Feuerwehr befreit Hüstener Kinderprinzenpaar aus Tresor-Zelle der ehemaligen Volksbank

"Wir sind die Kinderprinzen der Hü-Ka-Ge - holt uns hier ´raus!", sagten Erik, der Fröhliche und Sarah, die Warmherzige. Fotos: Albrecht
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  • "Wir sind die Kinderprinzen der Hü-Ka-Ge - holt uns hier ´raus!", sagten Erik, der Fröhliche und Sarah, die Warmherzige. Fotos: Albrecht
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Es hatte eigentlich ein ganz normaler Pressetermin bei der Hüstener Karnevals-Gesellschaft werden sollen. Die hatte am Samstag in die Räume der ehemaligen Volksbank Arnsberg-Sundern, später Blumen Werning und noch später Matratzen Concord eingeladen.

Das derzeit zur Vermietung stehende Ladenlokal an der Heinrich-Lübke-Straße ist seit rund drei Wochen von innen geschmückt: Standarten und Pokale der Hüstener Karnevals-Gesellschaft (Hü-Ka-Ge), große Aufsteller, die auf die Prunksitzung der Gesellschaft am 7. Februar hinweisen.

Frisch gebackenes Prinzenpaar

Man hatte eingeladen, auch um das neue Maskottchen der Hü-Ka-Ge zu zeigen - das Hüstener Kälbchen, in Vereinsfarben. In vollem Ornat war natürlich auch das frisch gebackende Kinderprinzenpaar dabei - Erik, der Fröhliche und Sarah, die Warmherzige stellten sich in allen gewünschten Positionen auf und ließen sich bereitwillig von allen fotografieren.

Ein paar Sätze mussten nach Abschluss der Fotosession noch gewechselt werden, längst war es dem jungen Prinzenpaar zu langweilig geworden. Nur hier ´rumstehen, das geht doch gar nicht. Und welch´ herrliche Spielmöglichkeiten doch so ein leer stehendes Geschäftslokal bietet... und das junge Prinzenpaar ward nicht mehr gesehen.

Klacken aus dem Hinterzimmer

Plötzlich ein Klacken aus dem Hinterzimmer, und es dauerte nicht lange, bis einer der großen Hü-Ka-Ge-ler kopfschüttelnd in die Gesprächsrunde tritt. „Die haben sich eingeschlossen, im Tresorraum“, kann Opa Wilfried Ternes es noch gar nicht glauben. Und wirklich, kein Scherz: Die Gittertür hinter der gepanzerten Tresortür ist fest und zu und lässt sich auch mit noch so starkem Ruckeln und Drücken nicht öffnen.

Dann holt man eben einen Schlüssel, war die einhellige Meinung. Doch, wer hat den noch... Telefonate mit Bekannten und Kennern des Gebäudes und schließlich doch die ernüchternde Nachricht: „Einen Schlüssel dafür gibt es nicht mehr!“
Während bei den Erwachsenen der Gesellschaft hektische Betriebsamkeit ob der eingesperrten Kinder herrscht, hat sich das Kinderprinzenpaar erstmal in die dunklen Ecken des Raums zurück gezogen. Die zunächst verängstige Stimmung („Wir kommen nie mehr hier raus...“), kippt aber schnell. Erik, der Fröhliche macht seinem Namen alle Ehre und sieht´s dann mit Gelassenheit.

Erik, der Fröhliche macht seinem Namen alle Ehre

Gar nicht so, tun es die Großen. Während ein Teil noch immer die Köpfe schüttelt, telefoniert man schon mit Bekannten von der Feuerwehr Hüsten. Oder vielleicht doch ein Schlüsseldienst? Schließlich läuft die Meldung bei der Feuerwehr in Neheim auf: Nein, die Kinder sind nicht in Panik, es geht ihnen gut, erklärt man.

Mehr als ein dreiviertel Stunde ist für das Kinderprinzenpaar in der Zelle schon vergangen, da taucht die Polizei mit zwei Kollegen am Ort des Geschehens auf. Weil die Feuerwehr nicht so einfach irgendwelche Türen aufmacht, wenn keine Polizei dabei ist... Wenn sie überhaupt aufbekommt?!

Cola und Brötchen für die Eingesperrten

Für die wartende Hü-Ka-Ge-Mannschaft wurde inzwischen Kaffee besorgt, die Prinzen mit Cola und Brötchen vom Bäcker nebenan bei Laune gehalten. Aber: Noch immer keine Feuerwehr! Eine erneute Nachfrage der Polizeileitstelle fordert nochmal Hilfe an, die dann auch kommt.

Drei Wehrleute nehmen die Gittertür in Augenschein und zücken dann aus einem Kasten einen ganzen Schlüsselbund. Es klackt wieder, aber diesmal haben die Helfer der Feuerwehr die Tür wieder geöffnet. Mit einem dicken Dankeschön werden alle verabschiedet. Nicht, ohne im ungewöhnlichen Einsatzbericht der Feuerwehr auch noch die genauen Namen des befreiten Prinzenpaares aufzunehmen - man kann ja nie wissen...

Was die Gesellschaft sonst noch so alles treibt...

Autor:

Frank Albrecht aus Arnsberg

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