Nochmals Plasmolen, Leo Niehorsters Farbradierung des Baches

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Leo Niehorster, Farbradierung
Der Künstler dieser Farbradierung hatte es nicht weit um von seiner Wohnung zu seinen Lieblingsstellen zu gelangen. Damals, in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, wohnte er in Plasmolen in einer Mühle am Molenweg, keine 500 Meter entfernt von dem Bach der hier abgebildet ist. Das Wasser war ein geduldiges Modell das zu allen Jahreszeiten Maler, Zeichner und Photographen inspirierte. Werke der dort wohnenden Künstler wurden vor Ort angeboten, und Tagestouristen kauften sich ein Andenken. Andere Künstler vertrieben ihre Werke auch im Westen der Niederlande, stellten wie in einer Manufaktur ganze Serien her und ließen sie gebündelt per Zug verfrachten.
Leo Niehorsters Werke sind seltener, von diesem Stich zog er nur 20 Stück ab, was er mit Bleistift notierte: „eigen druk 6/20“. Zeitgenössischen Kunstkritikern fiel schon auf, dass er dem japanischen Farbholzschnitt nahe stand. Er mag darin die Harmonie der Komposition und das Leuchten der Farben gefunden haben, die ihm ohnehin eigen waren. Als Kunstkritiker der „Provinciale Geldersche en Nijmeegsche Courant“ tadelte er die damals modernen Künstler die Effekte suchten um das Publikum zu begeistern. Wer sich für diese Seite des Künstlers interessiert kann neuerdings sein komplettes kunstkritisches, journalistisches Werk in Faksimile studieren, veröffentlicht durch seine Enkelin Saskia Marijke Niehorster-Cook.

Am Südhang tropft der Schnee vom Baum
als ob es Regen wär'
Der Windbruch in dem schmalen Bach
treibt hin und legt sich quer
Am Himmel brennt das Morgenrot
durch Zweige geht Geräusch
Das Wasser staut sich, überfließt
reißt mit das kleine Wehr
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