Gedenken an die Pogromnacht in Kleve

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Sonja Northing, Bürgermeisterin von Kleve
Auch in diesem Jahr gedachten viele Menschen auf dem Platz der ehemaligen Synagoge in Kleve der Pogromnacht in 1938. Gerhard van Ackeren begrüßte die vielen Gäste, und gab den beiden einleitenden Sprechern das Wort: als erste sprach Sonja Northing. Sie übernahm als neu gewählte Bürgermeisterin von ihrem Vorgänger, Theo Brauer, die Aufgabe Worte der Trauer und Verantwortung für die Vergangenheit zu sprechen. Danach sprach der Vertreter des Bürgermeisters von Nimwegen, Ben van Hees, über die Verfolgung im dritten Reich, nannte auch die Verfolgung der Sinti und Roma und den Homosexuellen. Er vergaß jedoch die Verfolgten der christlichen Kirchen und auch die der Kommunisten, die wichtige Aufgaben im Widerstand erfüllten und für ihre Tapferkeit oft mit dem Leben bezahlten.
Maria Diedenhofen und Frits Gies trugen passende Gedichte und Texte vor. Jem van den Burg der jüdischen Gemeinde in Nimwegen sprach danach das Totengebet, das Kaddish. Die folgende holländische Sprecherin, Eva Weyl, hat in den vergangenen Jahren viel Erfahrung gesammelt wie sie ihre Lebensgeschichte, die eng mit Kleve verbunden ist, deutschen Menschen erzählen kann, so dass sie keine Mühe hatte ihre Hörer zu fesseln. Eva Weyl zitierte den ehemaligen Oberrabbiner des englischen Commonwealth Lord Sacks, der oft über das Problem des Bösen nachgedacht hat. Dem Bösen widerstehen ist als Aufgabe schon gleich am Anfang dem Kain aufgetragen worden. Beim erwähnen von Lord Sacks wurde mir bewusst, dass neben dem Massenmord an den Juden auch eine Hochkultur aus dem Herzen Europas verschwunden ist, eine Kultur die wenn sie sich hier weiter hätte entwickeln können Lord Sacks ebenbürtige, weise Lehrer der Menschheit fortgebracht hätte.
Großes Lob möchte ich den Schülern der Realschule Hoffmannallee aussprechen, die unter der Leitung von Anne Ramforth-Lamers ein Gruppenbild einer jüdischen Schulklasse um 1938 vorgestellt haben. Die Szenen aus dem Leben der damaligen jungen Juden haben mich sehr beeindruckt.
Musikalische Beiträge durch den Christus-König-Chor aus Kleve, unter der Leitung von Johannes Feldmann und durch die Musikgruppe Iwushka aus Nimwegen bereicherten die Gedenkveranstaltung.
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