Ausgezeichnetes Engagement: Die Bürgerinnen- und Bürgermedaille 2016 der Stadt Arnsberg

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Ausgezeichnetes Engagement: Aus 15 Bezirksausschüssen der Stadt Arnsberg kamen die Vorschläge für die Bürgerinnen- und Bürgermedaille. Foto: Albrecht
Arnsberg: Arnsberg | Arnsberg. Neben den Reden zum neuen Jahr stand beim diesjährigen Dreikönigsempfang der Stadt Arnsberg die Auszeichnung von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Arnsberg mit der "Bürgerinnen- und Bürgermedaille" im Mittelpunkt. Im folgenden der Wortlaut der Laudatio zu den jeweiligen Preisträgern, die jeweils von Bürgermeister Hans-Josef Vogel persönlich vorgetragen wurde.

"1. Anciens Belges d'Arnsberg (Belgische Veteranen aus Arnsberg) –
Vorsitzender: George Renard

Über 40 Jahre gehörten die Soldaten des 4. Regiments der belgischen „Chasseurs a Cheval“ („Jäger zu Pferde“) und ihre Familien zum Stadtbild. 1994, nach dem Ende es Kalten Krieges und der Auflösung des Warschauer Paktes, rückte das Regiment für immer aus Arnsberg ab.

Allerdings ist die Stadt und Umgebung heute noch für 129 ehemalige Soldaten und viele weitere, die inzwischen die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, zur Heimat geworden.

Vor 15 Jahren gründeten sie das Komitee „Anciens Belges d'Arnsberg“, dessen Mitglieder sich regelmäßig im Bürgerzentrum Bahnhof Arnsberg treffen, um entweder ihre Muttersprache zu sprechen oder ihre Lebensart mit „alten“ Arnsbergern zu teilen.



2. Verein für Kinder- und Jugendarbeit Gierskämpen e.V.

„Die Sonne geht in meinem Staat nicht unter“ heißt es in Friedrich Schillers „Don Carlos“. Dass sie im in mancherlei Hinsicht belasteten Arnsberger Stadtteil Gierskämpen nicht untergeht, dafür sorgt der Verein für Kinder- und Jugendarbeit Gierskämpen.

Problematische Familienverhältnisse, Armut oder suchtkranke Eltern erfordern in der Kinder- und Jugendarbeit besonderen Einsatz, zunächst von der Evangelischen Kirchengemeinde erbracht und seit einigen Jahren vom Verein im Kinder- und Jugendtreff Gierskämpen geleistet.

Die Kinder- und Jugendarbeit in Gierskämpen versteht sich als familienbegleitend und ist bemüht, Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder zu unterstützen. Dazu gehören mittlerweile die Offene Ganztagsbetreuung der Kinder in der Birkenpfad-Grundschule und eine Ferienbetreuung der OGS-Kinder.

Zudem kümmert sich der Kinder- und Jugendtreff um Gewalt- und Suchtprävention oder beteiligt sich am „Kulturrucksack“. Bei allen Aktivitäten werden die Kinder von Anfang an mit in die Planungen eingebunden, um ihnen Verantwortung zu geben. Für diesen Verein stehen Frau Erika Hahnwald und Herr Pfarrer Johannes Böhnke.



3. Benedikt Jochheim, Bruchhausen

Er ist das Gesicht seines Dorfes, und ein „Ruhrtal-Sauerländer“, wie er im Buch steht.

30 Jahre Vorstandsarbeit im TuS 02 und derzeitiger Ehrenvorsitzender,
Organisator des Arbeitskreises Dorfgeschichte,
Mitbegründer des Vereins „Im Dorfe alt werden“,
Mitglied und Leiter der Mundharmonikagruppe,
Ortsheimatpfleger und Vereinsringvorsitzender,
Mitglied des Kreistag-Sportausschusses und
zehn Jahre ehrenamtliches Redaktionsmitglied des Generationenmagazins „Sicht“.

Kurz: Es gibt nur wenig, dem Benedikt Jochheim nicht seinen Stempel aufgedrückt hat.



4. Marianne Rehbein, Herdringen

Laut zu sagen, was sie macht und tut, ist nicht ihre Sache. Marianne Rehbein gehört zu den leisen Engeln in Herdringen.

Sie betreut Alte und Kranke. Sie kümmert sich um die Kinder im Turnverein Herdringen. Sie hilft Menschen im Seniorenheim „Klostereichen“ u.a. beim Essen. Sie betreut ältere Menschen, um sich im Lehrschwimmbecken fit zu halten.

Und, wie selbstverständlich, engagiert sie sich auf der sozialen Seite der Evangelischen Kirchengemeinde in Hüsten:

Allerhöchste Zeit, ihr einmal auf offener Bühne „Danke“ zu sagen.


5. Ehrenamtlicher Wasserbeschaffungsverband Arnsberg-Holzen
Vorsitzender: Martin Schleep

Wer, wenn nicht der Beschaffungsverband, könnte den Holzenern das Wasser reichen?

