Projekt: "Wildnis in der Stadt" - Arnsberg beteilgt

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Mitglieder verschiedener Umweltverbände sowie andere Initiativen aus der Stadt Arnsberg unternahmen einen Rundgang an der Ruhr. Fotos: Albrecht
  Neheim: Neheim |

Arnsberg. Jede Stadt hat ihr Stück „Wildnis“. Das ist die Grundlage des neuen Projektes „Wildnis in der Stadt“, an dem sich jetzt auch die Stadt Arnsberg mit „ihrer“ Wildnis beteiligten will. Es sind nicht die Luchse, die in der Neheimer Fußgängerzone ausgewildert werden sollen, aber es ist die Renaturierung der Ruhr, die auf mehr Akzeptanz bei der Bevölkerung stoßen soll.

„Wir müssen den Begriff Wildnis groß denken“, forderte Bürgermeister Hans-Josef Vogel zum Auftakt des Treffens an der Ruhr im Neheimer Binnerfeld. Ziel des Projektes sei es, die Wildnis in der Stadt Arnsberg im Kleinen zu schützen. Im Binnerfeld habe man durch die Ruhr-Renaturierung auf fast drei Kilometern eine neue Natur geschaffen.

Auf drei Kilometern neue Natur geschaffen


Genau hier will das Projekt „Wildnis in der Stadt“ greifen, an dem sich neben der Stadt Arnsberg auch Berlin, Leipzig und Gelsenkirchen beteiligten. Jede Stadt hat im Rahmen des Projektes ihr eigenes Stück „urbane“ (städtische) Wildnis, das es zu schützen, aber auch zu nutzen gilt.

Ulrich Stöcker von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) erklärte den Vertetern verschiedener Initiativen aus der Stadt Arnsberg sowie den Mitgliedern verschiedener Umweltorganisationen Absicht und Idee. Das Projekt „Wildnis in der Stadt“ wird dabei von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in den vier beteiligten Städten gefördert.

Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert


„Es geht vor allem um Zielkonflikte“, beschrieb Stöcker, die die Akzeptanz von Umweltschutzmaßnahmen in den Städten als Grundlage hätten. Arnsberg sei hier im Bereich des Naturschutzes und der Renaturierung vorbildlich und schon bei den ersten Projekten aufgefallen, Stöcker.

Baden oder Picknicken an der Ruhr im Sommer? Es ist nicht erlaubt, soll aber durch die Arbeit der Projektgruppe in der Stadt Arnsberg aber auch nicht rigoros verboten werden. „Wir haben es hier einfach mit widersprüchlichen Interessen zu tun“, sagte Bürgermeister Vogel. Und eben diese wolle man durch die Arbeit am und im Projekt besser unter einen Hut bringen. „Absperren und Einzäunen ist sicherlich nicht der richtige Weg“, räumte Vogel ein. Deshalb hoffe man nun auf die Beteiligung möglichst vieler Bürger aus der ganzen Stadt.

Beteiligung aus der ganzen Stadt


Dem Projekt der DBU liegt eine globale Entwicklung zugrunde: Überall auf der Welt nehmen die Städte immer größeren Raum ein, die Natur wird dadurch mehr und mehr zurückgedrängt. Noch heute freien Landstrichen droht in Zukunft eine stärkere Nutzung oder Besiedelung. Die vorhandenen Lebensräume für Tiere und Pflanzen werden einfach immer kleiner.

„Ansätze, diesem Problem zu begegnen, gibt es auf der ganzen Welt“, erklärte Ulrich Stöcker den Anwesenden des ersten Treffens. Dabei, so Stöcker, seien so genannte „Wild-Citys“ bei den Menschen immer beliebter. Ziel des bundesweiten Projektes sei aber die Natur dabei nicht zu zersiedeln.

Natur nicht zersiedeln


Das Projekt „Wildnis in der Stadt“ will vor allem die Jugend in den beteiligten Städten motivieren, sich Gedanken zum Naturschutz in der eigenen Stadt zu machen. Ingesamt wolle man bei allen Bürgern die Akzeptanz für verschiedene Naturschutzprojekte in der Stadt Arnsberg schaffen, so Stöcker.

Zum Auftakt des ersten Treffens am Donnerstag beschreib der Leiter des Umweltamtes der Stadt Arnsberg, Dr. Gotthard Scheja, dass die Renaturierungsmaßnahmen an der Ruhr eng an den Hochwasserschutz für die Stadt gekoppelt seien. Seit dem Start der Maßnahmen 2010 seien dazu rund 50.000 Kubikmeter Erdmaterial umgelagert worden. Schon jetzt, so Scheja, habe die Maßnahme positive Effekte auf die Wasserbiologie gehabt, der Tierbestand im und am Wasser habe sich danach deutlich verbessert.

Zur Bundesstiftung Umwelt (DBU)
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Torsten Richter-Arnoldi aus Hattingen | 28.03.2015 | 16:17  
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