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Dr. Mathias Knoll

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DER SPIELVERDERBER 3

Dr. Mathias Knoll
Dr. Mathias Knoll | Arnsberg | am 28.04.2013

Die schweigende Mehrheit der Menschen sehnt sich nach dem geschlossenen Weltbild. Und selbst wenn „Kirche und Staat“ nicht getrennt blieben, diese Menschen würde es nicht einmal stören, so ist zu vermuten. Oder bemerken sie am Ende nicht einmal den Unterschied? Deswegen liebe ich Spielverderber. Und gelegentlich beneide ich sie um ihren Mut. Denn der Spielverderber ist ein unbequemer Mensch, der zu seinem Alltag Distanz...

RE-SOZIALISIERUNG 1

Dr. Mathias Knoll
Dr. Mathias Knoll | Arnsberg | am 27.04.2013

Wen interessiert schon, was einer schreibt? Und wo nimmt man überhaupt noch das Geschriebene ernst? Denn es ist nicht mehr wichtig, was geschrieben wird. Wichtig ist nur, ob das Geschriebene in den Rahmen eines „Marktes“ passt. Und dieser Markt fordert „coole“ Sätze, die so ansprechend sind wie eine witzige Werbung, die am besten auch noch gut schmeckt. Aber in dem Augenblick, in dem die „Sprache“ bedroht wird, entweder...

SCHOPENHAUER 2

Dr. Mathias Knoll
Dr. Mathias Knoll | Arnsberg | am 26.04.2013

Eine satirische Überspitzung kann auch zum Trost beitragen. Oder die Ahnung, dass auch andere Menschen zumindest „zwei Seelen“ in ihrer Brust haben. Denn was wäre das „Gute“ ohne das „Böse“. Oder: Schopenhauer nannte seinen Hund "Mensch". Auch ich habe nichts gegen Tiere. Nur bissige Hunde sind gefährlich, da sie das Grundgesetz nicht kennen. Also aus dieser Sicht ist der Mensch auch nur ein Säugetier.

Sommer, Herbst und Winter

Dr. Mathias Knoll
Dr. Mathias Knoll | Arnsberg | am 25.04.2013

Ein Mensch, der schreibt, lebt vermutlich im Bewusstsein durch „sein Schreiben“ die eigene Position für sein Leben finden zu können, um so sein Leben zu verbessern. Dabei hat er immer die Frage im Hinterkopf: Wer bin ich? Und wer könnte ich sein? Aber diese Frage nach der Identität drückt exemplarisch nur das aus, was sich vermutlich jeder Leser fragt. Und so hofft der Mensch, der schreibt, dass sein „Ich“ wie ein...

„CARLOS“ der Heiratsschwindler

Dr. Mathias Knoll
Dr. Mathias Knoll | Arnsberg | am 24.04.2013

„Carlos“ hatte graue Schläfen und gewelltes Haar. Er war immer elegant gekleidet. Und in seinem Kleiderschrank hing ein Sortiment von Schlipsen, die zu jedem Jackett passten. Um es kurz zu machen: „Carlos“ sah immer seriös aus. Und wer mit ihm einen Vertrag abschloss, musste es nicht bereuen. Nur, er hieß nicht „Carlos“, sondern Karl. Aber immerhin, weit gereist war er schon… Wer ihn aber über die Jahre hinweg kannte,...

Lebt der noch?

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Dr. Mathias Knoll | Arnsberg | am 23.04.2013

„Ich kann als ein Mensch, der schreibt, so ziemlich alle Positionen in der Welt einnehmen, die mir gefallen, “ sagte Yves, der sich selber als „Hommes de lettres“ sah. „Um mich dann aber entsprechend zu verändern, brauche ich keinen Knigge. Denn es kommt nur darauf an, in welche Sprache ich das umsetzte, was ich denke. Wenn ich dann aber meine Texte korrigiere, werde ich zu einem nörgelnden Besserwisser, der gewissermaßen...

BAUMHAUS

Dr. Mathias Knoll
Dr. Mathias Knoll | Arnsberg | am 21.04.2013

Wer ein Teil seines Lebens auf dem Papier verbringt, freut sich über jeden Baum, der zu einem Wald gehört. Denn somit ist die Papier-Zukunft des Autors gesichert. Und doch fragt er sich: Wie viel Papier werde ich noch verschreiben? Ist es nur ein Bäumchen? Oder vielleicht doch noch ein kleiner Wald mit einer großen Lichtung? Und schon klettert er, der Autor, in den Stammbaum seiner Figuren und genießt von dort Oben die...

