schon hast Du die Kindheit mit ihren spontanen Wahrheiten vergessen?
Kannst Du ohne diese Erinnerung überhaupt ein Bewusstsein für den Augenblick entwickeln? Oder bist Du ein Mensch, der keine Vorstellungen von sich selbst hat?
Wie willst Du Dich da kennen lernen?
Hast nicht auch Du Schwierigkeiten andere Lebensentwürfe zu akzeptieren? Da wird das „Leben“ schnell zum Klischee.
Wer die eigene Vergangenheit vergisst, der kommt in der Zukunft nicht an. Historiker können das beweisen. Deshalb musst Du die Kindheit nicht gleich als Paradies verklären, nur weil Dich der Hund leckte oder Dir die Mutter einen Scheitel zog.
Hast Du jemals die Empfindung verloren ausgeschlossen zu sein - erwachsen wie du bist?
Bewegt sich nicht auch Dein Leben zwischen dem Gefühl kindlicher Ohnmacht und dem Glaube: Alles ist machbar?
Ein Leben zwischen Demut und Größenwahn.
Auf der anderen Seite ein Kinderglauben, der von der Hoffnung, lebt, der Phantasie.
Deswegen begebe ich mich immer wieder auf die Suche nach dem verlorenen Wort. Ich spiele mit den Worten wie ein Kind, das seine Bausteine um sich wirft. An Spielregeln halte ich mich nicht, aber ich habe auch gelernt zu verlieren.
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