Ein Bild - Eine Geschichte

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Freiheit für Tessa

Mühsam zog sich Tessa am Fenstersims hoch, um einen Blick durch die Gitterstäbe des kleinen Fensters ihres Gefängnisses zu werfen. Die Blicke in den blauen Himmel und die Möwen, die ihn durchkreuzten, gaben ihr die Kraft, ihr Schicksal zu ertragen. Sie wusste nicht, wie lange sie nun schon gefangen war, genauso wenig, wieso man sie eingesperrt hatte. Eine Möwe landete auf der anderen Seite des Gitters und glotzte sie an. Tessa erkannte sie. Seit einigen Tagen kam immer eine Möwe zu ihr ans Fenster und stierte sie eine Weile an, bevor sie wegflog. Tessa war sich sicher, dass es die gleiche Möwe war, die zu ihr kam, da war etwas in ihren Augen. Sie wollte ihr etwas mittteilen, dessen war sich Tessa sicher. Wieder sah die Möwe Tessa eindringlich aus ihren wissenden Augen an, Tessa starrte wie gebannt zurück. ‚Was willst Du mir sagen?‘, dachte sie, während sie dem Tier tief in die Augen blickte. Eine ungewöhnliche Ruhe überkam sie. Etwas würde geschehen und sie musste bereit sein. Sie hörte, wie der Schlüssel in das Schloss der Gefängnistür gesteckt wurde. Hastig trat sie vom Fenster zurück und hörte noch den Flügelschlag der Möwe, als sich die Tür langsam öffnete.
www.sabine-kalkowski-schriftsteller.de
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