Blumen Loewe in Oeventrrop Ein florales Kleinod

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    Sibylle, dat Blumenmädken und Steffi, de Kaffeetante, im Zaubergarten von Floristik Loewe. "Immer wieder ein Fest für de Augen", sagt mir eine Kundin, als sie mitbekommt, dass ich Sibylle die Frage stelle "Was ist Loewe?" Besser und prägnanter kann man es nicht ausdrücken. "Blumen und Floristik Loewe", in Oeventrop ist eben nicht nur ein Laden der "Allerhand Gedöns und Grünzeuchs für´n Kotten und´n Gatten", hat. Nää, da gibt´s noch mehr, noch viel mehr, wonnich.
Schon vor der Tür wird klar, dass hier ein besonderes Schmuckstück der Floristikbranche sein zu Hause hat. Ein alter, umgebauter Bauwagen ist eine Art Dependance zum Café Löwenzahn. Von "Kalfaktorolli",(nää, das ist kein Schimpfwort, dass ist eine alte Bezeichnung für einen, der alles kann und das was er nicht kann, lernt er autodidaktisch, der Olli eben, wonnich), dem Alleskönner, liebevoll restauriert und dann in bunten Farben lackiert. In ihm können kleine Gruppen frühstücken oder auch mal "zünftig einen druff machen, woll". Tanz up de Deel sollte es nicht gerade sein, aber Spass können die Gäste vom kleinen Café Löwenzahn hier haben.
Weiter geht´s in Richtung Eingang. Hier warten prächtige saisonale Blumengestrecke darauf, zuerst bewundert und dann gekauft zu werden, weil die Bewunderung den Kaufwillen auslöst.
Direkt vor dem alten Treibhaus sind weitere Sitzplätze für das Café eingerichtet worden, die schon andeuten, was für ein Kleinod im Inneren auf den Besucher wartet. Mir strömt der Duft von frisch aufgebrühtem Kaffee und noch warmen "Brötkes" in die Nase, als ich die Tür öffne. Gleich rechts ist es. Das Café Löwenzahn von Steffi. Sie versteht es wirklich, ihre Gäste auf´s Beste, mit einem opulenten Frühstück, lecker Schnittkes, hausgemachten Torten und italienischem Eis zu verwöhnen. Das rustikale Ambiente des kleinen, urigen Cafés gliedert sich hervorragend in das Gesamtkonzept des Ladens ein.
Wie sagt man heute Shabby? Aufgrund dieser laut ausgesprochenen Feststellung ernte ich den bitterbösen Blick einer älteren, resoluten Dame, die ganz verzückt an einem der kleinen Tisch im Café sitzt und genießerisch an ihrem Bohnenkaffee nippt. "Also sach ma Kerleken, dat ist alles, abba sicher nich schäbbich hier...." Ich hab das Gefühl, dass ich sie nur mit Mühe davon abhalten kann, die Aussage dadurch zu bekräftigen, dass sie mir ihre Gehhilfe auf den Dätz dengelt. Mir gelingt es, das Wort "shabby" laienhaft zu erklären, bevor sie "tätig" wird und nun nickt sie mir wohlwollend zu. "Stimmt, guck dir ma den ollen Kohleofen dahinten im Laden an, den ham´se von mir. Schön, woll? Hätte mein Hennes gewusst, dat die mir dafür noch 200 Mark zahlen, hätt´er den selbst verkauft. Glaubse dat mein Jung?" Ich nicke ihr zu während mein Blick den alten Kohleofen mit viel Gusseisen und weißer Emaille entdeckt. Auch der ist natürlich dekoriert. Auf ihm sitzen emsige Wichtel aus Holz, zwischen üppigen kaminrotem Blumenschmuck, Kerzen, Gläsern. Daneben prächtige Gebinde aus langen Maisstauden.

Was die Familie und die Mitarbeiter aus einem Blumenladen gemacht haben, ist wirklich beeindruckend. Selbst ich als Kerl, der regelmäßig "Blümkes" für seine Frau kauft, wenn er spürt, dat dat ma wieder ne ganz dringende Notwendigkeit is, lasse meine Augen anerkennend über die üppige, mit viel Liebe zum Detail gestaltete Dekoration schweifen. Ein alter Küchentisch wird kurzerhand zur Präsentationsplattform der Herbstdekoration. Zwei Strohballen, Stumpenkerzen in den Farben welken Laubes und als Farbtupfer kräftig, in rot blühende Herbstgewächse. Dazu kleine Birkenscheite mit der typisch weißen Rinde und schon weiß de Mama, was den Hausflur in diesem Jahr zu einem echten Hingucker macht.

Regale aus Holzresten an denen sich das Efeu langsam aber stetig in die Höhe rankt sind befüllt mit Wein, Honig aus der hauseigenen Imkerei, selbst gemachten Marmeladen, Kerzen in allen Größen, Farben und Formen, mit Sprüchen bedruckte Holzbilder, Grußkarten die man eben nicht überall bekommt. Dann wieder alte, unrestaurierte Küchentische mit Kaffeegeschirr, besonderen Gläsern und Vasen und immer wieder tolle Blumensträuße und Gestecke. Auch finde ich Accessoires für die Frau, wie Schals, Blusen und Taschen. Man könnte jetzt die Frage aufwerfen, was das in einem Blumenladen zu suchen hat. Das erübrigt sich aber wenn man im Laden steht ... ganz einfach, weil es passt!
Wenn ich jetzt sage, dass mich das alles an einen gut sortierten Tante Emma Laden erinnert, den es früher auf jedem Dorf gegeben hat, dann mein ich das anerkennend und keinesfalls abwertend Das Sortiment ist eben ein anderes. Man versucht hier verschiedene Konzepte zu präsentieren, die auf den ersten "Guck" gar nicht zueinander passen, doch die Mannschaft von Loewe zeigt dem Kunden, dass alles zueinander passt, wenn man es nur richtig, mit Liebe und dem Sinn für´s Schöne arrangiert. Bei Loewen bekommt man nicht nur alles, sondern eben noch viel mehr. Wieder hilft mir eine Kundin, die meinen, nach Worten suchenden Blick, richtig deutet. "Das ist, wie die die Zeitschriften "Schöner Wohnen" und "Mein schöner Garten" zum anfassen, wonnich."

Es ist die rustikal, romantische Dekoration, das harmonische, abwechslungsreiche Farbenspiel, die warmen Erdtöne, kombiniert mit den kräftigen, frischen Farben der Blumen, die das alles so schön machen. Aber letztendlich sind es die Mitarbeiter, die durch Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, das alles noch viel schöner machen. Chapeau ans "Löwenrudel" ihr habt´s wirklich drauf.

P.S. Und wer sucht der kann ihn dann auch finden, den Heimatkrimi "Sauerland, Schützkenfest, Pilsken und was Totes" und wer es nicht findet der fragt dat Sibylle, die weiß nicht nur wo er zu finden ist, die kann euch auch sagen, ob´s lohnt dat Büchsken mitzunehmen. Die hat´s nämmich schon gelesen.
Wer´s nicht so mit Krimis hat, der fragt einfach dem Büchsken "Opas Leben" vom Loewen Fritz. Auf Bitten seiner Enkelin Belle hat er mit über 90, eine Familienchronik verfasst, die auch fast ein Jahrhundert Oeventroper Geschichte enthält. Ein echtes Stück Heimatgeschichte.
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