Bochumer Künstlerbund feiert sein Jubiläum

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Mit einer Überblicksausstellung präsentiert sich der BKB aktuell im Kunstmuseum an der Kortumstraße 147. (Foto: Foto: Molatta)
 
Die amtierende Vorsitzende des Bochumer Künstlerbundes, Doris Kirschner-Hamer (r.) und vier ihrer Vorgänger (v.l.): Gabriele Elger (1996 - 2000), Klaus Nixdorf (2000 - 2012), Bernd Figgemeier (1981 - 1994) und Werner Block (1986 - 1996). (Foto: Foto: Molatta)

Bochumer Künstlerbund feiert sein 70-jähriges Bestehen – Fest im Kunstmuseum eröffnet Jubiläumsjahr


Am Anfang waren es drei Maler und erste Ausstellungen fanden ‑ in Ermangelung anderer Räume im kriegszerstörten Bochum - im Kaufhaus Balz statt: Auf 70 bewegte Jahre blickt der Bochumer Künstlerbund zurück. Dass der Zusammenschluss auch mit 70 noch lange nicht zum „alten Eisen“ gehört, will er in seinem Jubiläumsjahr 2016 zeigen: Zahlreiche Veranstaltungen sind in der Planung. Den Auftakt machte ein Festakt am Sonntag, 10. Januar, im Kunstmuseum.

„Wir wollen nicht mit Reden langweilen, sondern unsere Gäste unterhalten“, so Doris Kirschner-Hamer, seit 2012 Vorsitzende des Bochumer Künstlerbundes. Zum Programm gehörten daher Poetry Slam mit Sebastian 23, Musik mit dem Profanen Chor, dem Multi-Instrumentalisten Tobias Bühlow und dem Trio Markus Zaja, Hubert Poggel und Ralf Kaupenjohann sowie Tanz von Peter Kath und Melanie Zachzial. Doch weil so ein Festakt nun mal nicht völlig ohne Reden auskommt, sprachen OB Thomas Eiskirch, Museums-Direktor Dr. Hans Günter Golinski sowie die Künstlerbund-Vorsitzende selbst. Uwe Engels führte durch die Veranstaltung, bei der es auch einige Rückblicke auf die bewegte 70-jährige Geschichte der Gruppe gab.

Qualität und Stärke des Bochumer Künstlerbundes zeigen sich aktuell zudem in der großen Überblicksausstellung „bochumerkünstler2015“, die noch bis zum 31. Januar im Kunstmuseum an der Kortumstraße 147 zu sehen ist. Traditionell alle drei Jahre findet diese Überblicksschau statt und unterstreicht die enge Verbundenheit zwischen der Bochumer Kunstszene und dem Haus. „Als städtisches Museum sind wir den lokalen Künstlern eng verbunden“, macht Museumsdirektor Hans Günter Golinski als Gastgeber deutlich, „es gibt durchaus Museen, die das anders sehen, aber für uns sind die Bochumer Künstler eine wichtige Zielgruppe.“ Als Nachbarn, Freunde oder Lehrer seien sie für viele Bochumer „Künstler zum Anfassen“ – und die Ausstellungen des Bochumer Künstlerbundes im Kunstmuseum daher enorm publikumsstark. Die Form der Zusammenarbeit habe sich im Laufe der Jahre oft geändert: „Das ist ein ständiges Ringen.“ Das Ergebnis, das sich aber nicht zuletzt in der aktuellen Ausstellung zeige, zeuge vom hohen Niveau der im Bochumer Künstlerbund versammelten Künstler – aktuell verzeichnet der Verein 70 Mitglieder, die entweder in Bochum tätig oder hier geboren sind.

Enge Verbindung mit der Stadt


Die enge Verbindung mit der Stadt ist dem Bochumer Künstlerbund von Beginn an eingeschrieben: Der Verein gründete sich auf Initiative des städtischen Kulturamtes und wurde am 10. Dezember 1946 von der britischen Militärregierung offiziell genehmigt. „Damals war die Vereinsgründung die einzige Möglichkeit für Künstler, um über Bezugsscheine an Material wie Farben und Papier sowie an Ausstellungsmöglichkeiten zu kommen“, berichtet Werner Block, zwischen 1986 und 1996 Vorsitzender des Vereins. Seither liegt die Geschäftsführung des Bochumer Künstlerbundes in ununterbrochener Folge beim Kulturamt beziehungsweise dem Kulturbüro der Stadt Bochum. „Dafür sind wir sehr dankbar, gerade in Zeiten knapper Kassen“, so Doris Kirschner-Hamer.
Der Bochumer Künstlerbund hat sich stets auch als Botschafter für die Stadt verstanden, der die Wirkung der lokalen Kunstszene nach außen trägt. Bestes Beispiel dafür: Das Projekt „Starke Orte“, das zum Kulturhauptstadtjahr „Ruhr.2010“ 16 Künstlervereinigungen aus der Region vernetzte.
Auch in den Bochumer Partnerstädten Oviedo und Donezk präsentierte sich der Bochumer Künstlerbund mit großen Übersichtsausstellungen - wobei die Organisatoren der Kunstschau in Spanien 1983 – lange vor Schengen-Zeiten – nicht weniger bürokratische Hürden zu überwinden hatten als vier Jahre später in der Ukraine: „Mit dem Unterschied, dass wir in der Ukraine dann doch positiv überrascht waren, als alle Werke ankamen. Damit hatten wir nicht gerechnet“, schmunzelt Künstler Klaus Nixdorf rückblickend.
Nach bewegten Zeiten in den 1970er und 1980er Jahren geht der Bochumer Künstlerbund mit viel neuem Schwung in sein achtes Jahrzehnt: „Wir wollen weiter am Puls der Zeit bleiben“, macht Doris Kirschner-Hamer deutlich. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche wie diesen, müsse der Bochumer Künstlerbund seinen Teil dazu beitragen, Bochum zur Kulturstadt zu machen und das „Wir-Gefühl“ zu stärken: „Als Künstler möchten wir unseren Teil zu einer gelingenden Gesellschaft beitragen.“
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