Bunker wird zur Geisterbahn

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Markus Draxler hat die begehbare Geisterbahn im Hochbunker entwickelt. (Foto: Foto: Molatta)

„Memoria“ heißt das Spiel, zu dem Künstler Markus Draxler jetzt in den Hochbunker an der Zechenstraße einlädt. Wer sich drauf einlässt, sollte wissen: Dieses Spiel macht ernst. Die Installation ist eine Art begehbare Geisterbahn - maximal zwei Leute dürfen gleichzeitig hinein. Heute eröffnet der ungewöhnliche Erlebnisraum.

Kalt wird es werden, das ist schon mal klar. Das liegt an den Temperaturen im alten Hochbunker in der Speckschweiz - aber nicht nur daran: Die Kunstinstallation „Memoria“ ist nichts für schwache Nerven. Wer sich auf den 700 Meter langen Parcours wagt, muss damit rechnen, dass ihm kalte Schauer den Rücken hinunter laufen.

Nichts für schwache Nerven

Der Künstler Markus Draxler vom Wuppertaler Kollektiv IG Form hat „Memoria“ erfunden, gemeinsam baut die Künstlergruppe seit Wochen an der Installation, die sich allen gängigen Schubladen versperrt. „Memoria ist eine Geisterbahn ohne Geister und Bahn“, sagt der Künstler Markus Draxler. „Memoria“ ist ein Spiel - aber eines, das Ernst macht.
Maximal zwei Besucher gleichzeitig können „Memoria“ erleben - die Zugangsvoraussetzungen sind strickt: Menschen, die zu klaustrophobischen Attacken neigen, sind ebenso ausgeschlossen wie Menschen mit Herz-/Kreislaufrisiken oder Schwangere; Kinder unter 16 Jahren dürfen nur in Begleitung Erwachsener hinein.

Was sie erwartet? Dunkelheit und Enge - dazu aber auch Überraschungen und sinnliche Erlebnisse. Ein über 700 Meter langer Gang führt den Besucher über drei Etagen hinein in eine lose, böse, fantastische Geschichte und lässt ihn an Gestalten geraten, an Rätsel, in Situationen und Träume. Er findet sich wieder in einem Labyrinth, einem System aus Tunneln, Räumen, Menschen, Licht und Dunkelheit, aus Geräuschen, Bildern und Ereignissen. Eine Wohnung ist im ehemaligen Bunker ebenso aufgebaut wie eine Disco. „Der Weg führt in die Dunkelheit und zurück“, so Draxler. Rund 40 Minuten dauert eine Vorstellung, die vollgepackt ist mit Überraschungen und Emotionen.
Der Hochbunker an der Zechenstraße in Hamme ist einer der jüngsten Bochumer Kulturorte: Im April des Jahres wurde er vom Team des Kunstfestivals „Rundlauf“ um den Bochumer Veranstalter und DJ Guy Dermosessian aus seinem Dornröschen-Schlaf geweckt - alllerdings mussten sie ihn zuvor monatelang entrümpeln und tonnenweise Müll entsorgen. Entstanden ist ein Veranstaltungsort, der nicht nur für das Festival genutzt werden soll. So war dort Mitte Oktober die Ausstellung „relegere“ von Caspar Martiny zu sehen. Mit dem Kunstspiel „Memoria“ folgt nun der nächste, spektakuläre Coup.

Anmeldungen

Bis zum 18. Januar ist „Memoria“ im Hochbunker an der Zechenstraße zu erleben - immer donnerstags bis sonntags. Termine können unter http://m-e-m-o-r-i-a.de reserviert werden. Festes Schuhwerk und Kleidung, die schmutzig werden darf, wird empfohlen.
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