Monolog eines alten Schauspielers

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Dr. Mathias Knoll | Arnsberg | am 20.04.2013

Ich war immer ein Schauspieler, der Angst hatte den Einsatz zu verpassen. Und oft tastete ich mich geradezu an die Sätze heran, als müsste ich jedes Wort, das ich sagen wollte, überprüfen, um gleichzeitig meine Gedanken immer wieder zu korrigieren. So wie ich mit den Worten umging erinnerte ich vermutlich an eine Frau, die sich immer wieder verzweifelt fragt: Was soll ich anziehen? - um dann aufs Neue ihren Kleiderschrank...

„…Helden der totalen Vernichtung…“ ( kleiner Exkurs I. Weltkrieg )

Dr. Mathias Knoll
Dr. Mathias Knoll | Arnsberg | am 19.04.2013

Um die Jahrhundertwende (19/20-igste Jahrhundert) plagte für Jahrzehnte zwei Nationen, „Frankreich“ und das „deutsche Reich“, ein unerbittlicher Konkurrenzkampf. Solange aber weder die eine noch die andere Nation den Sprung über die Landesgrenzen wagen wollte, war davon auszugehen, dass der jeweilige Nachbar zur potentiellen Bedrohung heranwuchs. Denn wie, mag sich die politische Klasse gefragt haben, wollte man sich...

Übrigens…

Dr. Mathias Knoll
Dr. Mathias Knoll | Arnsberg | am 18.04.2013

…wer den Wunsch hat seine Umwelt wie ein Maler mit Worten abzubilden, wird kaum das Mittel der Selbstzensur wählen, um sich anschließend zu beschweren, dass die „Welt“ eigentlich ganz anders ist. In diesem Sinne halte ich es mit „Flaubert“: „Ich ist ein anderer“. Da wird jeder Blick in den Spiegel spannend. Und frei nach „Gantenbein“ nicke ich mir zu und denke: Ich stelle mir vor…

Übrigens…

Dr. Mathias Knoll
Dr. Mathias Knoll | Arnsberg | am 17.04.2013

… auf dem Grabstein stand: Ruhe in Frieden! Wo denn sonst? fragte ich mich und ging weiter, während der Kies unter meinen Schuhen knirschte

Giftige Phiolen

Dr. Mathias Knoll
Dr. Mathias Knoll | Arnsberg | am 16.04.2013

Wenn ich in meinem „Wortlabor“ experimentiere, brodelt es in mir, als hätte ich aus giftigen Phiolen getrunken. Und plötzlich umwabern mich Dämpfe, als ginge ich auf Wolken.Und während ich diesen Zustand genieße, erwarte ich mit Neugierde das Traumbild meiner Verwandlung, das ich in mir trage wie ein zweites oder drittes Gesicht. Die Neugierde ist ein eigentümlicher Trieb. Und in der Banalität, die unser Leben täglich...

„Rauchen verboten!“

Dr. Mathias Knoll
Dr. Mathias Knoll | Arnsberg | am 15.04.2013

Pit war ein vierschrötiger Mann mit schmalen Lippen und einem energischen Kinn. Seine bullige Statur mit dem kurzen Stiernacken und diesem Haarschnitt, der noch immer an den Stoppelschnitt seiner Kindheit erinnerte, signalisierte ein robustes Durchsetzungsvermögen. Hinter vorgehaltener Hand und dem x-ten Bier titulierte er seine so genannten Freunde, die immer nur Geschäftsfreunde waren, als „Ratten“. Aber „Besserwisser“...

HEXENMILCH ( u.a. ein kleiner Exkurs I. Weltkrieg )

Dr. Mathias Knoll
Dr. Mathias Knoll | Arnsberg | am 14.04.2013

Industrielle Revolutionen werden oft von sozialen Umwälzungen begleitet. Und jetzt, sozusagen über Nacht, zerbricht plötzlich das Koordinationssystem, das bisher dem einzelnen Bürger als Orientierung diente: Plötzlich ist das, was gestern noch galt, heute hoffnungslos überholt. Das kann verwirren. Je unsicherer sich aber für jeden einzelnen der Alltag darstellt, desto eher wird er den Wunsch verspüren dieses plötzlich...

BEKENNTNISSE ZUM FRÜHSTÜCKSEI

Dr. Mathias Knoll
Dr. Mathias Knoll | Arnsberg | am 13.04.2013

Eura kam aus dem Bad und trocknete ihr Haar. Sie schlug das Handtuch um den Kopf und wischte die Wassertropfen aus ihrer Stirn. Mit dem Fuß angelte sie nach ihrem Slipper. „Ich habe beschlossen nicht länger unglücklich zu sein,“ sagte Eura beiläufig, als lese sie ihm aus der Zeitung vor. „Das sind Bekenntnisse zum Frühstücksei, “ lächelte Orf gleichgültig, während er die Kaffeemaschine bediente. „Im ersten Tageslicht fällt...