Verein bringt sizilianisches Leben nach Arnsberg

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Vorsitzender Fabrizio Calcagno und Georg Brüggen vom Förderverein pflegen die deutsch-italienische Freundschaft.Foto: Albrecht
Neheim: Neheim |

Seit Jahrzehnten stehen die Beziehungen der Deutschen zu Italien und den dort lebenden Menschen in einem besonderen Umfeld. Der Urlaub in Italien, vornehmlich am Gardasee, gehörte jahrelang zum Statussymbol hart arbeitender Deutscher. Dass diese Liebe zum Süden auch anders herum funktioniert, zeigt ein noch kleiner Verein in Arnsberg.

„Wussten Sie, dass es zur Stadt Arnsberg bereits schon lange eine innige Beziehung gibt“, fragt Fabrizio Calcagno, Vorsitzender des Fördervereins Caltagirone-Arnsberg. Erstaunt blicke ich ihn an, um dann zu erfahren...
„Im Jahre 1961 kam der erste Gastarbeiter in der Stadt Arnsberg, na, aus Caltagirone“, lacht Calcagno. Guiseppe Furnari, so der Name des Arbeiters, zog es von seiner italienischen Heimat nach Hüsten. Er selbst, so höre ich weiter, sei leider verstorben, aber die Ehefrau lebe immer noch in unserer Stadt.
Das Beispiel von Guiseppe Furnari ist nur eines unter vielen. Rund ein Drittel der Italiener aus Arnsberg (von gesamt 700), kann der Vereinsvorsitzende berichten, haben Wurzeln in die Partnerstadt Caltagirone.

Partnerschaft zwischen Deutschen und Italienern

Fabrizio Calcagno ist erst 26 Jahre alt, hat aber ein festes Ziel vor Augen. Wenn es um die Partnerschaft zwischen Deutschen und Italienern geht, ist er Feuer und Flamme. Er selber ist in Neheim geboren und hier groß geworden. Zu den „Calatini“, wie die Menschen von der Insel genannt werden, zählt er sich aber gerne, gehört er doch schon zur dritten Generation.

„Wir wollen einfach eine lebendige Städtepartnerschaft“, sagt Fabrizio, in der es gemeinsames Leben gibt. Genau das, sei das wichtigste Ziel des Fördervereins Caltagirone - Arnsberg, der seit 2009 existiert. Dabei will man vom Förderverein keine Verbindungen auslassen. Jugendarbeit ist dem Verein ganz wichtig, und man treibe die Projekte mit Schüleraustausch voran. Auch wirtschaftlich gebe es enge Verbindungen. Arnsberg ist die Stadt der Leuchten, Caltagirone, die der Keramik.

39.000 Einwohner und 100 Kirchen

„Diese Arbeiten sind einfach faszinierend“, schwärmt mir dann Georg Brüggemann vom Förderverein Caltagirone vor. Die Stadt mit rund 39.000 Einwohnern verfüge über 100 Kirchen und sei - natürlich - Bischofssitz. Das Kernstück der Keramikkunst finde man in einer Kirche, in der eine Krippe von 80 Quadratmetern stehe. Ein Traum, den sich Brüggemann auch in Neheim vorstellen kann. „Mit Pfarrer Jung haben wir vereinbart, die bereits in der Johanneskirche stehende Krippe zu vergrößern“, so Brüggemann. Und so will man auf jeder der regelmäßigen Bürgertouren in die Partnerstadt jedes mal ein neues Teil für die Krippe in Neheim mitbringen.

Ideen gibt es für den Verein mit derzeit über 100 Mitgliedern noch viele, erzählen mir die Beiden dann. Licht (aus Arnsberg) und Keramik (aus Caltagirone) könne man zu beleuchteten Köpfen zusammenbringen. Auch soziale Projekte wie ein Koch-Event im Haus Marienfrieden sind angedacht. Und beim Pfingstschwimmfest des SV Neptun, so Fabrizio, soll 2014 auch ein Schwimmverein aus Caltagirone starten. Toll, denke ich. Ja, dann wären da noch die Pfadfinder beider Städte, die man in Form eines Austausches zusammenbringen will. Ein sehr realistisches Projekt, die Kontakte sind geknüpft.

Mitglied werden ist gar nicht schwer

Wer dabei sein will, muss nur eins tun - Mitglied werden. Das kostet 25 Euro im Jahr und bringt offensichtlich viel Spaß, nicht nur auf den Bürgertouren. Als nächstes wird im Oktober im Haus Marienfrieden gekocht, und am 7. Dezember feiert man in Weihnachen, Halleluja...

Partnerschaft mit Caltagirone?
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