Feine Geister und Bier - „Finest Spirits & Beer Convention“ in der Jahrhunderthalle

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Bochum: Jahrhunderthalle Bochum |

Bei der ersten Auflage 2014 schlugen den Veranstaltern harte Wogen entgegen: Sommerliche Temperaturen im Oktober und ein Streik im Personennahverkehr ließen die erhofften Besucherströme ausbleiben für eine Genussmesse, deren Publikum möglichst auf die Anreise mit dem PKW verzichten sollte. Doch Veranstalter Frank-Michael Böer, der in seiner süddeutschen Heimat erfolgreich erlesene Biere und Brände auf einen Tisch bringt, hält fest am Ruhrgebiet, betont bei der Eröffnung der 2. „Finest Spirits & Beer Convention“ die Rolle Bochums für seine Pläne.

„Das Bier will in den Ballsaal“, zu den erlesenen Whiskys und Bränden, so lautet sein Credo – und in der Jahrhunderthalle hat er einen Ballsaal gefunden, wie er schöner auch in München nicht stehen kann. Und so steht auch im zweiten Jahr der Messe der Genuss edler Getränke im Vordergrund. So gibt es bei Appleton Estate einen Rum zu verkosten, der in original schottischen Whiskyfässern auf Jamaica gereift ist – oder aber am Stand von Cammineci einen exzellenten Whisky aus Taiwan, von dem es wegen der schnellen Verdunstung im asiatischen Klima nie einen 12 Jahre gelagerten Whisky geben wird.
Die Bochumer Fiege-Brauerei ist ein Kooperationspartner der ersten Stunde – laut Böer ist Hugo Fiege hauptsächlich dafür verantwortlich, dass diese feine Messe in Bochum stattfindet. Standesgemäß wird hier erstmals das Fiege Pilsbock vorgestellt, das sehr würzige Charakterbier des Jahres 2015 – diesmal in 0,33l-Flaschen abgefüllt.
Auch an den anderen Ständen von kleinen bis großen Brauereien gibt es zahlreiche frische Abfüllungen zu verkosten: „Craftwerk“ aus Bitburg präsentiert in Bochum erstmalig ein „Dark Season Sweet Stout“, dessen Schokonoten sehr dezent im Hintergrund wirken; das in Witten beheimatete Ruhrtal-Bier der Brennerei Sonnschein wartet mit einem exquisiten Pale Ale auf und die seit mittlerweile fünf Jahren etablierte Braufactum GmbH präsentiert mit „Soleya“ ein fruchtig-frisches Saisonbier.
Das wirklich besondere an dieser Messe ist jedoch nicht das beeindruckende Angebot, sondern die ungezwungene, kameradschaftliche Atmosphäre, die auch zwischen Konkurrenten herrscht. Hier kann es durchaus passieren, dass der Besucher vom einen Stand vollkommen uneigennützig an ein en anderen Stand weiterverwiesen werden.
Wer an Craft-Bieren Interesse hat, sollte ich zunächst am Stand des Bierkompass einnorden (Tipp: Auf jeden Fall das Whitbeer mit kambodschanischen Kampot-Pfeffer probieren!) und sich von dort aus treiben lassen. Ganz in der Nähe am Stand von Amka gibt es Bier aus Island mit Koriander oder Spanien mit Meerwasser gebraut. Und spätestens, wenn Brauereien wie die Schweizer Doppelleu Brauwerkstatt AG, die mit ihren Produkten gar nicht auf dem Markt in NRW vertreten sind, dennoch mit Enthusiasmus ihre Biere anpreisen, merkt man, dass in dieser Messe eine Menge Herzblut steckt.

Text und Fotos: Frank Schorneck
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