Autor Axel Hacke im Lokalkompass-Interview: Am 30. Januar ist er in den Kammerspielen des Schauspielhauses zu Gast

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Axel Hacke liest am 30. Januar in den Kammerspielen aus seinem aktuellen Buch. (Foto: Dashuber)

„Mit dem Schauspielhaus verbindet mich eine ganze Menge“, verrät der Journalist und Autor Axel Hacke, der am 30. Januar zu einer Lesung an der Königsallee erwartet wird. Im Gepäck hat er dabei sein viel diskutiertes aktuelles Buch „Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen“. Im Interview mit dem Lokalkompass äußert er sich zu diesem Thema, das viele bewegt, erzählt aber auch, welche Bedeutung Bochum für ihn hat.

Hacke hat sich auch als Dramatiker betätigt – und das verbindet ihn mit dem Schauspielhaus. „Hier wurde zum ersten Mal etwas von mir aufgeführt“, erinnert sich der Schriftsteller, „drei Mini-Dramen unter dem Titel 'Vor dem Theater'. Ich hatte sie nach dem Brand des Außenlagers des Theaters im Jahr 2006 geschrieben und, wie viele andere Autoren das auch machten, dem Schauspielhaus kostenlos zur Verfügung gestellt, damit ein bisschen Geld in die Kasse kam nach dem schrecklichen Feuer.“ Seither war Hacke noch öfter für Lesungen in der Stadt zu Gast. Er resümiert: „In Bochum ist es immer schön und aufregend.“

Anstand in schwierigen Zeiten

Gerade mit seinem neuesten Buch „Über den Anstand in schwierigen Zeiten“ hat der Autor offenkundig einen Nerv getroffen. Er erzählt: „95 Prozent der Reaktionen sind sehr positiv, weil ganz offensichtlich viele Menschen ein großes Problem damit haben, dass wir uns einer zunehmenden Verrohung unserer Gesellschaft gegenüber sehen, nicht nur in Deutschland. Das liegt den Leuten auf der Seele, sie wollen das nicht, aber sie fühlen sich machtlos. Und dass dies endlich ein gesellschaftliches Thema wird, darüber sind viele sehr froh. Und ich auch.“

Aufbruchstimmung

Geht es um Anstand in der öffentlichen Debatte, so bewegt viele die Frage, wie mit der AfD und ihren gezielten Provokationen umzugehen ist. Hacke plädiert dafür, den entsprechenden Äußerungen aus dieser Partei weniger Beachtung zu schenken. „Ich halte es für viel wichtiger, dass wir über unsere eigenen Ziele und unsere eigene Haltung reden“, lautet sein Credo. Als positives Beispiel führt er in seinem Buch die pro-europäische Bürgerbewegung „Pulse of Europe“ an, die auch in Bochum aktiv ist. Im Interview erläutert er, was aus seiner Sicht für eine konstruktive gesellschaftliche Debatte wesentlich ist: „Wie wollen wir sein? Was wollen wir erreichen? Darum geht es. In Frankreich hat Macron auf diese Weise eine Aufbruchstimmung erzeugt. Das brauchen wir.“


Freundlichkeit als Grundhaltung

Anstand beginnt aber natürlich im Kleinen, in der Begegnung von Mensch zu Mensch. Hier plädiert Hacke für Freundlichkeit als Grundhaltung. „Das heißt nicht: undeutlich sein, unklar, schwach, ohne Haltung, naiv“, stellt er klar. Zur Idee, prinzipiell freundlich miteinander umzugehen, meint er: „Der Gedanke gefällt mir gut, weil ich nicht glaube, dass der Hass und die Wut uns irgendwohin bringen. Die Freundlichkeit schon viel eher.“
Im Schauspielhaus wird Axel Hacke natürlich „über den Anstand“ lesen, aber – wie es seine Gewohnheit ist – auch einige Highlights aus älteren Büchern präsentieren.

Termin
Axel Hackes Lesung findet am Dienstag, 30. Januar, um 20 Uhr in den Kammerspielen des Schauspielhauses, Königsallee 15, statt.
Die Theaterkasse ist unter Tel.: 33 33 55 55 zu erreichen.

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