Das Lachen...

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Ich kaufte gut ein, viel, sehr viel. Meine „Oma - Karre“, also mein mir das Tragen erleichternder Rollwagen, war bis obenhin mit leckeren Sachen gefüllt.
Nein, die Prozedur, dies jetzt auch noch einen Berg hoch zu ziehen, wollte ich mir nicht antun. Ich nahm den Bus.
Leider war der Fahrer einigermaßen beim Fahren in Schwung, der Bus hatte einige Kurven zu bewältigen – so manövrierte ich ungeschickt diese meine Karre durch den engen Gang des Busses und flog ich ziemlich unsanft auf einen Sitz, wobei die Karre in einer Kurve wieder auf den Mittelgang zu rollen bereit war.
Ich lachte herzlich schallend los, fühlte mich großartig mit Mister Bean verbunden, guckte in die Runde – aber keiner lachte.
„Slapstick“ sagte ich.
Trotzdem blieben die Gesichter der Leute todernst, obwohl sich keine handy- verträumten, der Welt entrückten Gäste im Bus befanden.
Beim Stopp und Ausstieg fiel ich nochmal fast auf die ernsthafte Gegenseite des Ganges zu einer älteren Dame, lachte wieder und sagte: „Ist doch schön, wenn man über sich selbst lachen kann.“ wobei sie reichlich mahnend erwiderte: „Passen Sie auf! Sie fliegen noch hin!“
Lachen scheint in der deutschen Gesellschaft nicht wirklich gerne gesehen zu sein, wird unabdingbar mit kompletter Verrücktheit bezeichnet, es sei denn, man lacht wohl gekonnt an den zu belachenden Szenen eines Kabarettisten oder Komikers, wenn man sich versichert hat, dass der Nachbar eventuell auch lacht.
Oder wenn bei einem Fernsehauftritt im Studio eine große Tafel mit „Lachen bitte!“ demonstriert, das man nun lachen muss.
Ein gekünsteltes Höflichkeits - Lachen oder ein auf Unterwerfung angelegtes Lächeln zähle ich nicht zum genüsslichen Lachen, ebenso wenig alkoholisierte Witze und Sprüche vorwiegend männlichen Ursprungs.
Dabei ist herzhaftes Lachen doch die erste Form von Befreiung aus dem alltäglichen Trott.
Der verstorbene Schriftsteller Umberto Ecco zeigte mit genialer Deutlichkeit in „Der Name der Rose“, wie gerade auch die Kirche die wohltuende Befreiung des Lachens unterdrückte.
Wer lacht, hat Abstand zu sich selbst und auch zu den Bedingungen und Verhältnissen und den menschlichen Eigentümlichkeiten in der Welt.
Wer lacht, erhebt sich über die Katastrophen, die alle Menschen bisweilen treffen.
Kinder lachen gerne und ausführlich!
Wir sollten wieder ein bisschen so sein wie Kinder und lachen lernen!
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4 Kommentare
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Anneliese Jarchow aus Bochum | 22.02.2016 | 18:43  
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Ingrid Dressel aus Bochum | 22.02.2016 | 23:18  
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Paul Roland Vettermann aus Oberhausen | 04.03.2016 | 17:36  
1.775
Ingrid Dressel aus Bochum | 04.03.2016 | 23:34  
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