„I fought for freedom“

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Er kämpfte für die Freiheit und saß dafür im Gefängnis - jetzt ist Siamak N. in Arnsberg

Vor fünf Jahren kam Siamak Nejadnourifar schon einmal nach Deutschland, um beim XXV. Black International Cinema Festival in Berlin seinen Preis in der Kategorie „Special Acknowledgment“ entgegen zu nehmen. Heute ist er wieder in Deutschland - diesmal als Flüchtling!

„I fought for freedom - every day!“, Siamak Nejadnourifar ist kaum zu bremsen, als er über seinen „Kampf“ für die Freiheit spricht.

Doch aufgrund eines Briefes, den Siamak N. schrieb, landete er schnurstracks im iranischen Gefängnis - den ersten Tag dort wird er wohl nie vergessen. Für uns kaum vorstellbar wurde er mit brutaler Härte in seine Zelle geschupst und zog sich dabei eine Kopfverletzung zu. Statt diese jedoch direkt zu behandeln, ließ man ihn bis in die späten Abendstunden dort liegen. Heute erinnert eine Narbe an seinem Kopf an diese schreckliche Zeit!

Solide durch und durch

Siamak N. war sechs Jahre an der Universität für Kunst in Teheran und ist bereits seit 10 Jahren Filmemacher für Dokumentar- und Fiction-Kurzfilme. Die Auszeichnung beim XXV. Black International Cinema Festival erhielt er für seinen 10-minütigen Kurzfilm „LAHZEHAYE NATAMAM... (The endless moments ...)“ aus dem Jahr 2009“. Und jetzt? Heute sitzt der 33-Jährige neben mir auf einer Bank und erzählt mir einen Teil seiner Geschichte!

Derzeit erinnert nichts an seinen Job

Die Frage, wie Siamak N. vor rund zwei Monaten nach Deutschland gekommen ist, spare ich mir - denn wir wissen alle, wie die „Reise“ der Menschen aussieht. Registriert als sogenannter Flüchtling in einem fremden Land erinnert derzeit nichts mehr an seine Kurzfilme, geschweige denn an einen im Jahre 2010 gewonnenen Filmpreis. Es wird ja offiziell nicht einmal nach seinem Beruf gefragt!

Es gibt nur einen Wunsch: Freiheit

Ist er auf ´s Geld aus? Nicht wirklich! Er selbst bezeichnet sich als einen bescheidenen Mann, der nicht viel braucht - nur eins: Freiheit!

Aber ist er jetzt frei? Inmitten von vielen weiteren Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind - ohne genau zu wissen, was als Nächstes passiert beziehungsweise wohin es sie verschlägt?

Das System ist schlecht durchdacht

Und was sagt er im Allgemeinen zur derzeitigen Flüchtlingssituation?
Er hält das System für nicht gut durchdacht - es werde zu wenig informiert. Zudem würden zu viele verschiedene Menschen und Kulturen aufeinander prallen. Da bleibe es nicht aus, dass auch mal Reibungen zwischen Bewohnern in Notunterkünften entstünden.

Siamak N. macht sich jedoch viel mehr Sorgen um die Kinder und denkt jeden Abend darüber nach, wie sie die Situation wohl wahrnehmen. Kinder, die selbst aus Kriegsgebieten kommen. Kinder, die gesehen haben, was wir uns nicht einmal vorzustellen wagen. Kinder, die eine gefährliche „Reise“ hinter sich haben, um jetzt ggf. in einer Notunterkunft „zwischen“ Reibungen verschiedener Kulturen zu stehen.

Fazit - Menschen wie du und ich

Die Menschen in den Notunterkünften, zentralen Unterbringungseinrichtungen und Asylheimen sind „wie du und ich“ und wünschen sich eigentlich nur eins: Endlich frei sein! Wie lange Siamak N. noch in der Notunterkunft „Pestalozzischule“ wohnen wird und wohin ihn sein Weg dann führt, ist fraglich ...
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2 Kommentare
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Marita Gerwin aus Arnsberg | 08.10.2015 | 22:36  
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Dr. Mathias Knoll aus Arnsberg | 09.10.2015 | 13:30  
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