Abgetaucht zu den Römern - Mark Schrader und das Stadtmuseum Bergkamen

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Das Stadtmuseum Bergkamen zeigt das Leben im Oberadener Römerlager und weitere Lebenswelten aus der Frühzeit der Region bis hin zu den Tagen des Bergbaus. (Foto: Stadtmuseum Bergkamen)
 
Mark Schrader ist der neue Leiter des Stadtmuseums Bergkamen und hat Großes vor. (Foto: Stadtmuseum Bergkamen)
Bergkamen: Stadtmuseum Bergkamen |

Es begann alles mit dem Buddeln nach Spielsachen im Sandkasten. Und Dinos fand der junge Mark Schrader auch nicht schlecht. Da war der Weg zum Archäologen für Mark Schrader fast schon vorgezeichnet. Nun tritt der 35-jährige Römer-Experte die Nachfolge von Barbara Strobel als Leiter des Stadtmuseums Bergkamen an - und hat dabei einiges im Gepäck.

Der neue Museumschef studierte in Köln und Bonn provinzial-römische Archäologie und beschäftigte sich mit Vor- und Frühgeschichte sowie Geologie und Paläontologie. Das passt bestens zu Bergkamen, wo sich in Oberaden das europaweit größte ehemalige Militärlager der Römer jenseits der Alpen befindet.
„Wir werden die Holz-Erde-Mauer am Römerberg weiter rekonstruieren und ausbauen. Dafür suchen wir übrigens noch Lehmmischungen und Eichenholz. Außerdem planen wir ein großes Römerfest im September“, verrät Schrader. Das Fest soll das Highlight des Ausstellungsjahres werden. Im Römerpark wird dann ein ziviler Bereich mit Römern und Germanen in voller Montur und Alltagssituationen zu bewundern sein. Außerdem können die Besucher im zweiten Bereich eine römische Baustelle mit technischen Geräten und Legionsbewachung erleben. Hier werden auch militärische Vorführungen stattfinden, die Einblicke in die Taktik und Kampfkunst der Römer geben werden. Ein Treffen aller deutschen Gladiatorenschulen und ihrer besten Kämpfer wird in einem weiteren Teil des Lagers zu sehen sein. Dazu gibt es Essen und Getränke, zubereitet wie zu den Zeiten des römischen Kaisers Augustus.
„Das ist nicht mit einem Mittelaltermarkt zu verwechseln. Wir haben kein kommerzielles Interesse und haben neben dem Spaß auch immer einen wissenschaftlichen Anspruch“, ergänzt der neue Museumsleiter. Dabei setzt Schrader auch auf Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer, wie den Verein „Römerfreunde Bergkamen“ und die Heimatkundler aus der Region.
Neben dem Römerlager gilt es für Schrader auch die Dauerausstellung des Museums attraktiv zu halten und mit Sonderausstellungen die Besucher weiterhin nach Bergkamen zu locken, denn „das Museum hat Besucher aus ganz Europa, was daran liegt, das wir etwas einzigartiges zu bieten haben“, weiß Mark Schrader. Die Römerzeit soll weiterhin ein Ausstellungsschwerpunkt bleiben, doch ein neues Raumkonzept soll her. Zur Zeit gibt es im Obergeschoss Wissenswertes über die Stadtgeschichte Bergkamens zu erfahren, im Erdgeschoss die römische Abteilung und im Kellergeschoss die Bergbau-Abteilung zu sehen. Das Nebengebäude gehört einer Puppenschau sowie einem historischen Klassenzimmer. Gerne möchte der neue Museumschef mehr die Neuzeit ins Ausstellungskonzept integrieren und auch das Mittelalter darstellen. Themen, um die sich Schrader zuvor schon als ausgebildeter Forschungstaucher, so zum Beispiel in Erkundung der Darßer Kogge oder einer Pfahlsiedlung am Bodensee, gekümmert hat.
Beste Vorraussetzungen also, dass es in Bergkamen abenteuerlich bleibt. „Langweilig wird es mir hier auf keinen Fall. Nach dem ganzen Graben und Abtauchen möchte ich der Öffentlichkeit vermitteln, wie aufregend die Römerzeit und das Mittelalter in der Region waren“, unterstreicht Mark Schrader seine Zielsetzung.
Mit der Aufwertung der Ruhrstädte in der kollektiven Wahrnehmung ist auch ein Interesse an der Geschichte der einzelnen Orte und der Archäologie gewachsen. Das begrüßt auch der sympathische Museumsleiter: „Es ist von größter Wichtigkeit, dass die Leute hier eine eigene Identität haben und drauf stolz sein können!“
Neben der Dauerausstellung ist im Stadtmuseum Bergkamen bis zum 27. September noch die Sonderausstellung „Von Asciburgium bis Oberaden -Leben in römischen Lagern“ zu sehen. Für Schulklassen und Gruppen gibt es Workshops und Führungen, um als Legionär, Germane, Schüler zu Kaiserszeiten oder Grubenmann in die Vergangenheit Bergkamens abzutauchen. Im Wolfgang-Fräger-Raum des Museums gibt es zudem bis zum 24. Juli die Schau „Es war mehr als Kohle“ über 125 Jahre Bergbau in Bergkamen aus der Sicht des Fotografen Ulrich Bonke zu erleben. In der städtischen Galerie „sohle 1“ werden bis zum 7. Juni Kunstwerke von Giuliano Ziveri präsentiert. Weiteres gibt es online zu finden unterhttp://www.stadtmuseum-bergkamen.de/.
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