Der 5. Bochumer Historikerpreis wurde feierlich verliehen - Geisteswissenschaften sind für Wissenschaftslandschaft im Ruhrgebiet sehr bedeutsam

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Der 5. Bochumer Historikerpreisträger Marcel van der Linden mit der Urkunde im Stifterkreis
In einer Feierstunde im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets ist am 28. November 2014 der fünfte Bochumer Historikerpreis an den niederländischen Historiker und Politikwissenschaftler Marcel van der Linden verliehen worden. Van der Linden gilt als der bedeutendste Vertreter einer Globalgeschichte der Arbeit und der Arbeiterbewegung.

Marcel van der Linden ist Professor für die Erforschung sozialer Bewegungen an der Universität Amsterdam und war jahrelang Forschungsdirektor des Internationalen Instituts für Sozialgeschichte in Amsterdam, eines der weltweit wichtigsten Forschungszentren. Der mit 25.000 € dotierte Bochumer Historikerpreis wird gemeinsam von der Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets, der Stiftung der Sparkasse Bochum, der Stadt Bochum und der Ruhr-Universität vergeben.

NRW-Wissenschaftsministerium betont die große Bedeutung der Geisteswissenschaften für die Wissenschaftslandschaft im Ruhrgebiet

Im mit 170 Besuchern vollbesetzten Veranstaltungssaal im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets, darunter auch zahlreiche prominente Politiker und Historiker, betonte die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Svenja Schulze in ihrem Grußwort die große Bedeutung der Geisteswissenschaften für die Wissenschaftslandschaft im Ruhrgebiet. Der renommierte Historiker und Afrikawissenschaftler Andreas Eckert von der Humboldt-Universität Berlin würdigte in seiner Laudatio die großen fachwissenschaftlichen Leistungen des Preisträgers wie dessen scharfsinnige Analysen zur marxistischen Theorie. Auch van der Lindens Fähigkeiten, Netzwerke zu knüpfen und Arbeiterhistoriker aus Europa, Asien, Afrika, Australien, Süd- und Nordamerika um gemeinsame Themen zu versammeln, fanden Erwähnung. Dabei zeichne, so Eckert, van der Linden immer aus, dass er auch mit seinen Kolleginnen und Kollegen aus Ländern, auf die die europäische akademische Kultur zuweilen herabsieht, stets die Zusammenarbeit von gleich zu gleich anstrebt.

Eine globale Perspektive auf die Geschichte und Gegenwart von Arbeit wagen

Marcel von der Linden warb in seinem Festvortrag für eine globale Perspektive auf die Geschichte und Gegenwart von Arbeit. Von Asien oder Afrika aus betrachtet stelle sich manche europäische Gewissheit als Trugschluss heraus. So konnte er zeigen, dass die in Europa zumeist als Normalarbeitsverhältnis wahrgenommene sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung nur für wenige historische Epochen und Regionen überhaupt eine gewisse Bedeutung hatte. Aus globaler Perspektive seien prekäre Arbeitsverhältnisse normal.

Nächste Bochumer Historikerpreisverleihung 2017

Marcel van der Linden ist nach der inzwischen verstorbenen britischen Historikerlegende Eric Hobsbawm der zweite internationale Preisträger.
Die anderen Preisträger waren Lutz Niethammer, Jürgen Kocka und Christoph Kleßmann.
Der nächste Bochumer Historikerpreis wird 2017 verliehen.
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