LVR-Klinik startet Hilfstransport in die Ukraine

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von l.n.r: F. Filts, Prof. Dr. Olexandre Filts, Dr. Yuriy Zakal, Stephan Lahr, Christa Kreuzhof, Karl-Peter Röhl, Dr. Elmar Spancken
Im Rahmen des internationalen Austausches zwischen psychiatrischen Kliniken des LVR und der Ukraine waren leitende Psychiater der psychiatrischen Klinik in Lemberg u.a. zu Besuch in der LVR-Klinik Bedburg-Hau. Durch die dramatische Situation in der Ukraine kommen auf die psychiatrischen Kliniken in der Ukraine große Herausforderungen zu, die vielen Menschen zu behandeln, die aufgrund von Kampfhandlungen oder speziellen Notsituationen psychisch krank werden. Über die Behandlungsmöglichkeiten dieser Patienten wünscht man sich einen intensiven Austausch.

Mit klaren Worten wurde von Prof. Dr. Olexandre Filts, Direktor der Klinik Kulparkow und Lehrstuhlinhaber für Psychiatrie an der Universität in Lviv und seinem Vertreter und „Hauptpsychiater“ der Regionalregierung Lemberg, Dr. Yuriy Zakal, die derzeitige Situation in der Ukraine beschrieben. In der psychiatrischen Klinik Kulparkov werden derzeit rund 1500 Patienten behandelt. Vor dem Hintergrund der Kriegssituation sind den Krankenhäusern per Gesetz die finanziellen Mittel gekürzt worden. Der Tagessatz für die Ernährung der Patienten ist z.B. auf umgerechnet 35 Cent, für Medikamente auf 15 Cent gesenkt worden. Mit diesen Zuwendungen können die Kliniken keine vollwertige Behandlung und Versorgung mehr sicherstellen.

„Das Geld, dessen Wert durch die Verschlechterung des Wechselkurses zusätzlich halbiert ist, reicht gerade für Kartoffeln, rote Rüben und Buchweizen“, erklärte der Professor den deutschen Gastgebern. Ganz besondere Sorgen macht sich die Klinikleitung im Hinblick auf den bevorstehenden Winter. „Wir befürchten, dass es Stromausfälle geben wird und die Heizung nicht funktioniert. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik sind daher bemüht, durch private Initiative die Situation zu entspannen. Ob dies gelingt ist allerdings fraglich“, so der Leiter der Klinik. „Eine Idee ist, die Angehörigen der Patienten aufzufordern, für die Winterzeit einen Schlafsack zu kaufen. Ansonsten fehlt es auch an Geldmittel für die Ausstattung der Klinik“, erklärte Prof. Dr. Filts abschließend.

Von Seiten des Klinikvorstandes der LVR-Klinik Bedburg-Hau wurde den Gästen zugesichert, nicht mehr benötigte und abgeschriebene Einrichtungsgegenstände (Betten, Matratzen, Nachtschränkchen, sowie Bettwäsche und Handtücher über die Krankenhauszentralwäscherei) für einen Hilfstransport zusammenzustellen. Alleine die Tatsache, dass von deutscher Seite Unterstützung angeboten wird, helfe den Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine die Situation besser zu ertragen, bekräftige Prof. Filts.
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