Fotografien von Bernd Langmack - Ausstellung zum Stadtumbau im Ruhrgebiet am Beispiel von Duisburg-Bruckhausen

Wann? 31.12.2015

Wo? Haus der Geschichte des Ruhrgebiets, Clemensstraße 17, 44789 Bochum DE
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Der Fotograf Bernd Langmack vor einem seiner Fotos zu Duisburg-Bruckhausen im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets (alle Bilder: Thea Struchtemeier)
Bochum: Haus der Geschichte des Ruhrgebiets | „Stadtumbau“ oder „Verwüstung“? Das Haus für Geschichte des Ruhrgebiets zeigt ab 23. Juni 2015 über 50 ausgewählte Fotografien des Esseners Bernd Langmack.
Die Bilder dokumentieren die Abriss- und Umbauarbeiten im Duisburger Stadtteil Bruckhausen sowie die kritischen Reaktionen betroffener Anwohner. Langmack, der in den 60-Jahren an der Ruhr-Universität Bochum Medizin studierte, offenbart mit seiner Kamera die Widersprüche des Strukturwandels im Revier.
Die Ausstellung ist bis Ende des Jahres 2015 von Montag bis Freitag zwischen 9 Uhr und 18 Uhr geöffnet.

Bei der Vernisage führte Professor Heinrich Theodor Grütter, Direktor des Ruhr Museums Essen, in die Entstehungsgeschichte der fotografischen Arbeiten Langmacks in Duisburg ein. Im Anschluss berichtete Ulrich Lang von seinen Recherchen zu einem Feature über ein vergangenenes, jedoch imer noch existentes Bruckhausen.

Ein Stadtteil wird vernichtet

Seit 2011 sind im Duisburger Stadtteil Bruckhausen 121 in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stahlwerk der ThyssenKrupp Steel liegende, teils gründerzeitliche Häuser abgerissen worden. Für 172 Millionen € entstand auf der freien Fläche ein Grüngürtel mit Freizeit- und Sportmöglichkeiten und einer sechs Meter hohen Lärmschutzwand, die Stahlwerk und Ortsteil voneinander trennt. Handelt es sich für die einen - die Stadt Duisburg, das Unternehmen, die öffentlichen Förderer, manche Bewohner - um einen gelungenen Stadtumbau, so beklagen andere - Vertreter der Industriekultur, der Geschichtswissenschaft, des Städtebaus und manche Bewohner - die Zerstörung eines historischen Stadtteils mit gewachsenen Nachbarschaften.

Der Fotograf Bernd Langmack

Bernd Langmack lebt seit 1969 im Ruhrgebiet. Seit 1980 fotografiert er Stadt- und Industrielandschaften. Sein dokumentarischer Stil ist geprägt von Albert Renger-Patzsch, den Düsseldorfern Bernd und Hilla Becher sowie den amerikanischen „New Topographics“. Mit seiner Kamera orientiert sich Langmack an der Kunstkritik Bertolt Brechts zur Fabrikfotografie.

Ein Erinnerungsbuch für Bruckhausen und seine Menschen

Zur Erinnerung an Bruckhausen ist gerade gemeinsam mit dem Hörbuchautoren Ulrich Lang ein Fotobuch zum "Abriss in Bruckhausen - ein Stadtteil wird vernichtet" im Essener Klartext-Verlag erschienen. Auf 96 Seiten dokumentiert es eine behördliche Brutalität stellt der Stadtplanung ein Armutszeugnis aus.
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