Die drei Ehemänner der hl. Anna. Nicolaikirche zu Kalkar.

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In Kalkar wird erzählt…
Ein Küster habe sich einst ein gutes Zubrot verdient durch Besucher der Kirche die vielen Altäre und Kunstgegenstände zu erklären. Für ihn erhielt das Psalmwort "ein einziger Tag in den Vorhöfen deines Heiligtums ist besser als tausend andere" eine ganz besondere Bedeutung. Vor Begeisterung pflegte er die wirklich schön geschnitzte Maria Magdalena als schönste Frau Kalkars zu bezeichnen bis seine Ehefrau dahinterkam und es ihm besser dünkte die geschnitzte Schönheit als zweitschönste Frau zu bezeichnen und den Tadel den er von seiner Frau einstecken musste als kurzweilige Unterhaltung bei der Erklärung einzufädeln, sehr zum Gefallen seiner Zuhörer.
Sein Sohn begleitete ihn oft und lerngierig wie er war verstand schon vieles für sein Alter. Eines Tages meldete sich eine größere Priestergruppe zum Besuch an. Leider befiel den Küster eine schwere Krankheit, aber sein Sohn beruhigte seinen Vater, er könne doch seine Aufgabe übernehmen. Der Küster sah wohl ein, dass es die einzige Möglichkeit war.
Der junge Kirchenführer wartete zu gegebener Zeit seiner Hörerschaft artig auf, und erzählte bei der schönen Maria Magdalena die ganze Geschichte seines Vaters und schmückte sie noch aus. Die Munterkeit des Jungen erfreute die Gäste. So kamen sie zum Altar mit der Heiligen Sippschaft, einer großartigen und reichhaltig geschnitzten Gruppe mit der Gottesmutter, ihrer Mutter Anna, dem Jesuskind, dem Heiligen Josef und mit den drei Ehemännern der hl. Anna, die traditionell alle drei beieinander stehend abgebildet wurden, obwohl die hl. Anna sie nacheinander geheiratet hatte, zwei davon als Witwe.
Der Junge stellte sich vor dem Altarstück, das von vielen Kerzen beleuchtet wurde, auf und zeigte mit einer breiten Armbewegung auf das gut erhaltene Szenenbild, das auch in den tiefsten Ecken gut sichtbar war. Die drei Männer dort in der Ecke, so erklärte er, seien die drei Ehemänner der hl. Anna. Er wollte auch diese Szene ausschmücken. Drei Ehemänner habe die hl. Anna gehabt, verfolgte er, einen für Montag und Dienstag, einen für Mittwoch und Donnerstag und einen für Freitag und Samstag. Für den Sonntag bräuchte sie keinen Mann, dann ginge sie zur Kirche!
In einem Brief an den Bischof von Münster sollen die Priester sich daraufhin beschwert haben.
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2 Kommentare
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Karl-Heinz Hohmann aus Unna | 22.02.2015 | 09:01  
14.312
Willi Heuvens aus Kalkar | 22.02.2015 | 10:35  
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