Brisante Themen, prominente Namen

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Pfarrer Arno Lohmann stellte das neue Halbjahresprogramm der Evangelischen Stadtakademie vor.

Evangelische Stadtakademie stellt neues Halbjahresprogramm vor


Brisante Themen, prominente Namen – die Evangelische Stadtakademie greift auch in den kommenden Monaten aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und Strömungen auf und bietet so ein demokratisches Bildungs- und Diskussionsforum.

Zu den prominenten Gastrednern gehören u.a. Bundestagspräsident Norbert Lammert und der renommierte Schriftsteller Navid Kermani, der im Oktober den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhält, kündigte Akademieleiter Pfarrer Arno Lohmann bei der Programmvorstellung am Dienstag (11. August) an.

Themenschwerpunkte der rund 50 Vorträge und Seminare, Lesungen, Theateraufführungen, Ausstellungen, Workshops und Studienreisen sind im zweiten Halbjahr u.a. historische und aktuelle Konflikte im Horizont von Krieg und Frieden, eine Kooperationsreihe zu Bochums Kirchen im Mittelalter und eine Podiumsdiskussion zur Entwicklung der Arbeitswelt.

So spricht Bundestagspräsident Norbert Lammert am 16. September in der Reihe „Bochumer Fenster zur Vergangenheit“ über „Ursachen und Wirkungen im Spannungsverhältnis zwischen Kirche und Staat“ am Beispiel des Konstanzer Konzils vor 600 Jahren. Eine auf dem Konzil ausgefertigte Urkunde für die Bochumer Pfarrkirchen ist Anlass zu einer Ausstellung der ältesten Urkunden Bochums im Stadtarchiv und einer Reihe von fünf Vorträgen mit Führungen durch die ältesten Kirchen Bochums zu deren mittelalterlichen Geschichte.

Einen ebenfalls kritischen Blick wirft der Kölner Schriftsteller und Muslim Navid Kermani im Dezember auf die Kunst des christlichen Abendlandes. Titel der Veranstaltung: „Ungläubiges Staunen. Über das Christentum“. Kermani versenkt sich mit einer geradezu kindlichen Neugier, aber auch mit all seinen eingestandenen Zweifeln in die christliche Bildwelt und erschließt damit ungewohnte Perspektiven.

Eröffnet wird das neue Halbjahresprogramm der Evangelischen Stadtakademie bereits am kommenden Sonntag (16. August) um 16 Uhr mit einem „Akademie-Sonntag“ zum Thema „70 Jahre Atombombenabwurf auf Hiroshima“. Die Japanerin Rima Ideguchi und ihr Mann Fabian Liedtke präsentieren im Rahmen einer Lesung das Buch „Singvögel und Raben waren auch nicht mehr da“, indem Ideguchis Großvater, der den Atombombenabwurf damals in nur 500 m vom Epizentrum entfernt miterlebt und überlebt hat, die Folgen der atomaren Verstrahlung auf die Körper und Seelen der Opfer schildert. Rima Ideguchi und ihr Mann haben das Buch jetzt ins Deutsche übertragen. Im Anschluss an die Lesung stellt die Bochumer Medizinerin Dr. Ingrid Farzin die Arbeit der Organisation „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges" (IPPNW) vor, und der Vorsitzende der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Dortmund, Yoko Schlütermann, berichtet über das Projekt "Hilfe für Japan“ zugunsten der Kinder von Fukushima.

Bereits ab kommenden Dienstag (18. August) weist die Cartoon-Ausstellung „BOTTARI“ auf ein weiteres Kriegskapitel hin. Die Arbeiten des Südkoreaners Ko Gyeong-il thematisieren das Schicksal der koreanischen „Trostfrauen“, die im Zweiten Weltkrieg für die japanischen Kriegsbordelle zwangsprostituiert wurden.

Von der literarischen Seite nähert sich im September Professor Günter Brakelmann dem Kriegsthema. Gemeinsam mit Susanne Hocke und Jürgen Larys vom Bochumer artENSEMBLE THEATER präsentiert er Beispiele der „Kriegs-Lyrik“ aus dem Ersten Weltkrieg.

Vor diesem historischen Hintergrund fragt die Stadtakademie im November mit prominenten Gästen nach der Friedensverantwortung der Kirche heute. Außerdem wirft sie mit Blick auf die Russland-Ukraine-Krise die Frage nach einer neuen Ost-Denkschrift auf.

Ergänzt werden diese Programmpunkte in den kommenden Monaten durch ein FilmForum zum Thema Migration, Veranstaltungen zur Spiritualität und Lebensführung sowie aus dem Bereich Kunst und Kultur. Am 28. September wird in Anwesenheit von Bürgermeisterin Andrea Busche in der Alten Bahnhofstraße in Langendreer die 4. Stele des Stationenwegs „Jüdisches Leben im Bochum“ enthüllt. Diese Stele erinnert an die jüdischen Geschäftsleute in diesem Stadtteil.

Akademie-Leiter Lohmann ist gespannt, wie das neue hochaktuelle Programm aufgenommen wird. „Im zurückliegenden Halbjahr konnten wir ein steigendes Interesse an den Veranstaltungen der Evangelischen Stadtakademie beobachten“, blickt Lohmann zurück. Knapp 3.000 Besucher interessierten sich für das Angebot der ältesten evangelischen Stadtakademie in Deutschland.

Das gesamte Programm der Evangelischen Stadtakademie Bochum ist im Internet unter www.stadtakademie.de zu verfolgen. Das Programmheft liegt aus in den Bürgerbüros, in Buchhandlungen und Kirchengemeinden. Es kann angefordert werden unter: office@stadtakademie.de.
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