Europäische Erstaufführung am Schauspielhaus: Am Samstag kommt der Broadway-Erfolg „The Humans“ auf die Bühne

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Beim Familienfest kommt so einiges ans Licht. (Foto: Küster)

„Der Frankfurter Fischer-Verlag hat uns bereits vor anderthalb Jahren auf Stephen Karams Stück 'The Humans. Eine amerikanische Familie' aufmerksam gemacht“, erinnert sich Annelie Mattheis, Dramaturgin am Schauspielhaus, und fährt fort, „Stephen Karam war aber nicht zu erreichen und wir dachten schon, wir bekämen das Stück nicht für die europäische Erstaufführung. Der Verlag hat uns im November 2016 dann aber doch grünes Licht gegeben.“

„The Humans“ ist ein großer Erfolg am Broadway gewesen und wurde mit vier Tony Awards, unter anderem als bestes Stück 2016, ausgezeichnet. Der Tony Award gilt als wichtigster US-amerikanischer Theater- und Musicalpreis. „Das Stück lässt sich am ehesten als well-made play bezeichnen. Der Familienalltag wird naturalistisch aufgearbeitet – die Sticheleien, der Ärger, aber auch die Harmonie.“ - Regie führt Leonard Beck, der im Theater Unten bereits Dennis Kellys „Waisen“ realisiert hat und dabei bereits sein Geschick bei der Inszenierung vertrackter Familienbeziehungen unter Beweis gestellt hat.

Beim Familienfest kommen Geheimnisse ans Licht

Und schwierig ist die Situation der Familie in „The Humans“ allemal, wie Mattheis erklärt: „Der Vater hat seine Rentenansprüche verloren und die Familie steht deshalb vor dem Bankrott. Anlässlich der Thanksgiving-Feierlichkeiten kommen aber auch noch andere Wahrheiten auf den Tisch.“ - Auch die Ereignisse des 11. Septembers prägen die Familie. „Überhaupt“, sagt Dramaturgin Mattheis, „prägen viele Probleme latent das Geschehen. Da sich die handelnden Personen lieben und schätzen, überspielen sie die Schwierigkeiten.“
Bei allem Ernst kommt die Unterhaltung nicht zu kurz. „Es gibt viele Pointen, das Ganze hat aber auch eine große Natürlichkeit“, erklärt Mattheis und sagt zur Inszenierung, „wir haben den Realismus der amerikanischen Aufführungen etwas zurückgenommen und arbeiten modellhafter. Es geht um ein typisches Familienfest, wie es auch in Bochum stattfinden könnte.“ - Themen wie Armut, Krankheit und die Angst, gesellschaftlich nicht mehr mithalten zu können, betreffen schließlich auch hier viele Menschen.

Bekannte Schauspieler

Auf der Bühne stehen mit Johanna Eiworth, Karolina Horster, Michael Kamp, Kristina Peters und Bernd Rademacher gute Bekannte. Ein neues Gesicht ist jedoch an der Königsallee auch dabei: Nina Wurman. „Nina Wurman“, sagt Mattheis, „ist eigentlich Musikerin und steht bei uns als demenzkranke Mutter beziehungsweise Großmutter auf der Bühne, die in ihrer eigenen Welt lebt.“ Als Musikerin kommt Wurman an diesem Abend nicht zum Zug. „Das ist einfach keine musikalische Produktion“, meint die Dramaturgin schmunzelnd. Dennoch bringt Wurman ihr Gefühl für Sounds ein. „Es handelt sich um eine irisch-amerikanische Einwandererfamilie“, erzählt Mattheis, „die mit dem lauten New York konfrontiert wird. Durch Klänge unternehmen die Zuschauer schon vor der Aufführung eine Reise vom idyllischen Irland ins laute New York.“

Termine
Seine europäische Erstaufführung erlebt „The Humans. Eine amerikanische Familie“ am Samstag, 9. Dezember, um 19.30 Uhr im Schauspielhaus, Königsallee 15.
Die Theaterkasse ist unter Tel.: 33 33 55 55 zu erreichen.
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