Alle Jahre wieder: Extrabreit in der Zeche Bochum

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Extrabreit spielen mal wieder in der Zeche, Schlagzeuger Rolf Möller (Mitte) sprach vorab mit dem Lokalkompass.

Ob Lokalmatador Jo Hartmann, Wolf Maahn mit Band oder Extrabreit – rund um Weihnachten laufen in der Zeche stets die selben Musiker auf. „In dieser Zeit wollen die Leute einfach feiern!“ Sagt einer, der es wissen muss.

Mit der Benennung eines konkreten Grunds tut sich Extrabreit-Drummer Rolf Möller schwer. „Das ist ein Phänomen, nicht echt zu erklären. Man merkt einfach, das ist ´ne tolle Zeit für Konzerte. Die Leute wollen feiern, wollen abgehen – ein Kontrastprogramm zur Besinnlichkeit vielleicht. Darum gehen wir jedes Jahr auf WBT.“ Kürzel für die „Weihnachts-Blitztournee“, die „die Breiten“ Jahr für Jahr absolvieren. Am 2. Weihnachtsfeiertag steht Bochum auf dem Plan.

Alljährlich eine Blitztournee zum Fest, stets mit der Station Zeche Bochum. Was zieht Extrabreit immer wieder hierher?

Rolf Möller: Die Zeche Bochum ist für uns „die gute Stube des Potts“. Der Live-Club schlechthin in der Region. Hier tropft die Musikgeschichte buchstäblich von den Wänden. Hier haben wir schon 1980, zu unseren frühen Zeiten, gespielt und hier laufen wir immer wieder gerne auf.

Keine WBT ohne Bochum?

Rolf Möller: Genau! Wir machen die Tour seit elf Jahren und die Zeche ist immer dabei. Genau wie unsere Heimatstadt Hagen, genau wie Hamburg, wo jedes Jahr das Finale stattfindet. Die anderen Orte variieren. In Köln und Berlin waren wir oft, auch dieses Jahr.

Sänger Kai Havaii lebt in Hamburg, Bassist Lars Larsson in Dortmund, der Rest noch oder wieder in Hagen. Gibt es eine Art Basislager für Extrabreit?

Rolf Möller: Wir haben immer noch den selben Übungsraum in Hagen. Seit 1978. Da kommen wir im Vorfeld einer Tour für ein paar Tage zusammen, spielen uns warm, diskutieren auch die Songliste. Da kriegen wir dann auch das Gefühl für die Reihenfolge des Abends.

Wie entsteht die Songliste eines Konzerts?

Rolf Möller: Ja, das ist immer ein bunter Strauß, bei 13 Studioalben. Jeder von uns hat seine eigene Lieblingsliste. Bei Überschneidungen wirds leichter, ansonsten schmeißen wir alles auf den Tisch und mixen. So ein Abend braucht auch einen roten Faden, dass muss dabei beachtet werden. Auch gibt es Songs auf verschiedenen Alben, die sind live eher schwierig zu spielen. Was ich versprechen kann: Es gibt am zweiten Feiertag einige „Schmankerl“ zu hören, Lieder, die wir lange nicht mehr live gespielt haben.

Hildegard Knef, Marianne Rosenberg, Harald Juhnke - Extrabreit arbeitete einst mit Stars aus völlig anderen Genres zusammen. Wie kam es zu diesen Kooperationen?

Rolf Möller: Wir haben doch alle in den Plattenschränken unserer Eltern deren bevorzugtes Liedgut entdeckt. Da sind Titel oder Künstler oder beides in Kombination hängengebleiben, wo wir uns wünschten, das mal aufzugreifen. „Flieger, grüß mir die Sonne“ mussten wir alleine machen, Hans Albers war schon tot. Bei Hildegard Knefs „Für mich solls rote Rosen regnen“ haben wir ihr ein Demo unserer Version geschickt und sie gefragt, ob sie Bock hätte, dass mit uns zu machen. Sie ließ sich viel Zeit, dann trudelte ein ganz lieber Brief ein. Wir trafen uns, sie sagte „Ich bin die Hilde“ und los gings. Ein tolles Erlebnis, die letzte große Diva und eine Punkrock-Band aus Hagen. Mit ihr haben wir auch mal live im Hamburger Schmidt-Theater gespielt. Bei Marianne Rosenberg und Harald Juhnke haben wir die Songs komponiert. Mit beiden hatten wir viel Spaß.
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