Härtefallantrag für Yousaf Mohammad

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Meschede: Kreistag HSK | ........
An die Härtefallkommission
beim Ministerium für Inneres und Kommunales NRW
Haroldstr. 5
40213 Düsseldorf

Sehr geehrte Damen und Herren,

Herr Yousaf Mohammad, 41 Jahre, geboren in Pakistan, derzeit wohnhaft in der Flüchtlingsunterkunft in Brilon-Wald (Hochsauerlandkreis), ist im Jahr 2011 als pakistanischer Flüchtling nach Deutschland gekommen. Sein Antrag auf Asyl wurde durch Bescheid des BAMF vom 29.08.2011 abgelehnt. Es wurden keine Rechtsmittel ein-gelegt. Nachdem der Bescheid rechtskräftig geworden war, wurde er aufgefordert, Deutschland zu verlassen. Dieser Aufforderung ist er bis heute nicht nachgekommen.

Erst jetzt, nach etwa vier Jahren der Duldung, steht seine Abschiebung unmittelbar bevor. Diese Abschiebung nach so langer Aufenthaltsdauer empfinden wir als nicht akzeptable menschliche Härte. Herr Yousaf Mohammad hat sich in den nunmehr vier Jahren in Deutschland immer vorbildlich und hilfsbereit gezeigt. Er war und ist eine sehr wichtige Kontaktperson in den Flüchtlingsheimen der Stadt Brilon und hat den neu ankommenden Flüchtlingen und den Integrationspaten als Dolmetscher zur Verfügung gestanden. So hat er noch vor kurzem einem neu angekommenen pakistanischen zuckerkranken Flüchtling wahrscheinlich das Leben gerettet, indem er zusammen mit einer Integrationspatin schnell handelte und mit dafür sorgte, dass der in bedrohlichen Zustand befindliche Flüchtling ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Er hat trotz seiner geringen Schulbildung gut Deutsch gelernt. Durch die Unterstützung der Integrationspaten und seine eigene gute Integration konnte nun sogar ein Arbeitsplatz in einem Briloner Unternehmen gefunden werden, den er am 01.07.2015 antreten soll. Ausgerechnet wenige Tage, nachdem er diese Zusage erhielt, soll er Deutschland zwangsweise wieder verlassen.

Herr Yousaf Mohammad steht in Pakistan vor dem Nichts. Sein kleines Geschäft musste er wegen Schutzgelderpressung der örtlichen Mafia aufgeben. Außer einem Bruder, der in den Emiraten arbeitet, hat er keine familiären Kontakte mehr.

Wir empfinden es als eine unmenschliche Härte, Herrn Yousaf Mohammad nach vier Jahren in Deutschland ausgerechnet jetzt in eine ungewisse Zukunft abzuschieben, wo er gerade einen Arbeitsplatz hätte antreten können und bitten die Härtefallkommission, die Abschiebung zu stoppen. Dabei sollte auch bedacht werden, welche Auswirkungen und Frustration es für die Arbeit der ehrenamtlichen Integrationspaten in Brilon hätte, wenn jetzt eine für sie so wichtige Kontaktperson auf diese Weise "entfernt" würde.

Mit freundlichem Gruß

Dietmar Schwalm
Fraktionsvorsitzender
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Gabriele Redlinger aus Arnsberg | 22.06.2015 | 08:22  
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