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Dr. Mathias Knoll
Guten Abend, meine Damen und Herren.
Ja, ich bleibe noch einen Augenblick hier am Bühnenaufgang stehen, um mich an das Scheinwerferlicht zu gewöhnen. Oder vielleicht besser noch an Sie, die da unten im Zuschauerraum sitzen wie in einem Meer von Dunkelheit.
Ich jedenfalls hatte schon als Kind Angst vor der Dunkelheit. Diese Schwärze war für mich nicht nur anonym, sondern auch von bedrohlicher Aggressivität. Das konnte ich...
Frau Eva S. war in ihrer Begeisterung nicht wählerisch. Dabei hatte sie immer den Wunsch den perfekten Mann kennen zulernen.
Dann verdrehte sie ihr Köpfchen und lächelte, als sei sie der Sonnenschein persönlich. In diesen Augenblicken war sie sogar bereit über das Wetter zu sprechen. Und wenn sie dann kicherte, konnte man meinen, sie bestehe aus tausend Überraschungen.
Dabei war Eva eine Frau, die nicht wirklich...
Wie viele Bäume mussten „sterben“ bis die Politiker das wurden, was sie sind? Denn es vergeht kein Jahr, in dem sich nicht frisch gewaschene Politikergesichter auf riesigen Plakatwänden ( = Papiervergeudung ) zur Wahl präsentieren.
Wenn aber diese Politiker dazu auch nur noch an sich denken, werden sie zu einer noch größeren Umweltbelastung. Und das umso mehr, wenn sie ihre Worthülsen wiederkäuen wie die Kühe auf der...
Es gibt Zitate, die passen immer, auch wenn sie unpassend sind. Und schon werden wir zu kleinen Philosophen, die sich mit Worten aufblasen, um den Sinn mit dem Unsinn zu versöhnen.
Wer wollte da widersprechen, dass auch "Zarathustra" eine philosophische Lebenshaltung hatte? Aber hätte ihn nicht der Nietzsche erwähnt, wer würde heute noch Herrn Zarathustra kennen?
Nur, Hand aufs Herz, wer hat „den Nietzsche“ schon gelesen?...
Der „Sokrates“, so wie wir ihn kennen, war ein eloquenter Mann. Aber trotzdem oder vielleicht gerade deswegen hinterließ er keinen schriftlichen Nachlaß. Denn „Sokrates“ glaubte, dass Menschen, die schreiben, sich von ihrem eigenen „Ich“ entfernten. Und statt der „Wahrheit“, die nur im Innern des Menschen zu finden sei, würde durch das „Schreiben“ die gefährliche Illusion etwas zu wissen geweckt.
Ungefähr so oder so muß...
…vielleicht sollte man nicht kirchlich heiraten mit dem Versprechen:
“Bis der Tod Euch scheidet…!“
Da soll es Partner geben, die diese Forderung zu wörtlich nehmen
...schon die Athenerin „Lysistrata“ beendete den „Peloponnesischen Krieg“, indem sie die Frauen solange zum Liebesboykott aufrief bis ihre Männer Frieden geschlossen hatten.
Wenn sich auch Frau Bush daran gehalten hätte, wer weiß, vielleicht hätte sie den Friedensnobelpreis bekommen?!
Aber so war auf die „Achse der Bösen“ kein Verlass mehr.
Dumm gelaufen, kann ich da nur sagen.
Wissen Sie, als Schauspieler muss ich immer die Balance halten zwischen der „Figur“, die ich darstelle, und die es so natürlich nicht gibt. Aber gleichzeitig muß diese „Figur“in ihrer authentischen Darstellung glaubhaft sein.
Erst wenn sich dieser Widerspruch auflöst und die Balance hergestellt ist, wird diese „Figur“ als Protagonist einer Geschichte akzeptabel sein.
Aber die Suche nach dem richtigen Gleichgewicht, das am...
…Menschen, die ständig vom Wetter reden, sind sowohl im Winter als auch im Sommer nachhaltig beschäftigen.
Nur der Wetterfrosch bekommt im Frühling Stress mit den Störchen.
Zur Jahrhundertwende (19/20-igste Jhd) war es nicht nur für den deutschen Soldaten selbstverständlich, dass er sein Leben für „Volk“ und „Vaterland“ opferte, um letztlich von der Kirche als „Held“ beerdigt zu werden.
Menschen, die mit einem derartigen Pflichtgefühl ausstaffiert waren, machten in der Regel kaum disziplinarische Schwierigkeiten. Denn diese Menschen stellten das, was sie zu fühlen glaubten, nicht in Frage....
Die Philosophen versuchen schon seit Jahrhunderten den Menschen die Angst vor dem Tod zu nehmen. Gelungen ist ihnen das nicht. Denn wer will schon bei Zeiten sein Leben verlieren?
Und die Natur sieht den Freitod nicht vor.
Zugegeben, dieser Tod wird zwar in der Oper akzeptiert, aber nicht vom Nachbarn. Wer sich aber nicht mit seinem Leben abfinden will, muss noch immer mit der Zwangseinweisung rechnen, als ob der Wunsch...
Ich bin ein Opfer der Gesellschaft, beklagte sich Herr A.
Kaum war ich mit meiner Ausbildung fertig, musste ich zur Bundeswehr. In der gleichen Zeit hatte meine Zwillingsschwester schon einen gutbezahlten Job. Dabei war sie zwischendurch noch schwanger. Also, die ganze Zeit hat sie nicht gearbeitet. Aber ich musste immer arbeiten. Ich konnte mich nicht bei einer Schwangerschaft ausruhen. Und krank wurde sie, meine...
„Was sehen sie da?
Nichts?
Alles?
Ich spiele nie die gleiche Rolle. Deswegen kennt mich auch keiner. Allerdings gab es auch eine Zeit, da versuchte ich ein perfekter Schauspieler zu sein. Ich war bereit mich für meine Bühnenfiguren aufzugeben. Und ich scheute mich auch nicht davor ein perfekter Unmensch zu sein. Denn wie ein Blutrichter unterschrieb ich auf der Bühne Todesurteile. Oder ich spielte gleich selber den...
Die Gesellschaft beginnt mit Mann und Frau, wenn man nicht bei „Adam“ und „Eva“ anfangen will.
Und die beiden hatten ja nun wirklich einen gestörten Sohn.
Da es aber zu jener Zeit keine Gesprächstherapie gab oder eine Psychiatrie, nahm das Verhängnis seinen Lauf.
Und den Rest haben Sie und ich auszulöffeln, wenn wir nicht umgehend in den Himmel fahren wollen.
Ich fühle mich wie ein schreibender Flaneur, der seine Spaziergänge schweigend geniesst. Wenn es Ihnen hilft bezeichnen Sie mich als Einzelgänger. Aber trotzdem bilde ich mir ein verständlich mit den Worten umzugehen. Denn mein Bleistift ist ein verlässliches Handwerkszeug.
Dabei musste ich nie schreiben, um Geld zu verdienen. Deswegen brauchte ich auch keinen Erfolg. Das war immerhin bei aller Enttäuschung ein Trost. Aber...