Filmdreh in Bochum - Studenten verfilmen Science-Fiction-Reihe

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Regine Andratschke spielt Nadia Pierrette Arnault und Klaus Nierhoff mimt Pierre Arnault im Film „Omega“. (Foto: Andreas Molatta)
 
(Foto: Molatta)
Bochum: Neues Gymnasium Bochum |

Man denkt schnell an ein Raumschiff, wenn man das weiße Interieur und die Architektur des Neuen Gymnasiums betrachtet. Für vier junge Filmemacher passt die futuristische Aula perfekt in das Drehbuch ihres Films. Sie setzen derzeit die französische Zeichentrickserie „Es war ein mal... der Weltraum“ in einen Realfilm um.

Mittlerweile sind die vier Filmfreunde schon gut zwei Jahre an der Realisation ihrer Idee zu „Omega – Der Film“. Was als Thema für ihre Bachelorarbeit begann, hat sich zu einem Vorzeigeprojekt der Fachhochschule Dortmund ausgewachsen. Dort studieren Elena Ivanov, Lennart Oberscheidt und Kai Czerwonka „Design Medien Kommunikation“ mit dem Schwerpunkt Film. Stefan Jagla, Geschichtsstudent an der Ruhr-Universität komplettiert das Vierergespann. Alle teilen die Faszination für Science-Fiction-Erzählungen und fanden den gemeinsamen Nenner in der vom französischen Filmstudio „Procidis“ produzierten Zeichentrickreihe „Es war einmal...“.

Einladung nach Paris
Anfang 2013 dachten Elena Ivanov und Lennart Oberscheidt über ein Thema für ihre Bachelorarbeit nach. „Ich wollte unbedingt einen Science-Fiction-Film drehen, denn das Genre fehlt dem deutschen Film“, erzählt Lennart Oberscheidt. Als sie bei den Überlegungen auf „Es war einmal...“ stießen, schnell klar, dass die Serie genau der Stoff ist, nachdem sie gesucht hatten. Auch Stefan Jagla, der selbst Science-Fiction-Autor ist, war sofort begeistert und begleitete die beiden fortan verantwortlich bei der Stoffentwicklung. „Wenn Lennart eine Idee hat, dann fängt er mit der Umsetzung immer sofort an. So war es auch diesmal. Noch in derselben Nacht schrieb er eine E-Mail an Procidis. Womit wir nicht rechneten, war eine Einladung nach Paris, die sogar am nächsten Tag schon bei uns einging.“
Mit einem vorläufigen Drehbuch für Omega fuhren die Studenten im Juni 2013 nach Paris. Die Kinderserie soll im Realfilm zu einem politisch-philosophischen Science-Fiction-Drama für Erwachsene werden. „‚Procidis‘ war von unserem Projekt angetan. Wir hatten ein Drehbuch für einen 90-minütigen Film oder eine fünfteilige Miniserie im Gepäck. Sie hatten keine größeren Einwände, rieten uns aber dazu, zunächst einen 25-minütigen Trailer zu drehen“, erzählt Lennart Oberscheidt. Außerdem erhielten sie eine Führung durch das Studio und durften sich die Originalzeichnungen der zwischen 1978 und 2008 ausgestrahlten Reihe ansehen.

Ihr bisher größter Drehtag
Der Drehtag in Bochum war bisher der größte Dreh. Das Team musste nicht nur die beiden Hauptdarsteller Regine Andratschke und Klaus Nierhoff koordinieren, sondern auch rund vierzig Statisten – darunter auch einige Kinder. „Es war schwierig, so viel Menschen an den Drehort zu bekommen“, schildert Elena Ivanov, die mit Lennart Oberscheidt verantwortlich für die Regie ist. „Wir haben Freunde, FH-Kommilitionen, sogar unsere Setbauer dafür begeistern können. Darüber waren wir sehr glücklich.“ Letztlich entstanden im Neuen Gymnasium drei Einstellungen, in denen das Schulgebäude als Double für das Regierungsviertel in Omega steht. „Nach fünf Stunden waren die 23 Sekunden dann abgedreht“, sagt Oberscheidt zufrieden mit dem ganzen Team. Er hat schon mehrere große Filmproduktionen als freiberuflicher Fachmann für Spezialeffekte begleitet. Eine davon erhielt sogar den Emmy für die von ihm produzierten visuellen Effekte.

Die meisten Szenen wurden im Studio gedreht
3 000 Euro an Fördermitteln, die die Studenten von ihrer Fachhochschule erhielten, gingen restlos für den Bau ihres Raumschiff-Sets im Studio an der FH drauf. Dort – im Raumschiff – wurden die meisten Szenen abgedreht. Fast den ganzen April filmten sie dort mit Nina Mercedes Tratz (Mercedes Psi Alvarez), Daniel Heck (Pierrot Arnault), Kristina Peters (Kim P. Lindqvist), Max Pulst (Sean Harrigan), Dominik Breuer (Roboter) und Caro Scrimali (Jenny), die die Zeichentrickhelden mimen. Die Nachproduktion des Films wird noch bis 2016 andauern. Dann soll er er auf Filmfestivals zum ersten Mal gezeigt werden.

Weitere Infos auf www.omega-film.de und facebook.
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