Nur ihre Po - Ritze...

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Manuelas Phantasie beschränkte sich darauf jung zu sein. Und ihre Kleidung schien nur einen Zweck zu kennen - die Figur zu betonen. Unter ihrer Bluse zeichneten sich die dunklen Brustwarzen ab und die abgebrochenen Fingernägel kaschierten wulstige Kunstnägel. Und wenn sie dann Beifall heischend um sich blickte, biss sie sich sanft wie ein einfältiges Kind auf ihre Lippen. Dabei mischte sich unter ihr dünnes Stimmchen ein gutturaler Ton, der nicht zu ihrem süßlichen Parfüm passen wollte.
Da aber Manuela nie mit ihrem Aussehen zufrieden war, so sehr sie sich auch inszenierte, sog sie ständig an ihren Wangen, weil sie glaubte, dann ein schmaleres Gesicht zu haben. Denn das passte besser zu ihrem langen, blonden Haar.
Vermutlich hatte Manuela in der Schule nicht gelernt, dass es Adjektive gibt, die man nicht mehr steigern kann. Und so wurde für sie alles zum Superlativ.
„Süper“, sagte sie dann, als spreche sie französisch.
Dabei verstrahlte sie ihre Freundlichkeit wie eine Heizsonne und selbst das Metall ihrer Teilprothese leuchtete, wenn sie den Mund aufmachte. Natürlich war sie braun gebrannt. Nein, nicht wie Leder, aber doch wie ein abgemagertes Brathühnchen, das man im Grill vergessen hatte. Nur ihre Poritze war blass von ihrem String.
Als ich also das Bahnhofslokal betrat, saß Manuela an der Theke. Sie knobelte mit einigen Männern, die um sie herum standen. Manuela rauchte in kurzen, hastigen Zügen und gähnte ohne sich die Hand vor den Mund zu halten.
Als sie mich aber sah, war sie für einen Augenblick irritiert. Dabei hob ich nur vage meine Hand ohne sie weiter zu beachten. Manuela aber warf mir nur einen kurzen, verschwörerischen Blick zu, als wollte sie sagen:
„Ich kann mich doch auf Dich verlassen!?“
- und schon übersah sie mich.
“Süße, du bist dran,” balzte einer der Männer, während Manuela von einem anderen Mann umarmt wurde.
Manuela aber schüttelte nur gelangweilt den Würfelbecher wie einen Cocktail-shaker, während die Zigarette in ihrem Mundwinkel wippte. Dann knallte sie den Lederbecher auf den Tresen und lächelte abgebrüht, wenn sie ihre Punkte zusammenzählte.
Als ihr Handy klingelte, hörte ich wie sie:
“Hallöchen” sagte und dabei ihren lackierten Kunstnagel in den Mund steckte, als ließe sich so ihre Zunge beruhigen. Dabei lächelte sie, als spreche sie mit der ganzen Welt. Als sie dann aber das Handy zuklappte und von ihrem Barhocker rutschte, konnte man für einen Augenblick glauben sie ginge der Welt verloren.
„Bis dann,“ sagte sie und nickte den Männern zu.
Manuela verließ mit ihrem tänzelnden Schritt das Lokal. Sie hatte einen Hintern, nach dem sich Päderasten und Schwule sehnen. Denn sie war eine Frau, die einen begehrten Mann spielte, der als Frau ging. Oder vielleicht war es auch umgekehrt. Denn nach einer Operation hatte Manuela, als sie noch Manuel hieß, ihre oder dann doch besser seine Hoden verloren. Hinter vorgehaltener Hand wurde ein ärztlicher Kunstfehler vermutet. Aber in Wirklichkeit hatte er, Manuel, einen Tumor.
Als sich dann aber der Mann am Ende der Theke vom Tresen löste, um Manuela nachzugehen, dachte ich nur noch:
Na dann, viel Vergnügen…!
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