Museum Schloss Moyland zeigt Werke aus dem Land der aufgehenden Sonne

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Emil Orlik, Mädchen unter dem Weidenbaum, 1901, Privatsammlung Hamburg (Foto: Foto: Maria Thrun, Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg)
Bedburg-Hau: Museum Schloss Moyland |

Bedburg-Hau. Aus dem Land der aufgehenden Sonne - Emil Orlik und Japan im Museum Schloss Myoland: Die Ausstellung ist vom 23. August bis zum 22. September zu sehen.

Das Japan-Fieber erfasste seit den 1860er Jahren den europäischen Kontinent und revolutionierte die westliche Kunst. Von künstlerischer Neugierde getrieben, reiste der in Prag geborene Maler, Zeichner und Grafiker Emil Orlik (1870–1932) von 1900 bis 1901 als einer der ersten europäischen Künstler selbst nach Japan. Mit sei-nen Holzschnitten und den Erfahrungen seiner Japanreise leistete Orlik um 1900 einen grundlegenden Beitrag zur Wiederbelebung des Originalholz-schnitts im deutschsprachigen Raum.

Vor Ort studierte Emil Orlik die Technik des japanischen Farbholzschnitts, aber auch alte japanische Kunst und Kultur. Er suchte die Werkstätten be-deutender Maler, Holzschneider und Drucker auf und unternahm ausgedehn-te Reisen durch das Land. Seine Eindrücke und Beobachtungen hielt er in zahlreichen Studien, Skizzenbüchern, Pastellen und Aquarellen fest.

Orliks „japanische“ Holzschnitte

Das Gesehene und Erlernte übertrug Orlik auf seine eigenen Arbeiten. Die in Japan und nach seiner Rückkehr entstandenen Werke zeugen von meister-hafter technischer Ausführung. Die exotische Motivik, kräftige Konturierung, Schattenlosigkeit sowie die für europäische Sehgewohnheiten fremde Farb-gebung und Komposition gehen auf japanische Anstöße zurück. Eine euro-päische Auffassung hingegen zeigt sich etwa bei Orliks Mädchen- und Frau-endarstellungen mit ihren oft porträthaften Gesichtern und den stärker an der Wirklichkeit orientierten Körperproportionen.

Ausstellung

In der 190 Werke umfassenden Ausstellung präsentiert das Museum Schloss Moyland nahezu vollständig alle Druckgrafiken von Orlik zum Thema Japan, mehr als 70 Holzschnitte, Lithografien und Radierungen, zudem Aquarelle, Zeichnungen, Skizzenbuchblätter und ein Ölbild. Erstmals werden Orliks Entwürfe für die Gestaltung von Büchern zu japanischen Themen gezeigt.

Eine Gegenüberstellung mit ukiyo-e-Holzschnitten namhafter Künstler wie Hokusai, Hiroshige, Harunobu oder Kunisada verdeutlicht, welche Impulse Orlik von der japanischen Kunst empfing. Die Bildsprache der japanischen Holzschnitte erfreute sich seit den 1860er Jahren in Europa größter Wertschätzung. Die Blätter thematisieren das Reisen und berühmte Orte in Japan, zeigen schöne Frauen sowie Szenen aus Alltagsleben, Theater und Literatur. Orlik besaß selbst eine große Japansammlung, in der Werke von zahlreichen in der Ausstellung gezeigten Künstlern vertreten waren.

Die Werke von Emil Orlik stammen überwiegend aus einer Hamburger Pri-vatsammlung sowie aus amerikanischem Privatbesitz. Die japanischen Farb-holzschnitte kommen größtenteils aus einer Krefelder Privatsammlung. Ein japanisches Kabinett wi
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Jan Kellendonk aus Bedburg-Hau | 23.08.2015 | 06:48  
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