Winterspaziergang am Rosenmontag

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Was macht man, wenn man am Rosenmontag frei hat, sich aber nicht ins närrische Treiben stürzen und schon gar nicht vor dem Fernseher hängen will?
Eine Möglichkeit: Zeitig aufstehen und den Tag für einen ausgiebigen Spaziergang entlang der Ruhr durch das Arnsberger Stadtgebiet nutzen. Angefangen in Obereimer, vorbei an der Weide mit den Hochlandrindern im Alten Feld, weiter am Wehr Richtung Schützenbrücke, dann um die Rundturnhalle, wieder eine Brücke überquerend, anschließend unter der Kloster- und Marienbrücke hindurch Richtung Ruhrauenbrücke („Tütenbrücke“), diese ebenfalls passierend und schließlich an der Schlossbergbrücke am Bahnhof kehrt machend, um denselben Weg entspannt zurück zu gehen.
Was sich beinahe wie eine Arnsberger „Brücken-Tour“ liest – und zu einem gewissen Teil auch so anfühlt –, hatte für mich einen anderen Schwerpunkt. Die Beobachtung der Tier-, insbesondere der Vogelwelt, die sich selbst im Winter reichhaltig präsentiert. Demgemäß bestand die Ausbeute, abgesehen von den allgegenwärtigen Rabenvögeln, aus folgenden im und am Fluss lebenden gefiederten Gästen: Gänsesäger, Stockenten sowieso, Reiherenten, Blässhühner, Kormorane, Graureiher, Kanadagänse, Nilgänse… diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Auch der ein oder andere Singvogel ließ sich blicken: Amseln, Meisen und ein Rotkehlchen.
Mein persönliches Highlight war allerdings ein Silberreiher. Im Gegensatz zu den bei uns häufigen Graureihern sieht man den – meinem Eindruck nach recht scheuen – schneeweißen Vogel mit dem gelben Schnabel hier eher selten. Umso mehr hat es mich gefreut, ihn fotomäßig „überlisten“ zu können.
Nur, um einem Rosenmontag vielleicht naheliegenden Gedanken gleich zu begegnen: Ein Silberreiher ist selbstverständlich kein verkleideter Graureiher!!!
Allerdings soll er ein Glücksbringer sein. Das erzählte mir wenig später ein ebenfalls naturbegeisterter Arnsberger Bürger. Zurzeit, so sagte er des Weiteren, gäbe es im Arnsberger Stadtgebiet zwei Silberreiher. Wenn dem so ist, kann man demnächst sogar auf Nachwuchs hoffen.
Zwei Fotoporträts meiner Rosenmontagswanderung möchte ich diesem Bericht beifügen: Zum einen – natürlich – den Silberreiher, zum anderen auch einen Graureiher. Denn so tief kann man einem Graureiher nicht jeden Tag ins Auge blicken.
Fazit: Der Winterspaziergang am Rosenmontag hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt. Außer viel frischer Luft bei abwechslungsreichem Wetter (mal heftiger Schneefall, mal Graupelschauern, mal Sonnenschein) ist mir noch einmal deutlich geworden, dass Arnsberg neben guter Gastronomie, einem breiten kulturellen Angebot und städtebaulichen Sehenswürdigkeiten über eine faszinierende Natur mit entsprechender Tierpopulation verfügt. Auch dies ist ein Pfund, mit dem sich wuchern lässt.
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