Spezialflugzeug sucht nach Energieverschwendung

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Wo stecken die Energieverluste in den Dächern? Ein Flieger soll die Frage mit einer Wärmebildkamera klären. Foto: Albrecht
 
Frank Eickel (RWE, Dr. Johannes Spruth (VZ), Sebastian Witte (Klimaschutzmanager), Dr. Silke Katharina Berger (RWE-Projektleiterin) und Bürgermeister Hans-Josef Vogel beim Termin. Foto: Albrecht
Arnsberg: Arnsberg |

Die Aussichten sind gut - die der Projektpartner - Stadt Arnsberg, RWE und VZ-Energieberatung - sowieso und die für das Wetter auch. Denn damit am Montag und Dienstag ein Spezialflieger über Arnsberg kreisen kann, müssen die Vorraussetzungen stimmen.

Wenig Wind, kein Regen und vor allem - kein Schnee auf den Dächern, das ist es was sich Dr. Silke Katharina Berger von der RWE für Anfang kommender Woche wünscht. Mit dem in Westfalen einmaligen Projekt der „Thermografiebefliegung“ will man etwas für den Klimaschutz tun.
„Wir wollen die Kommunen bei der Verbesserung ihrer Energiebilanz unterstützen“, erklärte Dr. Berger. Deshalb finanziert die RWE mit einem sechsstelligen Betrag die Überfliegung des gesamten Arnsberger Stadtgebietes auf der Suche nach Wärmeverlusten an Gebäuden.

Wärmebildkamera

Hält das Wetter was die Aussichten versprechen, dann wir das Flugzeug - ausgerüstet mit einer speziellen Wärmebildkamera - bis Mittwoch in zwei Nächten und mit insgesamt 57 Flugschleifen alle Wohn- und Industriegebiete der Stadt erfassen. Dass Bürger davon etwas mitbekommen ist bei einer Flughöhe von 1.400 Metern eher unwahrscheinlich.

Mit dem Bildmaterial sollen in sechs Monaten Temperatur-Landkarten der Stadt erstellt werden, die Aufschluss über die Energieverluste durch die Dächer in der Stadt geben. Alle Daten sollen bis September vom TÜV Rheinland ausgewertet sein und dann der Stadt, aber auch den Gebäudebesitzern zur Verfügung stehen. „Der beste Beitrag zum Klimaschutz ist, Energie erst gar nicht zu verbrauchen“, so Frank Eickel von der RWE in Arnsberg.

Bürgermeister

Bürgermeister Hans-Josef Vogel setzt auf das Projekt mit dem man Kosten entdecken wolle, die nicht sein müssen. „Wir wollen die Bürger mit der Aktion aber auch anregen, über das Thema Energiesparen nachzudenken“, so Vogel. Mit den Bildern der Thermografieaktion, die ab Herbst den Gebäudebesitzern kostenlos zur Verfügung gestellt werden hoffe man seitens der Stadt auf einen „Kick“ zu intensiven Beratungen in Sachen Einsparmöglichkeiten.

Bis zu 150 Bürger aus der Stadt können die Aktion in den ersten beiden Nächten der nächsten Woche begleiten und parallel zu der Überfliegung eigene Messungen auf den Dachböden ihrer Häuser durchführen. Teilnahmebögen für die Aktion sowie Thermometer (wenn nicht vorhanden) gibt es dazu in den Arnsberger Stadtbüros.

Thermografiebefliegung

Die Thermografiebefliegung soll mit drei Maßnahmen aus dem städtischen Klimaschutzkonzept - Haus-zu-Haus-Beratung, nachbarschaftlicher Quartierssanierung, Altbausanierung und Denkmalschutz - begeleitet werden, beschrieb der städtische Klimaschutzmanager Sebastian Witte. Partner der Aktion seien die Energieberatung der Verbraucherzentrale und das heimische Handwerk. „Das ist eine einmalige Chance“, so Energieberater Dr. Johannes Spruth, der Schwachpunkt Dach werde sichtbar. Ausführliche Beratung sei im Anschluss möglich und nötig. Natürlich spiele der Datenschutz bei der Aktion eine große Rolle. Gebäudebesitzer, die Bedenken haben, können der Datenspeicherung jederzeit widersprechen. In allen Bereichen wolle man den Datenschutz beachten.
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