Rosa Mystica

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Statue des flämischen Bildhauers Moortgat, Hau, alte Kirche. Genannt: Rosa Mystica.
Der Sänger der lateinischen Christenheit sang zu Maria: „ave rosa speciosa!“, „ich grüße Dich, schöne Rose!“. Bald will er dies schon wieder übertreffen und singt: „O formosa plus quam rosa!“, „O Du schöner als die Rose!“.

Immer wieder der Vergleich mit den Blumen: auf dem ungepflügten Acker „dar ane stât ein bluome, diu liuhtet alsô scône“, heißt es dann auf Deutsch im Melker Marienlied.

Aus Sandstein gemacht und weiß angemalt erscheint die Mutter Gottes uns hier als Lilie der Reinheit. Eine Schönheit in Knospe.

Die Züge ihres Kindes wirken etwas verhüllt, es schläft. Schöner und wirklicher als der oft dargestellte frühreife König der Welt, der schon den Reichsäpfel hält, ist dieser schlafende Jesus.

Befreit vom Drang der stauenden Milch lächelt die junge Mutter, der Kleine hat getrunken.

Dies bringt uns zu den Versen des heiligen Syrischen Dichters Ephräm, der im 4. Jahrhundert mit Recht seine Hörer nicht stehen lassen wollte beim Liebreiz allein. Er sang:

Ein Wunder ist die Mutter des Herrn * wir können sie nicht erfassen, wie dann den Herrn erfassen!
ER, der HERR, tritt in sie ein, * um Knecht zu werden.
Das WORT geht in sie ein, * um in ihrem Schoß zu verstummen.
Ja der HIRT geht in sie ein, und siehe, * ein Lamm wird geboren.
Strahlende Herrlichkeit kommt in ihren Schoß, * und kleidet sich in ärmliche Tücher.
ER, der allen zu trinken gibt, * lernt den Durst kennen.
ER, der alle ernährt * lernt Hunger kennen.
Nackt und unbekleidet tritt ER aus ihr hervor, * ER, der alle Dinge kleidet.
Sie gibt IHM ihre Milch * die sie von IHM empfangen.
Sie gibt IHM die Nahrung * die ER selber erschaffen.
ER gibt SEINER Mutter die Milch als Gott * und ER saugt an ihr, als Sohn der Menschen.
Ihre Hände können IHN tragen * weil ER SEINE Allmacht leicht gemacht.
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