Sauerländische Stadtmusikanten - auf und davon!

Die sauerlandischen Stadtmusikanten verlassen gemeinsam den Hof (Foto: Marita Gerwin)
 
Uns hält hier nichts mehr (Foto: Marita Gerwin)
Bei unserer Radtour über den Kleeblatt-Weg rund um die Städte Werl und Hamm entdecken wir an der Grenze eines renommierten Gutshofes eine Skulptur, die uns an die berühmten "Stadtmusikanten" erinnern. Wohin wollen diese fünf Gesellen aus dem Sauerland? Sind sie auch auf dem Weg nach Bremen, um sich eine neue Zukunft aufzubauen? Die Katze ist schon stiften gegangen. Dafür hat sich die rot-bunte Kuh und das blaue Schwein in die kuriose Reisegruppe eingereiht. Sie machen gerade eine kurze Verschnauf-Pause. Direkt vor einem Maisfeld am Ende der Streuobst-Wiese. Schauen noch einmal zurück, bevor sie für immer "von dannen ziehen". So stehen sie da, bunt bemalt und voller Zukunftspläne. Einer auf dem Rücken des Anderen. Typischen Bauernhof-Tiere aus dem Sauerland: die Kuh, der Hahn, der Esel, das Schwein und der Hund.

Sind auch sie übrig? Ausrangiert? Werden sie hier nicht mehr gebraucht? Erinnerungen an das Märchen der Gebrüder Grimm "Die Bremer Stadtmusikanten" werden wach. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Ich werde den Gedanken nicht los...

Der Gutshof, mit der ehemals großen Landwirtschaft, hat den Eigentümer gewechselt. Fahnen flattern am Eingangstor im Wind. Weisen uns den Weg auf das mit einem handgeschmiedeten Zaun eingefriedete Grundstück. Die Gebäudeteile sind inzwischen zu einem renommierten Hotel und zu einem beliebten Feinschmecker-Restaurant umstrukturiert worden. Auf dem Parkplatz stehen aufgereiht noble Karossen mit gewaltigen Pferdestärken. Der verwunschene Bauerngarten mit seinen klassischen Wegekreuzen, duftenden Rosen und Lavendel lädt die Gäste zum Genießen ein. Eine Wellness-Oase für gestresste Menschen in der heutigen, rasanten und schnelllebigen Zeit. Zwischen romantischen Rosenbögen und mit Blauregen berankte Lauben duftet es nach den edelsten Leckereien...

In diesem gediegenen Ambiente haben diese fünf gestandenen Bauernhof-Tiere nun wirklich keinen Platz mehr. Höchstens noch in Bronce gegossen oder als Stein-Skulpturen irgendwo platziert im Blumenbeet.

Vielleicht hat den Künstler, der diese farbenfrohen, witzigen "Sauerländischen Stadtmusikanten" geschaffen und ausgerechnet an diese entlegene Stelle des Hofes installiert hat, die Geschichte der Tiere berührt. Inspiriert durch das Märchen der Gebrüder Grimm gibt er ihnen Hoffnung auf eine Zukunft. An einem anderen Ort. Weit weg von ihrem ehemaligen vertrauten Zuhause.


Ausrangiert. Nicht mehr gebraucht. Nichts wie weg hier - soweit uns die Füße tragen!

("Das Märchen "Die Bremer Stadtmusikanten" zeigt uns die typischen Merkmale einer Gesindeerzählung: Die Tiere entsprechen den im Dienst bei der Herrschaft alt gewordenen, abgearbeiteten und durch den Verlust an Leistungskraft nutzlos gewordenen Knechten und Mägden. Mit ihrem Aufbruch, ihrem Zusammenhalt und Mut schaffen sie das fast Unmögliche. Sie überlisten die Bösen, schaffen sich ein Heim und somit ein neues Leben. Es ist eines der Märchen in der Grimmschen Sammlung, das auf die sozialutopischen Wünsche der Unterschicht in der bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts eingeht.") (" ... ") Quelle: Wikipedia
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15 Kommentare zum Beitrag
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Harald Zschauer aus Lünen am 10.07.2012 um 21:20 Uhr  
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Gerda Bruske aus Goch am 10.07.2012 um 21:29 Uhr  
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Siglinde Goertz aus Uedem am 10.07.2012 um 21:54 Uhr  
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Marita Gerwin aus Arnsberg am 14.07.2012 um 12:25 Uhr  
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