Jugend hat genügend Lourdes-Wasser im Gepäck

Die große Reisegruppe aus dem Erzbistum beim obligatorischen Gruppenfoto vor der Basilika (Foto: Malteser / Viron)
 
Michael Bella aus Delbrück stellte bei der Passion an Palmsonntag den Jesus dar. (Foto: Malteser / Viron)
Malteser sind zurück von der großen Familienwallfahrt

Sie sind zurück, voller Eindrücke, Erlebnisse und mit einem Gemeinschaftsgefühl, das sie als Gruppe getragen hat. Die Berichte der 700 Pilger, die jetzt mit der 32. Familienwallfahrt im Erzbistum Paderborn in Lourdes waren, sprechen eine deutliche Sprache: Es war gut, diese auch anstrengende Fahrt gemacht zu haben, da waren sich alle Mitfahrer einig. Großer Dank gebührte dabei den Maltesern. Sie wurden für ihre perfekte und umfangreiche Organisation gelobt. Allein 50 Ehrenamtliche hatten sich sieben Tage lang um das Wohl der Pilger gekümmert, gleichviel waren im Krankendienst für die pflegebedürftigen Pilger zuständig. Ein großer Aufwand, der sich aber wieder ausgezahlt hat. Die glücklichen Gesichter der Pilger, die pünktlich zum Osterfest zurück in ihren Heimatorten sind, zeugen davon.

Im Kölner Dom gab es als letzte Station auf der Rückfahrt aus Lourdes die Nagelprobe: Wer denn mehr als einen Liter des berühmten Lourdes Wasser mit dabei habe, wurden die Jugendlichen da gefragt. Dass mehr als die Hälfte der Gruppe aus 130 jungen Menschen sich offen dazu bekannte, zeigte die tiefe religiöse Dimension der Fahrt. Zwar wird dem Wasser aus der Quelle, die entstanden sein soll als die Mutergottes vor über 150 Jahren dem Bauernmädchen Bernadette in Lourdes erschienen war, heilende Wirkung zugeschrieben. Ein Umstand, den Jugendliche aber nur durch eigene Überzeugung akzeptieren können. Dass sie sich dies dann also zu eigen gemacht haben, zeigte den vielen anderen Teilnehmern auch, wie intensiv das gemeinsame Glaubenserlebnis war. Die Tage über brachte das einige auch an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Programm von morgens bis abends waren einige der Jungen und Mädchen in dieser Form gar nicht gewohnt.

Die Gottesdienste bei der Lourdes Pilgerfahrt der Malteser standen im Mittelpunkt der jeweiligen Tage. Kreuzwege am Samstag, Prozession am Palmsonntag, Ausflüge in die Umgebung am Montag, zwar hatte jeder Tag seine eigenen Akzente. Zusammengebunden wurde das jedoch durch die gemeinsamen geistlichen Erlebnisse. Weihbischof Manfred Grothe, der die Gruppe in diesem Jahr begleitete, war ständig präsent und für die Pilger ansprechbar. Bei den meisten Veranstaltungen dabei waren immer auch die Kranken. Einige waren mit der normalen Pilgergruppe unterwegs, die Pflegebedürftigen erfuhren in der Krankenherberge eine ganz intensive Betreuung durch den Malteser-Lourdes Krankendienst. In dieser Form da zu sein für den Nächsten, das war wiederum auch für viele Jugendliche Ansporn sich über die Arbeit der Malteser zu informieren. Helfen steckte an in Lourdes.

Durch ihre große Eigeninitiative fielen die 700 Pilger der Paderborner Gruppe immer wieder auf in dem südfranzösischen Wallfahrtsort. So organisierte sie kurzerhand eine eigene Lichterprozession, die so im offiziellen Programm von Lourdes nicht vorgesehen war. Das gefiel einer größeren Reisegruppe aus dem Kreis Heinsberg so gut, dass sie für das nächste Jahr wieder fest eingeplant hat, genau mit der Familienwallfahrt der Malteser zusammen in Lourdes anzukommen. Auch erlebten die Paderborner ihren Landrat auf eine ganz andere Weise. Als Privatmann und langjähriger Lourdes-Pilger war Manfred Müller in diesem Jahr wieder mit den Maltesern unterwegs. Seine persönlichen Gedanken zum Kreuzweg, den er vorbereite hatte, wurde so oft nachgefragt, dass die Texte auch in den nächsten Wochen sicher noch hin- und hergemailt werden.

Flugstreik und entgleister Güterzug, das waren die Überraschungen, die die Pilger auf ihrer Rückreise in der Karwoche erlebten. Vor Paderborn waren acht Waggons aus den Schienen gesprungen. Extra für den Sonderzug aus Lourdes machten die Bahn-Mitarbeiter aber ein Gleis frei, sodass gesunde und Kranke in ruhe aussteigen konnten. Dass ansonsten bis auf einen Krankheitsausfall alle wieder heil nach Hause gekommen waren zeigte, dass die vielen gebet unterwegs wohl doch nicht unerhört geblieben waren.
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