Bedburg-Hau: „Tag des offenen Denkmals“

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Josef Jörissen erklärt den mäandernden Rhein anhand einer Karte von Chr. Sgrothen
Der „Tag des offenen Denkmals“ stand in diesem Jahr unter dem Motto: „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale“. Nach Auffassung der Organisatoren, Geschichtsverein und Gemeinde Bedburg-Hau, traf dieses Thema auf die Burgen Till und Ossenbroek in Till-Moyland, auf das Euthanasiedenkmal in der LVR Klinik und die Landwehr im Moyländer Wald zu.
Begrüßt wurden die 45 Exkursionsteilnehmer von Norbert Pies (Geschichtsverein) und Walter Hoffmann (Gemeinde). Vom Treffpunkt Info-Center Moyland wurden die Teilnehmer mit einem Bus zu den Denkmalen gefahren.

Von den Burgen Till und Ossenbroeck sind oberirdisch nur noch Gräben und Aufschüttungen zu sehen. Beide Burgen sind als Bodendenkmal eingetragen. Der Bedburg-Hauer Chronist Josef Jörissen ( Chronik der Gemeinde BEDBURG HAU ) konnte jedoch sehr wissenswertes zu den Burganlagen erzählen. Einen sehr guten Eindruck von der Mächtigkeit der Anlagen vermittelten die rumgereichten Lagezeichnungen und Bilder der Landschaftsmaler Cornelis Pronk und Jan de Beyer.

Aus der Provinzial- Heil- und Pflegeanstalt Bedburg-Hau sind tausende Patienten in Tötungsanstalten verlegt worden. Norbert Pies erinnerte an die ermordeten Patienten des Dritten Reiches. Herr Pies erinnerte auch an das Schicksal von Anna Lehnkering
Das Denkmal zur Erinnerung an die ermordeten Patienten des Dritten Reiches wurde eingeweiht im September 1989, dem 50. Jahrestag des Ausbruches des Zweiten Weltkrieges. Dieses Denkmal steht in der LVR-Klinik Bedburg-Hau.

Zu den Landwehren in Bedburg-Hau konnte Frau Barbara Purschke-Heinz viel Wissenswertes vermitteln. Im Moyländer Wald wurden die Wälle und Gräben der dort gut erhaltenen, denkmalgeschützten Landwehr aus dem frühen 15. Jahrhundert bestaunt werden.
Landwehren in der Gemeinde Bedburg-Hau

Zum Abschuss kehrten die Teilnehmer in die denkmalgeschützte Gaststätte Alte Post, eine ehemalige Pferde-Poststation, ein. Eine gelungene Veranstaltung, Geschichte zum Anfassen.

Seit 2003 gibt es an jedem zweiten Sonntag im September den Tag des offenen Denkmals als bundesweite Aktion. Ihr Ziel ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken. Historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, öffnen ihre Türen und laden Millionen von Architektur- und Geschichtsliebhabern zu Streifzügen in die Vergangenheit ein. 2011 nahmen ca. 2.600 Kommunen mit weit mehr als 7.500 Denkmälern teil. Deutschlandweit sind rund 4,5 Millionen Besucher gezählt worden. 2011 beteiligte sich erstmals auch die Gemeinde Bedburg- Hau mit einem Angebot zur „Geschichte zum Anfassen“.
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2 Kommentare
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Günter van Meegen aus Bedburg-Hau | 08.09.2013 | 20:27  
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Paul Scharrenbroich aus Monheim am Rhein | 09.09.2013 | 05:31  
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