Bochumer Autor Robin Berg beim Literaturpreis Ruhr für Kurzgeschichte ausgezeichnet

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Robin Berg (2. v.r.) bei der Verleihung des Literaturpreises Ruhr Ende 2015 in Gelsenkirchen. (Foto: Berg)
Was Robin Berg in seiner Kurzgeschichte „Im anderen Bett“ beschreibt, wirkt einigermaßen befremdlich: Claudio Augustino Wagenstein, „ein mehr oder weniger unscheinbarer Typ im mittleren Alter“, erwacht nach einer durchzechten Nacht und findet sich in einem völlig anderen Leben wieder. Er hat eine andere Frau und zwei Töchter. In seinem bisherigen Leben ist er kinderlos gewesen. Außerdem lebt er nun in Bochum, einer Stadt, die ihm gänzlich unbekannt ist. Das Seltsamste ist jedoch, dass sich außer Claudio selbst niemand über das neue Arrangement zu wundern scheint. Das Ganze ist mit hoher Kunstfertigkeit erzählt. Als typische Kurzgeschichte lässt „Im anderen Bett“ den Leser unmittelbar in die Handlung einsteigen, das Ende ist offen.

Der Bochumer Autor Robin Berg, Jahrgang 1989, schreibt bereits seit seinem elften Lebensjahr. Derzeit studiert er an der Ruhr-Universität Philosophie und Literaturwissenschaft. Seine Erzählung „Im anderen Bett“ reichte er im vergangenen Jahr für den Förderpreis des Literaturpreises Ruhr ein. Das vorgegebene Thema lautete diesmal „Doppelleben“. Berg interpretiert diesen Begriff in seiner Kurzgeschichte auf sehr eigenwillige Weise. Das überzeugte auch die Jury. Sie wählte Bergs kleines Werk unter 230 Einsendungen aus. Neben Berg wurde auch die Essener Autorin Britta Heidemann ausgezeichnet. Der Förderpreis für den literarischen Nachwuchs ist mit jeweils 2.555 Euro dotiert. Verliehen wurde er Ende 2015 im Gelsenkirchener Consol Theater.

Der Literaturpreis Ruhr wird seit 1986 vom Regionalverband Ruhr vergeben und vom Literaturbüro Ruhr organisatorisch und konzeptionell betreut. Er ist die wichtigste ideelle und materielle Auszeichnung für Autoren, Kritiker und Verleger, die im Ruhrgebiet leben, aber auch für Schriftsteller, die ihren Lebensmittelpunkt anderswo haben, aber über die Ruhrregion schreiben. Es gibt jeweils einen Hauptpreis und zwei Förderpreise. Den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis erhielt 2015 der Romancier Sascha Reh für sein bisheriges Werk. In der Vergangenheit wurden Klassiker der Ruhrgebietsliteratur wie Liselotte Rauner, Max von der Grün und Jürgen Lodemann, renommierte Autoren wie Ralf Rothmann, Brigitte Kronauer und Marion Poschmann und populäre Größen wie Frank Goosen und Fritz Eckenga mit dem Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet.
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