Weil die Menschen nicht nur vom Brot allein leben, sondern auch trinken müssen, versorgen sich die Bürger selbst und ehrenamtlich mit dem so notwendigen Wasser und das bis heute.

Seit 2005 setzen die Ehrenamtlichen ein ambitioniertes Sicherungs- und Sanierungskonzept um. 2009 wurde die neu gefasste Quelle feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Seitdem verfügt der Verband über zwei Wasserspeicheranlagen mit einem Fassungsvermögen von 700 Kubikmetern und 35 Kilometern Leitungen.

Ergebnis des Engagements von Bürgerinnen und Bürgern, die selbst für ihr sauberes Wasser anpacken.



6. Jugendfeuerwehr Arnsberg

Mit Feuereifer bei der Sache, im wahrsten Sinn des Wortes. Das sind die Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr der Stadt Arnsberg.

Seit 1977 ist sie ein fester Bestandteil der „großen“ Feuerwehr. Sie ist die Nachwuchsorganisation unserer Freiwilligen Feuerwehr im Stadtgebiet und fest in das Vereinsleben der Ortsteile eingebunden.

So beteiligt sich die Jugendfeuerwehr am „DIES Internationalis“, am Hüstener Herbst, am Familientag des FC Sonnenburg oder begleitet Martinszüge und sichert Osterfeuer.

Aber die Jugendorganisation blickt auch über den eigenen Tellerrand hinaus, etwa bei einer Kooperation mit dem Berufsbildungszentrum im Alten Feld, um die eigenen Mitstreiter bei der Berufswahl zu unterstützen.

Gepflegt wird auch die Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen wie dem Technischen Hilfswerk oder dem Roten Kreuz.

Das ist junges Engagement und Stadtjugendfeuerwehrwart ist Tobias Jakob.



7. Wilhelm Tillmann, Hüsten

Ein Hüstener aus echtem Schrot und Korn und somit ein „Mann der Tat“.

Wilhelm Tillmann gehört seit 30 Jahren dem geschäftsführenden Vorstand der Schützenbruderschaft an und hat den Umbau der Schützenhalle zum Begegnungszentrum Hüsten maßgeblich begleitet.

Auch im Heimatkreis Hüsten ist er seit vielen Jahren aktiv; dort gilt er als Mann, der die Ärmel hochkrempelt und als Unterstützer der wichtigen öffentlichen Dinge des Stadtteils Hüsten – mitten in Arnsberg.

Wilhelm Tillmann ist ein Bürger, der anpackt, wenn andere noch reden.



8. Shahin Kiumarssi, Neheim und Gabriele Röhrig, Arnsberg

„Besser Flucht als Leid“ lautet ein deutsches Sprichwort. Flüchtlingen und Asylbewerbern zu helfen, ihnen den Start in ihr neues und so sehr anderes Leben zu ermöglichen und sie zu beraten – das ist die Aufgabe, der sich Shahin Kiurmarssi und Gabriele Röhrig bereits seit vielen Jahren stellen.

Ihre ehrenamtliche Arbeit begann vor über 20 Jahren beim Diakonischen Werk und fand im Internationalen Arbeitskreis ihre Fortsetzung. Das Engagement der beiden diente immer der Potentialentfaltung von Migrantinnen und Migranten in die städtische und damit in unsere Gesellschaft.

Die aktuelle Situation von Menschen auf der Flucht zeigt, dass diese Arbeit nicht hoch genug geschätzt und anerkannt werden kann.



9. Josef Voß, Niedereimer

„Eine Säule der örtlichen Gemeinschaft“.

So muss man wohl Josef Voß bezeichnen, der sich um Niedereimer große Verdienste erworben hat.

Einige Daten:

Mitglied des Pfarrgemeinderates und
Mitglied des Kirchenvorstands,
aktiver Feuerwehrmann,
14 Jahre lang Vorsitzender des TuS Niedereimer,
seit 2003 Ehrenvorsitzender,

Josef Voß hat federführend an der Errichtung des Sportheims mitgearbeitet, indem er die gesamte Elektrik ehrenamtlich erstellte. Er wirkte an der Chronik „100 Jahre TuS Niedereimer“ mit. Und er war am Umbau der Schützenhalle aktiv dabei.



10. KJG Oeventrop

„Lagerkind – ein Leben lang“. Was sich liest wie eine Strafe Gottes, ist in Oeventrop eine anerkannte Auszeichnung.

Es geht um die jährlichen Ferienlager der Katholischen Jungen Gemeinde, kurz „KJG“, die sie seit fast 50 Jahren für Mädchen und Jungen organisiert.

Als ehrenamtliches „Personal“ waren immer Menschen aus Oeventrop dabei – als Lagerleitung, Kochfrauen oder Gruppenleiter. 1972 fuhren sage und schreibe 185 junge Menschen aus Oeventrop, im Ort auch „Knispel“ genannt, nach Mellau/Österreich.

