Das Stadtarchiv - Zentrum für Stadtgeschichte packt die Siebensachen

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In der Werkstatt des Zentrums für Stadtgeschichte planen Ausstellungsgestalter Martin Dolnik, Verwaltungsleiter Christian Söndgen, Archivarin Monika Wiborni und Werkstattleiterin Stephanie Determann (v.l.) die Gestaltung der großen Sommerausstellung. (Foto: Vesper)

Seit nunmehr zehn Jahren fungiert das Stadtarchiv auch als Zentrum für Stadtgeschichte. Das diesjährige Frühjahrs- und Frühsommerprogramm schließt mit der Ausstellung „Hundert und sieben Sachen“, die am 11. Juni eröffnet wird, an eine Schau aus dem Eröffnungsjahr 2007 an.

Vor zehn Jahren präsentierte man die Ausstellung „Sieben und neunzig Sachen. Sammeln, bewahren, zeigen. Bochum 1910 bis 2007“, die die 97-jährige Sammlungsgeschichte der Stadt in den Blick nahm. „Damals“, vergleicht die Leiterin des Stadtarchivs, Dr. Ingrid Wölk, die Schau von 2007 mit der für den Juni dieses Jahres geplanten, „ging es uns um Kulturgeschichte. In unserer neuen Ausstellung halten wir uns enger an die Stadtgeschichte. So sind Schlüsseldokumente wie das Werdener Urbar zu sehen, in dem Bochum indirekt zum ersten Mal Erwähnung fand. Ein Foto zeigt, wie die Hakenkreuz-Fahne auf dem Rathaus gehisst wurde.“
Wichtig ist Wölk jedoch, dass auch Exponate Eingang in die Ausstellung finden, die auf Ereignisse verweisen, die für die Stadtgeschichte weniger bedeutsam gewesen sind, die Bochumer aber beschäftigt haben. Sie gibt Beispiele: „Max, der Bär aus dem Tierpark, hat viele Bewohner der Stadt bewegt.“ Auch die Stoffpuppe Herbert, Maskottchen der Bogestra, wird zu sehen sein. Schließlich verweist schon die Anspielung auf die sprichwörtlichen Siebensachen darauf, dass es um Alltagsgegenstände geht. Die Heterogenität der Exponate gibt dabei einen Eindruck von der Vielfalt des Lebens in Bochum.

Herbert Grönemeyer schreibt zur "Bochum"-Platte

Im Herbst wird auch ein Katalog zu „Hundert und sieben Sachen“ erscheinen. „Herbert Grönemeyer hat seinen Beitrag zur Bochum-Platte schon geliefert“, kann Ingrid Wölk vermelden. Insgesamt 70 Autoren werden in ihren Texten Themen der Ausstellung aufgreifen.
An anderer Stelle heißt es Anfang April Abschied nehmen: Die Ausstellung „Hoffnung auf Zukunft – Flüchtlinge in Bochum“ schließt ihre Pforten. „Für die Finissage“, erzählt Wölk, „bereiten Geflüchtete einen Imbiss vor.“ Prof. Ludger Pries von der Ruhr-Universität hält zum Thema „Gemeinsames europäisches Asylsystem oder organisierte Nicht-Verantwortung? Deutsche und europäische Flüchtlingspolitik vor der Herausforderung“ einen Vortrag. „Pries ist ein ausgewiesener Experte“, freut sich die Leiterin des Stadtarchivs.

Dauerausstellung überarbeitet

Sie verweist auch auf die Dauerausstellung ihres Hauses: „'Bochum – das fremde und das eigene' wird umgebaut.“ Daher bleibt die Schau noch bis einschließlich 3. April geschlossen. Danach können sich Besucher wieder einen Eindruck davon verschaffen, dass Migration in der Geschichte nicht die Ausnahme ist, sondern der Normalfall. Dies eröffnet einen besonderen Zugang zur Stadtgeschichte.
„Auch eine Wanderausstellung haben wir im Programm“, blickt Wölk voraus. Es handelt sich um eine Schau des LWL-Museumsamtes Münster unter dem Titel „Bildwelten – Weltbilder: Figürliche Wandmalerei der Romanik in Westfalen“. Sie ist ab dem 4. Mai zu sehen. Auch das beliebte Filmprogramm läuft weiter.

Lesung der Bochumer Literaten im Stadtarchiv

Besonders freut sich Ingrid Wölk über das „Geburtstagsgeschenk“ der Bochumer Literaten. Die veranstalten am 1. Juni ihre Frühjahrslesung im Haus an der Wittener Straße. Das Motto lautet: „Es gibt ein Leben jenseits der Bücher, wo Amseln brüten.“ Zum Jubiläum des Bochumer Zentrums für Stadtgeschichte werden die Autoren ihre Bücher dem Literaturarchiv des Hauses übergeben. Dies ist ein Zeichen der innigen Verbindung der Bochumer Literaten zum Stadtarchiv.
Und welchen Wunsch hat Ingrid Wölk für die Zukunft? - „Ich wünsche mir den Sprung von der Qualität in die Quantität – also dass die Bochumer unsere Angebote noch stärker nutzen als bisher.“

Termine
- Ab Dienstag, 4. April, ist die Dauerausstellung „Bochum – das fremde und das eigene“ im Stadtarchiv - Zentrum für Stadtgeschichte, Wittener Straße 47, wieder zu sehen.
- Am Donnerstag, 6. April, beginnt um 18 Uhr die Finissage der Ausstellung „Hoffnung auf Zukunft - Flüchtlinge in Bochum“ mit einem Gespräch und einem Vortrag.
- Vom 4. Mai bis zum 25. Juni ist die Ausstellung „Bildwelten – Weltbilder: Figürliche Wandmalerei der Romanik in Westfalen“ im Stadtarchiv – Zentrum für Stadtgeschichte zu sehen.
- Am Donnerstag, 1. Juni, findet um 18 Uhr die Frühjahrslesung der Bochumer Literaten 2017 unter dem Motto „Es gibt ein Leben jenseits der Bücher, wo Amseln brüten“ im Stadtarchiv statt.
- Ab 11. Juni ist die Eigenproduktion „Hundert und sieben Sachen. Bochumer Geschichte in Objekten und Archivalien“ im Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte zu sehen.
- Weitere Informationen gibt es auf www.bochum.de/stadtarchiv.
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