Wohnen in einer Senioren-WG - die Alternative im Alter?

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Beste Aussichten für ein würdiges Altern sehen Betreuer und zukünftige Bewohner beim Richtfest der WG.
Bergkamen: Senioren-Wohngemeinschaft |

Niemand möchte im Alter alleine sein. Wer nicht ins Pflegeheim oder in die Betreuung durch Angehörige kann oder möchte, dem steht neu in Bergkamen die Tür offen zu einer Senioren-WG.

Mit WGs assoziieren viele gewöhnlich junges Leben, wilde Partys und Auszeiten vom Studenten-Dasein am Küchentisch. Aber warum sollten sich nicht auch Senioren eine Wohnung teilen, dabei gegenseitig helfen und gemeinsame Zeit verbringen? Das fragte sich auch Margarete Kaluza vom „Pflegedienst Katharina“, die mit ihrem Team nun Richtfest für eine Seniorenwohngemeinschaft an der Werner Straße 110 in Bergkamen feiern konnte.
Anfang 2016 ziehen zehn Bewohner ein. Es ist noch Platz für zwei weitere Senioren in der WG. Margarete Kaluza kümmert sich verantwortlich um alle Probleme der Bewohner. Sie teilt die Zimmer auf und stattet diese in Absprache mit den Bewohnern aus, organisiert bevorstehende Umzüge, arbeitet mit Ärzten, Apotheken, Sanitätshäusern und Angehörgen zusammen, kümmert sich um Einkäufe, um die Hauswirtschaft und um Reparaturen.
Im sogenannten Wohnteilhabegesetz ist dabei geregelt, wie groß einzelne Zimmer (Minimum sind 18 Quadratmeter), Aufenthaltsräume und Badezimmer zu sein haben und wie die Bewohner von qualifiziertem Personal betreut werden sollen. Die WG der Werner Straße hat zudem eine Gartenanlage mit Terrasse sowie eine Nachtwache. „Natürlich ist alles barrierefrei sowie mit höchster Energieeffizienz gebaut und die Küche hätten sicher auch einige Hotels gerne“, weiß Architekt Reinhard Hellkötter. Es gibt sogar Appartements, die von älteren Paaren genutzt werden könnten.
Betreuung bedeutet in Senioren-WGs auch gemeinsame Ausflüge, Lese- und Singstunden, Spaziergänge oder auch Koch- und Backstunden - je nach körperlicher und psychischer Verfassung. Die Selbstständigkeit der Bewohner soll so lange wie möglich eine Option sein. Ein Ärztehaus, Supermärkte und eine Buslinie sind nah dem Seniorenhaus.
„Ein großer Vorteil von Senioren-WGs ist die sehr übersichtliche Bewohnerzahl. Man fühlt sich nicht im Heim untergebracht, sondern Zuhause und auch Angehörige werden entlastet. In anderen Senioren-WGs habe ich beobachtet, wie die Bewohner zusammenwachsen und zu einer Familie werden und sich rührend umeinander kümmern, zusammen trauern oder feiern“, berichtet Margarete Kaluza.
Durch eine Grundsicherung der Sozialämter gibt es finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten für das Leben in Senioren-WGs. Diese Möglichkeiten werden im Herbst dieses Jahres noch mit dem Sozialamt Unna geklärt. Voraussetzung für die Unterstützung ist die Anerkennung der Pflegebedürftigkeit der Senioren.
Noch sind keine weiteren Wohngemeinschaften für Seniorengruppen in der Umgebung geplant. Die Nachfrage ist allerdings groß. „Wir würden uns mehr über Unterstützung der Kommune freuen“, ergänzt Frau Kaluza, die für weitere Information unter Tel. 02307 / 288 750 zu erreichen ist.
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Monika Holtappels aus Arnsberg-Neheim | 18.08.2015 | 11:35  
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