Es war das bisher größte Lager, das – und das ist wohl einmalig in Westfalen-Lippe – eigentlich aus zwei räumlich voneinander getrennten Lagern besteht: Eins für Mädchen und einige Kilometer weiter eins für Jungen.

Was übrigens alle bis heute toll finden, Änderungsvorschläge eher unerwünscht. Das alles geht aber nur, wenn Menschen tatkräftig mitarbeiten, ehrenamtlich Verantwortung übernehmen für Kinder und Jugendliche.

Jakob Wrede und Marie Aßmuth stehen für die KJG Oeventrop.



11. Karl Keßler, Oeventrop

Von den Keßler-Brüdern ist er der „Rote“. Wahrscheinlich kommt er eines Tages in den Himmel, weil er sich als Segelflieger oft weit oben aufgehalten hat.

Seit 1976 gehört Karl Keßler dem Luftsportclub Oeventrop an, erwarb Lizenzen für Segelflug und Motorflug.
Dann: Ehrenamtlicher Flugleiter und Mitglied im erweiterten Vorstand, Fluglehrer und C-Trainer, ehrenamtlicher Prüfer für die Lizenzen Segelflug und Motorsegler, Ausbildungsleiter Bezirk Sauerland,
Seit 2002 Geschäftsführer des LSC Oeventrop und
von 2013 bis 1015 Rechnungsprüfer beim Deutschen Aeroclub NRW und Mitglied des Präsidialrates.

Doch auch kommunalpolitisch ist Karl Keßler auf der Höhe. Er gehört dem Seniorenbeirat der Stadt Arnsberg an und seit Juni 2015 dessen Vorsitzender.

Zudem arbeitet er in den Organisationsteams „Busbegleiter“, „Rollatortraining“ und „Mobilität im Alter“ mit und er ist ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht Dortmund.



12. Manfred Pollmeier, Uentrop

Er engagiert sich verdienstvoll für das soziale und kulturelle Leben im Dorf.

Seit 30 Jahren ist Manfred Pollmeier Vorsitzender des Trägervereins Kindergarten „Regenbogen“ in Uentrop.

Außerdem hat er sich bei der Einrichtung des Senioren-Projektes „Zebras“ und für die Seniorengruppen in Uentrop in besonderer Weise engagiert. Heute ein aktiver Älterer.



13. Karl Deimen, Voßwinkel

Stets entschlossen als überdurchschnittlich engagierter Protagonist in der Sache, aber auf Harmonie bedacht bei der Umsetzung.

So wird Karl Deimen beschrieben, ohne den in Voßwinkel vieles nicht möglich gewesen wäre und ist.

Viele Jahre lang hat die Gemeinschaft im Schützenverein geprägt, 18 davon als Vorsitzender.
1969 war Karl Deimen in den Schützenverein eingetreten, von 1997 bis 2015 war er Oberst.
In seine Amtszeit fielen die Renovierung der kleinen Halle, der Bau des Schützentreffs, die Einführung der Festschrift zu den Schützenfesten, die finanzielle Konsolidierung des Vereins und die Ausrichtung neuer Feste, zum Beispiel das Oktoberfest.

Und als Mensch­ ist Karl Deimen mit drei Attributen ausgestattet: Rhetorisch geschliffen, humorvoll und optimistisch.



14. Johanna Vollmer

„In der Not allein bewährt sich der Adel großer Seelen“, heißt es bei Friedrich Schiller.

Wohl wahr: Wer sich für Flüchtlingsfrauen engagiert – wie seit 23 Jahren Johanna Vollmer in der Beratungsstelle der Diakonie und im ökumenischen Flüchtlingskreis, etwa in Sprachkursen – der hat ein großes Herz und eine große Seele, der steht auf der Seite des Menschlichen und hat die biblische Offenbarung verstanden.



15. Anton Eickel, Paulina Junghölter und Nisa Demirci

Neben vielen anderen Schülerinnen und Schülern, die im Freundeskreis „Pestalozzischule“ mitarbeiten, sind dort

Anton Eickel (15 Jahre), Schüler des St.-Ursula-Gymnasiums,
Paulina Junghölter (18 Jahre), Schülerin der Fachoberstufe für Gestaltung in Bestwig und
Nisa Demirci (20 Jahre) Schülerin am Berufskolleg im Eichholz der Fachrichtung „Gesundheit und Soziales“

Besonders aktiv im Ankunftsort der Menschen, die direkt ohne großes Gepäck und nur mit ihrer Kleidung am Leib ankommen.

Ihre Aufgaben sind vielfältig:

Akquirieren, Sichten und Sortieren von Sachspenden,
Einrichtung und Bestückung der Kleiderkammer,
Hilfe bei der Ausstattung der Flüchtlinge,
Kinder- und Jugendbetreuung,
Beschäftigungsangebote für Erwachsene,
Unterstützung der hauptamtlichen Mitarbeiter der Betreuung neu ankommender Flüchtlinge."

(Soweit der Text von der Stadt Arnsberg/Bürgermeister)
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