50 Jahre Planetarium – Eine Kuppel für die Ewigkeit

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Das Planetarium in der Castoper Straße – hier in den 1960er Jahren – ist längst zur Bochumer Landmarke geworden. Das Kuppeldach musste seitdem noch nie renoviert werden. (Foto: privat)
Bochum: Zeiss Planetarium |

Das Planetarium wird am 6. November 50 Jahre alt. Die Planung und der Bau fielen in eine Zeit des Aufbruchs. Der Strukturwandel war 1962 beim Spatenstich bereits spürbar. Etwa zeitgleich wurde Bochum durch den Bau der Hochschule zur Universitätsstadt.

Zum Jubiläum zeigt das Zeiss Planetarium unter dem Titel „Die Entdeckung des Himmels“ wie sich unsere Perspektive auf das Universum in den letzten 50 Jahren erweitert, verändert und erneuert hat. „Der Bau des Planetariums entsprang dem damaligen Zeitgeist und deutete den kommenden Strukturwandel schon an. Denn die ersten Zechen waren in Bochum gerade geschlossen und eine lokale Umorientierung fand statt. Zeitgleich begannen die Menschen aber auch, den Himmel mit anderen Augen zu sehen“, schildert die Planetariumsleiterin Professorin Susanne Hüttemeister. Im November 1964 bei der Eröffnung des Planetariums habe man etwa noch nichts von einer Urknalltheorie gewusst.

Das moderne Planetarium ist vielfältig
Damals stand das Naturerlebnis des Blicks in den Sternenhimmel im Mittelpunkt der Planetariumsarbeit. „Aus diesem Grund denken auch viele Menschen, die damals eine Vorführung miterlebt haben, dass es doch nichts Neues zu sehen gebe“, so die Professorin. Ein modernes Planetarium ist aber mehr als nur die „Sternenschau“. Es zeigt ebenso millionen Lichtjahre entfernte Galaxien wie es den Blick weit hinaus ins All richtet und dient heute auch als spezieller Kulturveranstaltungsort. Durch diese Mischung aus Veranstaltungen und Wissenschaft ist das Zeiss Planetarium eines der neun deutschen Großplanetarien, das stetig wachsende Besucherzahlen hat. Mehr als 200 000 Besucher pro Jahr genießen den Bochumer Sternenhimmel. Damit ist es in Deutschland die Nummer zwei nach Hamburg und vor Jena, wo vor über 90 Jahren das Planetarium erfunden wurde. Verantwortlich für diesen Erfolg ist neben den Inhalten auch die Technik: Der seit dem Jahr 2000 eingesetzte Sternenprojektor mit Glasfasertechnik ist auch nach über einem Jahrzehnt noch der weltweit modernste und leistungsfähigste. Hinzu kam 2010 ein Ganzkuppel-Videosystem, das einen zuvor nie gekannten Kontrastumfang hat. „In anderen Planetarien ist das schwarz eher grau, bei uns ist schwarz durch den Beamer wirklich schwarz. Das ermöglicht eine ganz andere Projektionsqualität und eine besonders beeindruckende Show“, erklärt der technische Leiter Helmut Schüttemeier.

Städtisches Hochbauamt plante die Kuppel
Das futuristische Gebäude wurde nach Plänen von Karl-Heinz Schwarze aus dem städtischen Hochbauamt errichtet. „Heute wäre ein solcher Bau unbezahlbar. Die Edelstahlkuppe musste in den letzten 50 Jahren nie repariert werden. Auch die runde Holzvertäfelung und der Boden aus angeschliffenen Kieselsteinen sind im Originalzustand“, sagt Helmut Schüttemeier. Seit 2005 steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Zur Feier des Jubiläums gibt es am Freitag, 7. November, einen Festakt für geladene Gäste und die Premiere der Jubiläumsshow.
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