Fünkchen Weisheit im Wahlkampf

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Bürgermeisterkandidatin Dr. Britta Schulz wirbt zur Stichwahl mit dem Spruch: „wenn nicht jetzt wann dann?“ Zwischen allen leeren Worten die uns bei den Wahlen plakativ vor Augen geführt wurden ist dieser Spruch vernünftig, sogar ehrwürdig. Sehr alt ist er, mehr als 2000 Jahre. Der weise Hillel schloss mit diesem Spruch zwei andere Aussagen ab:

Wenn ich nicht für mich bin, wer ist für mich,
bin ich nur für mich, was bin ich,
wenn nicht jetzt wann dann?


Bereits 1840 wurden diese und andere Worte des Talmuds in deutscher Sprache veröffentlicht („Perlen des Orients“, M. Stern). Eine andere Übersetzung erschien 1882 („Lichtstrahlen aus dem Talmud“, J. Stern), die nach dem ersten Weltkrieg eine breitere Öffentlichkeit fand durch Reclams Universal Bibliothek, gedruckt, wie es heißt, „auf Kriegspapier“. Der große Strom mit lebendigem Wasser vieler tiefen Einsichten in Gott, Mensch, Gesellschaft, tausende von Jahren tradiert, oft moderne Einsichten in Theologie, Psychologie, Soziologie und Philosophie lange vorwegnehmend, drang nur als kleines Rinnsal zur Öffentlichkeit. Kurzfristig, dann war aber die lebende Überlieferung verschwunden. Kleine Fünkchen leuchten manchmal auf, wie hier auf einem Plakat.
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