Leseprobe - Herrschaft des Eises

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Sie hob die Hände flehend zu dem Herz aus Eis, das auf dem Altar ruhte.
„Bitte, Eisgöttin. Gib mir die Kraft, deiner würdig zu sein!“
Es klopfte erneut.
„Istra, es ist soweit!“
Istra erkannte Ismanns Stimme. Er klang ungeduldig. Rasch stand sie auf. Ismann ließ man nicht warten. Seit sie sich erinnern konnte, war er der oberste Priester. Von den älteren Priestern wusste sie, dass er seit jeher dieses Amt bekleidete. Niemand sprach es offen aus, aber es gab Gerüchte, dass er weit über zweihundert Jahre alt war, dass er als erster Ewis gedient und den Eiskult aufgebaut hatte. Dafür verlieh sie ihm Kräfte, die wider die Natur waren. Es hieß, er könne Gedanken lesen, an mehreren Orten gleichzeitig sein, sich unsichtbar machen und den Schneesturm beherrschen. Istra wusste nicht, was davon der Wahrheit entsprach. Sie glaubte aber, dass Magie fest im Eiskult verankert war. Sie konnte sie bei den Zeremonien spüren. Und heute würde sie ein Teil der Magie werden.
www.sabine-kalkowski-schriftsteller.de/herrschaft-des-eises
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