Gemeinsam auf Tour

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Motorradfahren macht Spaß. (Foto: Kurt Michelis)

Bedburg-Hau. Der Geruch von Benzin liegt in der Luft und das Dröhnen der Motoren überschallt für einen Moment den gesamten Hof des LVR-Heilpädagogischen Zentrums Bedburg-Hau (kurz LVR-HPZ Bedburg-Hau). Mit Staunen und Raunen wurde der aufkommende massive Geräuschpegel von den wartenden Menschen wahrgenommen, denn die eigene Stimme konnte man für einen Moment nicht mehr hören.

20 Motorradgespanne und mehrere einzelne Maschinen fuhren gemeinsam durch das Tor zum Hof, um den jährlich stattfindenden Tigerenten-Run gemeinsam mit Menschen mit und ohne Behinderung zu begehen. Zum sechsten Mal trafen sich die Motorradgespanne, um mit den Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung einen schönen Nachmittag mit gemeinsamen Fahrten zu verbringen. „Da freuen sich die Männer und Frauen das ganz Jahr drauf”, verrät Ralf Lenders, Mitarbeiter im LVR-HPZ Bedburg-Hau, der den gemeinsamen Ausflug mit dem Team des LVR-HPZ Bedburg-Hau organisiert.

Anfangs war die Sorge groß, dass es am Veranstaltungstag zu warm werden könnte, denn es wurden für diesen Samstag Temperaturen bis zu 40 Grad gemeldet. Deshalb wurde kurzer Hand beschlossen, keine große Tour zu veranstalten, sondern Mini-Runs im Schatten der alten Bäume auf dem Klinikgelände mit gemächlicher Geschwindigkeit zu fahren. Der Vorteil: Alle hatten die Möglichkeit, im Wechsel die verschiedenen Gespanne auszuprobieren.

Wer nicht so mutig war und sich in einen der Beiwagen für eine Rundfahrt wagte, musste nicht traurig sein. Einige Maschinen blieben auf dem Hof und wer mochte, konnte sich einmal hineinsetzen und sich einfach nur fotografieren lassen. Heißbegehrt war das „Tigerenten“-Gespann von Nadine Thate. Das wie die Tigerente angemalte Gespann ist Namensgeberin für dieses Treffen.

Die Mini-Runs zeigten einmal mehr, welche Funktion diese Veranstaltung erfüllt: Die große Freude, die positive Spannung und die enorme Herzlichkeit der Menschen mit Behinderung ließen alle Beteiligten einen tollen Tag in Erinnerung behalten. „Das war eine tolle Sache“, so einige Teilnehmende des Tigerentenrun. Neben den gemeinsamen Runs, konnte beim gemeinsamen Grillen Raum für Begegnung und Gespräche geschaffen werden.

Zum Abschied verewigten sich alle namentlich auf einer Leinwand, kleine Souvenirs gingen durch die Hände und nächstes Jahr wird es wieder heißen: „Hells Bells, die Tigerenten kommen.“
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Beate Haack aus Emmerich am Rhein | 07.08.2015 | 17:18  
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