Nora Fuchs schneidet kreuz und quer...

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Arbeit von Nora Fuchs während des Symposiums "Raum-fahrt", März 2017 in ArToll
durch Feriengrüße an Großeltern und Freunde, oder von der anderen Seite betrachtet, durch Berge, Häuser und Strände. Alte Ansichtskarten aus aller Welt sind das Arbeitsmaterial der Künstlerin aus Berlin. Das Titelbild zeigt eine Karte aus Kanada mit der Anrede „Liebe Anne“. Das Schnittmuster für das Schneiden war für alle Karten gleich und gab die Möglichkeit ein kleines Häuschen zu errichten. Die Schablone legte Nora Fuchs nicht blindlings auf die Karte, sondern versuchte ein interessantes Bildmaterial für ihre Häuschen zu erzielen, oder den Text mit einzelnen Worten oder Bruchstücken sprechen zu lassen. Von beiden Seiten sah man nur Fragmente, erraten konnte man einiges. Ein Gruß hier, eine Adresse dort; Geranien vor einem Ferienhäuschen, ein schöner Strand.
Allzupersönliches schrieb man wohl nicht auf Ansichtskarten. Man würde jede einzelne Karte vermutlich keinen zweiten Blick würdig achten, wäre diese nicht künstlich verwandelt. Jetzt erscheint sie interessanter als
ein archäologischer Fund. Das Häuschen aber ist ein Urbild des Zuhauseseins oder das Verlangen nach einem Zuhause, ein Schutz gegen Widerwärtigkeit. Aber das Häuschen steht in einer zerschnittenen Landschaft, oder anders betrachtet in einem Feld von Wortfetzen, nichts ist ohne Preis.
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