Borssele NL: Atomkraftwerksbetreiber veschiebt Antrag auf Genehmigung
Foto: Borssele 2008 Taco Witte from Holland; derivative work
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Borssele (Niederlande): AKW | Aus der niederländischen Presse ist zu entnehmen, dass der Atomkraftwerksbetreiber (Energiebetrieb Delta) den Antrag auf Genehmigung (2.Block) jetzt nicht stellt und den Antrag in den Juni verschieben will.
Die Finanzierung ist nicht geklärt, weder die Beteiligung der französischen EDF noch der deutschen RWE. Auch der niederländische Staat denkt noch nicht daran sich an den Kosten zu beteiligen. Minister Maxime Verhagen: Hij zal er geen geld in steken.
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Strahlung macht bekanntlich keinen Halt vor Landesgrenzen
Es ist ja schon erstaunlich, dass die Bürgerinnen und Bürger in NRW überhaupt davon erfahren, denn erst durch die Pressemitteilung vom 02.12.2011, des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur-und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen kam Bewegung in diese Sache. http://www.umwelt.nrw.de/ministerium/presse/presse...
Auch die Stadt Duisburg reagiert scheinheilig: „Einspruchsfrist ist der 12.Januar 2012“
Zitat aus "Der Westen":
„Bisher war Borssele kein Thema. Weder in der Politik noch bei den Bürgern“, weiß Andreas von der Heydt, Leiter des Amtes Umwelt und Grün in der Duisburger Stadtverwaltung, der dieses Thema jetzt noch einmal aufgegriffen hat, um nicht nur die Duisburger zu sensibilisieren.
Im Vorfeld der Umweltverträglichkeitsstudie können nämlich alle Bürger aus NRW ihre Einwände gegen den geplanten Kraftwerks-Bau geltend machen. Und das geht mitunter ganz einfach - zum Beispiel mit einem Muster-Einspruch, wie ihn etwa der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) auf seiner Internet-Seite stehen hat. Stichtag ist der 12. Januar 2012.
Wir haben hier auch erst recht spät davon erfahren. Immerhin haben einige Kommunen im Kreis Kleve und der Kreis Einspruch erhoben. Denke das dies auch viele Private gemacht haben.
Bin mal gespannt ob die NL-Regierung dabei bleibt und Geld dafür gibt.
Rheurdt hat wohl Einspruch erhoben; es werden immer mehr...
Ich denke mal, dass die Niederländer schon ein wenig beeindruckt sind, dass die "Moffen" sich melden...
Entscheidend ist sicherlich wie der Protest in den NL aussieht - da habe ich noch nicht den Überblick...
Aber - aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Man/ Wir sollten wachsam sein und nicht ins Sommerloch fallen...
Puuuuhhhhh, das gibt uns wenigstens etwas Zeit....nach meinem Verständniss fehlt es doch zur Zeit hauptsächlich an Speichermöglichkeiten, HIER sollte gedacht werden.
Grundsätzlich ist Atomkraft in meinen Augen DESHALB problematisch, weil sie immer noch den Eindruck vermittelt, nie zu versiegen.
Der Energiebedarf sollte reduziert und optimiert werden, dann bräuchte man sich gar keine Gedanken über ein AKW machen....
Sondersitzung vom Donnerstag, 19. Januar 2012 – Rathaus Saal 100 ab 18:00 Uhr
Resolution
Gemeinsamer Antrag der SPD und CDU-Fraktion
Die Bezirksvertretung Mitte beschließt nachfolgende Resolution und bittet
Bezirksbürgermeister den Inhalt der Landesregierung NRW zur Kenntnis zu geben.
Die Bezirksvertretung Duisburg-Mitte spricht sich gegen den Bau eines neuen
Kernkraftwerks im niederländischen Borssele aus.
Seit der Erforschung der radioaktiven Strahlung ist bekannt, welche schädlichen
Auswirkungen diese auf jeden Organismus hat. Ohne entsprechende Messgeräte erkennt niemand die Gefahr, denn Strahlung ist nicht wahrnehmbar! So mussten auch viele Grundlagenforscher ihr Leben lassen.
Unmenschlich waren die Wirkungen der als Waffen eingesetzten Atombomben über Hiroshima und Nagasaki und trotz dieser negativen Kenntnisse werden nukleare Prozesse zur Energiegewinnung eingesetzt. Hier zeigen die Gaus der Kernkraftwerke von Tschernobyl und Fukushima, dass Kernkraftwerke eine nicht kalkulierbare Gefahr für die Menschen darstellen. Einmal außer Kontrolle geraten, stellen sie selbst für technisch hochentwickelte Nationen kaum beherrschbare nukleare Verläufe dar. Durch die auftretenden radioaktiven Fallouts sind die betroffenen Gebiete für Generationen von Menschen nicht mehr bewohnbar.
Seit dem Start der friedlichen Nutzung der Kernspaltung wird über eine sichere Endlagerung diskutiert, Lagerstätten untersucht und viel Geld in Gutachten investiert. Eine Lösung gibt es bis heute nicht. Wer sollte auch die Verantwortung übernehmen für eine sichere Endlagerung über mehrere 100.000 Jahre? Der Zeitraum seit Christi Geburt ist für uns einigermaßen überschaubar, die für eine sichere Endlagerung nötigen Zeiten liegen außerhalb der menschlichen Vorstellungskraft.
Die Niederlande sind, wie die Bundesrepublik Die Anzahl der durch einen Gau betroffenen groß. Die Hilfsmaßnahmen bei einem Störfall vor fast nicht lösbare Probleme. Im Fall eines Gaus würde, bei der vorhandenen Dichte der Bevölkerung, das Rettungswesen kollabieren, das Leben sehr vieler Menschen wäre schlagartig in Gefahr.
Für dieses Szenario sind unsere Rettungsorganisationen nicht ausgebildet und es gibt kein Management für solche Fälle. Die Katastrophe von Fukushima hat deutlich gezeigt, dass auch technisch hoch entwickelte Nationen versagen, die Gefahr für die Menschen ist bis heute nicht beseitigt und große anrainende Flächen können für Jahrzehnte nicht mehr von Menschen bewohnt werden. Das hat die Bundesregierung Deutschland veranlasst, aus der Energiegewinnung durch Kernkraft auszusteigen.
Wir hoffen, dass dieser Weg auch in den Niederlanden beschritten wird, deshalb bitten wir die Landesregierung NRW eindringlich im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung durch die niederländischen Behörden Einspruch gegen das geplante Atomkraftwerk zu erheben.
Ergebniss: "einstimmig beschlossen"
Anmerkung: Die Einspruchsfrist für Bürger endete am 12. Januar 2012, die der Landesregierung aber nicht.
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