Dietmar Bär spielt in "Der zerbrochne Krug" Dorfrichter Adam

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Dietmar Bär spielt den Richter Adam in "Der zerbrochne Krug". (Foto: Schauspielhaus)
Intendant Anselm Weber präsentiert mit Heinrich von Kleists „Der zerbrochne Krug“ die Premiere einer eigenen Regiearbeit in den Kammerspielen. Zu dem Stück hat er eine besondere Beziehung: „Ich habe es in den vergangenen 30 Jahren oft gesehen, unter anderem in der legendären Inszenierung der Münchener Kammerspiele mit Rolf Boysen, Edgar Selge, Axel Milberg und Sibylle Canonica.“ An dieser Inszenierung von Dieter Dorn wirkte Weber Ende der achtziger Jahre als Abendspielleiter mit.
Der Part des Dorfrichters Adam in „Der zerbrochne Krug“ gehört zu den begehrtesten Charakterrollen der deutschen Dramenliteratur. Im Jahre 1990 war der unvergessene Wolf Redl in Bochum als Adam zu sehen. „Jemand aus dem Stab des Schauspielhauses hat mir erzählt, wie er damals einen speziellen Schuh für Wolf Redl gefertigt hat“, erzählt Dietmar Bär, der in Webers Inszenierung die Rolle des Richters übernimmt.
Auch er hat ein besonderes Verhältnis zu Kleists Lustspiel. Vor acht Jahren kehrte er bei den Gandersheimer Domfestspielen in der Rolle des gebeutelten Richters auf die Theaterbühne zurück, nachdem er sich zuvor überwiegend seiner TV-Arbeit gewidmet hatte. Seit 1997 ist er regelmäßig als Kölner „Tatort“-Kommissar Freddy Schenk zu sehen.
„Die Arbeit in Bad Gandersheim war therapeutisch für mich. Dass die Festspiele in relativ lockerer Atmosphäre draußen stattfinden, hat mir die Rückkehr zur Theaterarbeit erleichtert“, erinnert sich Bär.
Dabei ist Kleists Drama, eine der ganz wenigen Komödien der deutschen Literatur, für Theaterleute eine große Herausforderung. Nicht zuletzt geht es darum, die der Handlung zugrundeliegende Tragik herauszuarbeiten. „Immerhin geht es um einen Fall sexueller Nötigung und die Ohnmacht der Frau. Das Alleinstellungsmerkmal unserer Inszenierung ist, dass Eve – gespielt von Sarah Grunert – besonders in den Mittelpunkt gestellt wird“, verrät Regisseur Weber.
Auch in der Auslegung der Rolle des Dorfrichters will Bär Akzente setzen. Keinesfalls soll Adam als lächerlicher Lüstling erscheinen. „Er ist“, sagt Bär, „durchaus ein Liebender.“ Seinen Widerpart erhält der Dorfrichter im Gerichtsrat Walter. Hier hält die Besetzung eine Überraschung bereit. Weber sagt dazu: „Als junger, asketisch wirkender Schauspieler ist Marco Massafra eine eher ungewöhnliche Wahl. Als Gerichtsrat wird er durch seine Nachfragen Teil der Geschichte.“
In der Komödie soll Dorfrichter Adam klären, wie der titelgebende Krug zu Bruch gegangen ist. Offenbar hat ein Mann die junge Eve sexuell bedrängt, wobei das Gefäß beschädigt worden ist. Es stellt sich heraus, dass Adam selbst der Schuldige ist. So sitzt er über sein eigenes Vergehen zu Gericht.
Das Drama bietet eine Fülle großartiger Rollen. „Gerade die Eve wählen viele junge Schauspielerinnen für ihr Vorsprechen. Ich habe ein Textheft des Dramas an eine junge Darstellerin verschenkt, die sich an der Schauspielschule bewerben will. Allerdings handelt es sich auch bei Eve um eine hochkomplexe Rolle“, berichtet Dietmar Bär.
Neben Bär, Grunert und Massafra sind auch Nils Kreutinger, Katharina Linder, Matthias Redlhammer, Roland Riebeling, Xenia Snagowski und Anke Zillich in Webers Inszenierung zu sehen. Für Musik sorgt Thomas Osterhoff.

Termine

 Am Samstag, 5. Dezember, feiert „Der zerbrochne Krug“ um 19.30 Uhr in den Kammerspielen Premiere.
 Eine weitere Vorstellung gibt es am Sonntag, 6. Dezember, um 19 Uhr.
 Auch am Sonntag, 20. Dezember, ist das Stück zu sehen. Los geht es bereits um 17 Uhr.
 An Silvester steht das Lustspiel um 18 Uhr auf dem Spielplan.
 Karten unter Tel.: 33335555.
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