Ein Bild - Eine Geschichte

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Herbstwind


Fina warf einen kritischen Blick in die Höhe und seufzte dann erleichtert auf. Die letzte warme Herbstsonne hatte die Reiseschirme noch rechtzeitig reifen lassen. Jetzt musste alles schnell gehen. Schon lösten sich die ersten Schirme im auffrischenden Herbstwind. Eine kräftige Böe und sie würden alle ohne ihre wertvolle Fracht davonfliegen. Und Fina würde sich erneut auf die Suche machen müssen, um eine geeignete Reiseschirmblume zu finden. Hektisch winkte sie Sati, Tori und Nima zu, die sich schwer beladen durch das hohe Gras mühten. Fina lief ihnen entgegen und nahm ihnen einen Teil ihrer Last ab. Endlich erreichten sie die Blume. Tori begutachtete die Reiseschirmblume mit einem scharfen Blick und nickte dann zufrieden.
„Jetzt aber flott, der Wind frischt auf, sonst war die ganze Mühe umsonst!“
Sie nahm Bogen und Pfeil von der Schulter, band ein Seil an den Pfeil und schoss ihn in den Blütenkelch, an dem die Reiseschirme hingen. Geschickt kletterte sie an dem Seil hoch, eine Strickleiter hinter sich her ziehend. Oben angekommen, band sie die Leiter fest, pfiff laut und winkte Fina, Sati und Nima zu, ihr zu folgen. In einem der kleinen Körbchen, die in die Kiepen gestapelt waren, rührte sich etwas. Fina beugte sich darüber und gurrte beruhigend.
„Gleich geht es los“, flüsterte sie.
Dann schulterten sie die Kiepen und kletterten zu Tori die Reiseschirmblume hinauf. Flink band Tori an jeden Schirm ein Körbchen und ließ einen Schirm nach dem anderen fliegen. Versonnen schauten die Vier der Schirmwolke hinterher.
„Gute Reise!“, rief Nima.
„Viel Glück!“, wünschte Fina leise und blinzelte ein paar Tränen weg.
Eine neue Feengeneration war auf dem Weg…
www.sabine-kalkowski-schriftsteller.de
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